Amoklauf in Heidelberg: Biologie-Student (18) schoss mit Schrotflinte in Uni-Hörsaal um sich ++ Polizei nennt neue Details ++ Motiv weiter unklar

Ein 18 Jahre alter Student schoss am Montagmittag in einem Hörsaal der Uni Heidelberg um sich.
Ein 18 Jahre alter Student schoss am Montagmittag in einem Hörsaal der Uni Heidelberg um sich.
Foto: dpa

Heidelberg. Nach einem Amoklauf in Heidelberg mit zwei Toten laufen die Ermittlungen auf Hochtouren!

In Heidelberg hatte am Montag ein junger Mann (18) in einem Uni-Hörsaal mit einem Gewehr um sich geschossen und dabei mehrere Menschen verletzt! Anschließend soll er sich selbst getötet haben. Eines der Opfer, eine 23 Jahre alte Studentin, ist im Krankenhaus verstorben.

Heidelberg: Amoklauf auf Uni-Campus ++ Eine junge Frau stirbt, drei weitere verletzt

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Dienstag, 25. Januar

13.17 Uhr: Polizei gründet Ermittlungsgruppe ++ Priorität auf Motiv und Waffenherkunft

Die Polizei will mit einer Ermittlungsgruppe die Hintergründe des Amoklaufs an der Heidelberger Universität aufklären. Man habe eine Ermittlungseinheit namens „Botanik“ mit 32 Menschen gegründet, gab der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstag in Stuttgart bekannt.

Die Ermittler konzentrieren sich nach dem Amoklauf mit zwei Toten und drei Verletzten vor allem auf das Motiv des Attentäters und die Herkunft seiner Waffen. Es werde auch mit den Angehörigen des jungen Mannes gesprochen, sagte ein Polizeisprecher. „Die Eltern des Opfers haben ein großes Leid, aber auch die des Täters.“

Die Motivlage war am Dienstagvormittag noch unklar. Auch die Frage, wie der Biologie-Student an die beiden Waffen kam, von denen er eine für den Amoklauf nutzte, ist noch unbeantwortet. Es ist nur bekannt, dass der 18-Jährige die Gewehre vor wenigen Tagen im Ausland gekauft haben soll. Für den Anschlag wählte der 18-Jährige, der in Mannheim wohnte, eine Schrotflinte.

Amokläufer haben nach Ansicht des Polizeipsychologen Adolf Gallwitz bei tödlichen Angriffen wie dem in Heidelberg ein gemeinsames Denkmuster. „Er hat eine grandiose Art des Untergehens gesucht“, sagte er. „Ein Suizid war ihm letztlich einfach zu banal.“ Die Täter seien keine Einzelgänger und „auch nicht immer nur Leute, die schwer psychisch krank sind“.

Montag, 24. Januar

19.44 Uhr: Hatte der Amokläufer gezielt auf seine Opfer geschossen?

Der Polizeipräsident kann die Frage der Journalisten während der Pressekonferenz nicht hundertprozentig beantworten, ob der 18-jährige Tatverdächtige gezielt auf die Opfer geschossen habe. Er habe aber über 100 Schuss Munition im Rucksack gehabt, was für keine zielgerichtete Tat spreche.

19.19 Uhr: Motiv und Hintergründe des Amoklaufs noch unklar

Noch ist den Ermittlern unklar, aus welchem Motiv heraus der Tatverdächtige handelte. Dafür sei es noch zu früh, sagte Andreas Herrgen, Leiter der Staatsanwaltschaft Heidelberg, am Montagabend in Mannheim. Es gebe noch keine belastbaren Informationen dazu.

Der 18-Jährige habe kurz vor der Tat eine Whatsapp-Nachricht an seinen Vater geschrieben, in der er seine Tat ankündigte. Er wolle ,„Leute bestrafen“, so Kollmar. Außerdem wünsche er eine Seebestattung und keine Bestattung auf dem Friedhof, schrieb er dort. Die Ermittler haben noch am Nachmittag die Wohnung des 18-Jährigen und auch die seiner Eltern durchsucht und werten derzeit noch die Daten, auch die seines Handys, aus.

Er war nicht vorbestraft und hatte auch keinen Waffenschein. Weder der Mann noch nahe Angehörige hätten Waffen besitzen dürfen. Ermittelt werde nun auch, ob Dritte strafrechtlich zur Mitverantwortung gezogen werden müssen. Die Langwaffen hatte er sich zuvor offenbar im Ausland besorgt.

„Auch das werden wir noch verifizieren müssen, auch das werden wir noch nachvollziehen müssen“, betonte Kollmar. „Wir werden sein Umfeld jetzt durchleuchten in den nächsten Tagen, mit Hochdruck.“ Die Ermittler wollen alle seine Aufenthaltsorte und Gesprächspartner der vergangenen Tage überprüfen.

In der Vergangenheit habe bei dem 18-jährigen Biologie-Studenten der Uni Heidelberg eine psychische Erkrankung vorgelegen. Dem werden die Ermittler nun auch nachgehen.

19.11 Uhr: Polizeipräsident beschreibt den Tathergang des Amoklaufes

Siegfried Kollmar, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mannheim, beschreibt den Tathergang des Amoklaufes: Um 12.24 Uhr ging der Notruf ein. Drei Streifenwagenbesatzungen fuhren zunächst sofort zur Uni. Um 12.33 Uhr stürmten die Kräfte den Hörsaal. Keine 20 Minuten später (12.51 Uhr) wurde der Tatverdächtige tot aufgefunden. Doch es war noch nicht klar zu dem Zeitpunkt, wie viele Opfer es gab, ob es noch weitere Täter gab.

Über 400 Einsatzkräfte waren bei dem Amoklauf im Einsatz. Es stellte sich im Laufe des Einsatzes heraus, dass es sich um einen 18-jähriger deutschen Einzeltäter aus Mannheim handelte, der vier Personen in einem Hörsaal mit 30 Personen verletzte. Eine junge Frau (23) verstarb nach einem Kopfschuss im Krankenhaus. Zwei weitere Studentinnen und ein Student erlitten leichte Verletzungen.

19 Uhr: Pressekonferenz beginnt

Innenminister Thomas Strobl eröffnet die Konferenz und spricht von einer „ schrecklichen Gewalttat mit zwei Toten“. Er sagt unter anderem: „Wir sind mit den Gedanken bei den Angehörigen und auch bei denen, die das schreckliche Ereignis miterleben mussten.“

18.55 Uhr: Polizei warnt vor „Fake News“

Kurz vor der Pressekonferenz am Montagabend warnt die Polizei Mannheim bei Facebook vor der Verbreitung von Fake News. „Bitte verbreitet keine Fake-News, Spekulationen zu Motiven oder Infos, die als gutgemeinte Warnung getarnt sind weiter, die ihr nicht aus sicheren Quellen habt! Das hilft niemandem! Danke!“

18.45 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann „zutiefst betroffen“

Nach dem Amoklauf von Heidelberg hat sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) „zutiefst betroffen“ gezeigt. „Meine Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen - wir sind an ihrer Seite“, erklärte Kretschmann am Montag in Stuttgart. Er hoffe „inständig, dass die Verletzten wieder gesund werden“.

„Unsere Polizei ermittelt mit Hochdruck und tut alles dafür, um die Hintergründe der Tat schnell aufzuklären“, erklärte Kretschmann. Der Regierungschef dankte zugleich den Einsatz- und Rettungskräften für ihre Arbeit.

17.40 Uhr: Polizei kündigt Pressekonferenz noch am Abend an

Polizei und Staatanwaltschaft wollen noch um 19 Uhr unter anderem gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Eckart Würzner und der Wissenschaftsministerin Theresia Bauer weitere Details in einer Pressekonferenz nennen. Wir werden hier darüber berichten.

16.31 Uhr: Erstes Todesopfer war eine junge Frau

Das erste Todesopfer, das im Feuer beim Amoklauf gestorben ist, ist eine junge Frau gewesen. Der Täter habe ihr in den Kopf geschossen, hieß es am Montag aus Sicherheitskreisen.

16.21 Uhr: Oberbürgermeister Heidelbergs warnt vor Gerüchten und Spekulationen

Der Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, Eckart Würzner, meldet sich bei Facebook zu Wort. Er schreibt dort: Liebe Heidelberginnen und Heidelberger, der heutige Tag ist ein fürchterlicher für uns alle. Die Situation ist momentan undurchsichtig, deswegen bitte ich Sie, der Polizei Mannheim und Ihren Anweisungen zu folgen und keine vorzeitigen Spekulationen und Gerüchte zu verbreiten.“

16.15 Uhr: Studierende nach Amoklauf fassungslos – „Wir sind unendlich schockiert“

Nach dem Amoklauf auf dem Gelände der Universität Heidelberg zeigen sich Studierende fassungslos. „Wir sind unendlich schockiert. Das ist eine Katastrophe, die sich allem Denkbaren zwischen Vorlesungen, Klausuren und Unileben entzieht“, sagte Peter Abelmann, Vorsitzender der Verfassten Studierendenschaft, am Montag.

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) besuchte noch am Nachmittag den Tatort und zeigte sich erschüttert: „Ich bin entsetzt. Es lässt einen sprachlos zurück, wenn unschuldige junge Menschen im Hochschulbetrieb so etwas erleben müssen. Ich bin in Gedanken bei denen, die verletzt wurden und betroffen sind. Ich wünsche mir sehr, dass bald Genesung eintritt.“

16.07 Uhr: Amoklauf in Heidelberg - was wir wissen und was noch nicht

Aktuell hat die Polizei eine Entwarnung herausgegeben. Der Täter ist tot. Hier gibt es einen Überblick, was wir über den Amoklauf an der Uni Heidelberg schon wissen und was noch unklar ist >>>

15.57 Uhr: Ein Opfer erliegt seinen Verletzungen

Nach dem Amoklauf an der Universität in Heidelberg ist ein Opfer seinen schweren Verletzungen erlegen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Sicherheitskreisen.

15.31 Uhr: Polizei gibt Entwarnung in Heidelberg

Nach dem Amoklauf an der Universität Heidelberg hat die Polizei endgültig Entwarnung gegeben. „Wir gehen von einem Einzeltäter aus. Derzeit ist keine Gefahrenlage mehr gegeben“, teilte die Polizei am Montag mit. Nach momentanen Erkenntnissen soll der Täter bei laufender Vorlesung in einem Hörsaal mit einem Gewehr um sich geschossen und dabei vier Personen zum Teil schwer verletzt haben. Anschließend sei er in den Außenbereich geflüchtet. Der Täter sei tot.

15.28 Uhr: Universität informiert Studierende per Mail

Wie der „Spiegel“ berichtet, habe die Universität per Mail die Studierenden darum gebeten, den Bereich zu meiden. Es habe aber keine Notfallmail an die Mitarbeitenden gegeben:da gibt es nach Abstimmung mit der Polizei derzeit keinen Kommunikationsbedarf“, so eine Sprecherin des Universitätsklinikums zum „Spiegel“.

15.17 Uhr: Amokläufer hatte mehrere Gewehre dabei

Nach dpa-Informationen soll der Amokläufer mehrere Gewehre bei sich gehabt haben. Schließlich habe er sich auch selbst erschossen.

15.01 Uhr: Vier Verletzte ++ eines der Opfer in Lebensgefahr

Bei dem Amoklauf in Heidelberg hat es nach dpa-Informationen vier Verletzte gegeben. Eines der vier Opfer sei bei den Schüssen im Hörsaal der Universität lebensgefährlich verletzt worden, hieß es am Montag in Sicherheitskreisen.

14.29 Uhr: Amokläufer soll Student gewesen sein

Der Amokläufer von Heidelberg soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur selbst Student gewesen sein. Der Mann, der am Montagmittag in einem Hörsaal der Universität um sich schoss, habe nach ersten Erkenntnissen keine politischen oder religiösen Motive gehabt, hieß es in Sicherheitskreisen.

Er habe mehrere Langwaffen bei sich gehabt und soll sich schließlich selbst erschossen haben.

14.10 Uhr: Schütze tot ++ Polizei geht nicht von weiteren Tätern aus

Die Polizei erklärte: „Wir gehen nicht von weiteren Tätern aus.“ Zur Sicherheit werde das Gelände aber weiter abgesucht. Zur Identität der Verletzten und des Täters gab es zunächst keine Angaben.

Das Neuenheimer Feld vor den Toren der Heidelberger Altstadt ist derzeit weiträumig abgesperrt. Die Polizei forderte Autofahrer auf, das Gelände weiträumig zu umfahren, damit Rettungskräfte freie Fahrt haben. Dort befinden sich der Botanische Garten, Teile des Universitätsklinikums sowie die naturwissenschaftlichen Fakultäten der Universität.

13.50 Uhr: Amoklauf auf Campus des Heidelberger Uni

Wie die Polizei gegen 13.50 Uhr mitteilte, verletzte „ein Einzeltäter mehrere Personen in einem Hörsaal mit einer Langwaffe.“

Der Täter ist tot, heißt es in der Mitteilung der Mannheimer Polizei.

(at, js mit dpa)