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Marokko: Verheerende Erdbeben-Katastrophe mit mehr als 2.000 Toten ++ Vermissten läuft Zeit davon

Verheerende Erbeben-Katastrophe in Marokko! Am Wochenende kamen mehr als 2.000 Menschen ums Leben. Hunderte werden weiter vermisst.

© Getty Images

Tod und Trauer: Hier kannst du dir helfen lassen

Schwere Erdbebenkatastrophe in Marokko!

In der Nacht von Freitag auf Samstag (9. September), gegen Mitternacht, ereignete sich laut US-Erdbebenwarte USGS ein Beben der Stärke 6,8 – rund 71 Kilometer südlich der ehemaligen Hauptstadt Marrakesch. Zerstörte Gebäude, Stromausfälle, Panik auf den Straßen. Und die Zahl des Todesopfer steigt immer weiter.

Marokko: Erdbeben-Katastrophe!

Zunächst sprach das Innenministerium von Marokko von mindestens 296 Toten. In den Stunden darauf wurden die Zahlen jedoch deutlich nach oben korrigiert – Stand Sonntagmorgen (6. 52 Uhr) spricht man von über 2.000 Toten! Von über 1.000 Verletzten ist die Rede, wie das marokkanische Innenministerium mitteilte. Mit Stand von Montag (11. September) wurde die Zahl weiter nach oben korrigiert. Demnach kamen mindestens 2.497 Menschen bei den Erdbeben ums Leben, mindestens 2.476  weitere Menschen wurden teils schwer verletzt.

„Wir spürten ein sehr starkes Zittern und ich merkte, dass es ein Erdbeben war“, sagte Abdelhak El Amrani, ein 33-jähriger Bewohner von Marrakesch, der Nachrichtenagentur AFP. „Ich sah, wie die Gebäude wackelten (…). Dann ging ich nach draußen, wo schon viele Menschen versammelt waren. Die Menschen standen alle unter Schock und waren in Panik. Die Kinder weinten und die Eltern waren verzweifelt“, sagte er.

Die meisten Schäden seien außerhalb der Städte entstanden. Bilder und Videos aus sozialen Netzwerken zeigen zerstörte Gebäude in Städten und auf den Straßen sitzende Menschen. Medienberichten zufolge wurden auch historische Wahrzeichen beschädigt. Berichten zufolge war das Beben auch in Portugal und Algerien zu spüren. Auch ein Nachbeben der Stärke 4,9 wurde gemessen.

Olaf Scholz drückt Mitgefühl aus

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) drückte sein Mitgefühl aus. „Das sind schlimme Nachrichten aus Marokko“, erklärte der SPD-Politiker auf der Plattform X (früher Twitter). „In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei den Opfern des verheerenden Erdbebens. Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen dieser Naturkatastrophe.“ Scholz hält sich derzeit für den G20-Gipfel in der indischen Hauptstadt Neu Delhi auf.


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Die Europäische Union bot Marokko Hilfe an. „Die EU ist bereit, Marokko in diesen schwierigen Momenten zu unterstützen“, schrieb EU-Ratspräsident Charles Michel über den Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter).

Nachbeben am Sonntag – Vermisstensuche dauert an

Am Sonntagmorgen (10. September) hat es in der Region ein Nachbeben gegeben. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte es eine Stärke von 3,9, laut der marokkanischen Nachrichtenseite Hespress wurde eine Stärke von 4,5 verzeichnet – mehr als halb so stark wie das ursprüngliche Erdbeben.

In Marokko haben am Wochenende (9. und 10. September) Erdbeben mehrere Regionen verwüstet. Foto: Getty Images

Zum Wochenstart (11. September) galten hunderte Menschen in Marokko weiterhin als vermisst. Die Hoffnungen sie lebend zu finden, schwinden langsam. Für die Such- und Bergungskräfte ist es ein Wettlauf gegen die Zeit: Experten geben einen Richtwert von 72 Stunden an, in denen ein Mensch maximal ohne Wasser auskommen kann. Die Einsatzkräfte haben ihre Rettungsmaßnahmen weiter intensiviert. Soldaten und ausländische Hilfsteams begannen mit Lastwagen und Hubschraubern in entlegene Bergdörfer vorzudringen. Militärfahrzeuge, beladen mit Bulldozern und logistischer Ausrüstung, versuchten in zerklüftetem Gelände Straßen von Erdrutschen zu befreien, damit auch Krankenwagen durchkommen, wie die Online-Zeitung Morocco World News berichtete.

Obwohl mehrere Länder, darunter Deutschland, ihre Hilfe angeboten haben, will Marokko zunächst nur von vier Ländern Unterstützung annehmen. Wie das Innenministerium am späten Sonntagabend erklärte, hätten die Behörden nach gründlicher Untersuchung „auf die Unterstützungsangebote der befreundeten Länder Spanien, Katar, Großbritannien und Vereinigte Arabische Emirate reagiert“. Die Hilfsbereitschaft in Marokko sei enorm: In den Krankenhäusern von Marrakesch und vielen anderen Orten meldeten sich viele Menschen, um Blut zu spenden. Unter den Spendern war auch die marokkanische Fußballnationalmannschaft. (mit afp/dpa)