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Deutsche Post: Schließungswelle trifft Kunden hart – wohin mit Briefen und Paketen?

Kunden der Deutschen Post müssen sich schon sehr bald auf schmerzhafte Einschnitte einstellen. Auslöser ist die Postbank.

Deutsche Post Postbank
u00a9 IMAGO/Michael Gstettenbauer

Deutsche Post: Päckchen nicht angekommen - was Du jetzt tun musst

Viele kennen das Ärgernis. Ihr habt etwas bestellt, doch das Päckchen ist nicht bei euch angekommen und ihr habt auch keine Benachrichtigung im Briefkasten? Euch sind die Hände dann nicht gebunden.

Diese Nachricht schreckte vor einigen Tagen Hunderttausende Menschen auf: Bei der Postbank steht eine massive Schließungswelle bevor. 250 der noch existierenden 550 Postbank-Filialen werden in den kommenden beiden Jahren dicht gemacht (>>> hier zum ausführlichen Bericht). Aber das ist längst nicht alles!

Ein anderer Aspekt dieser Nachricht geriet zur Randnotiz – obwohl er mindestens genauso viele Menschen trifft, und zwar längst nicht nur Kunden der Postbank. Denn die Schließungen wirken sich auch ganz erheblich auf die Deutsche Post und deren Kunden aus.

Deutsche Post verliert 350 Postbank-Standorte

Wie schon erwähnt: Die Postbank, einst ein DAX-Konzern mit mehr als 1000 Filialen, schrumpft bis Ende 2025 auf nur noch 300 Niederlassungen. Bisher werden dort im Regelfall auch Dienstleistungen der Deutschen Post angeboten, also zum Beispiel Pakete angenommen oder Einschreiben verkauft. Das ändert sich schon bald. Die Postbank verbannt die Deutsche Post zusätzlich aus 100 ihrer 300 verbleibenden Filialen. Künftig werden dort dann nur noch Bankgeschäfte angeboten. Im Klartext: Die Deutsche Post verliert unterm Strich 350 Standorte.

+++ Deutsche-Post-Kundin will Brief verschicken – und steht vor großem Problem: „Kann ja wohl nicht sein“ +++

Die heutige Realität sieht aber so aus, dass viele Menschen die Postbank-Filialen aufsuchen, um nicht etwa dort Geld abzuheben oder einen Kredit zu beantragen, sondern um zum Beispiel eine Retoure abzugeben oder Briefmarken zu kaufen. Aber natürlich gibt es auch Kunden, die es schätzen, an einem Ort zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Post- und Bankgeschäfte. Für sie alle werden die Veränderungen in den Filialen zu Einschnitten führen.

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Hinzu kommt, dass die Deutsche Post ohnehin an einigen Stellen Versorgungslücken im Filialnetz hat. So hatte die Bundesnetzagentur Anfang 2023 bemängelt, dass bundesweit – insbesondere im ländlichen Raum – 174 Post-Filialen fehlen, um der entsprechenden Verordnung gerecht zu werden.

Deutsche Post will stärker mit Einzelhandel kooperieren

Auf Nachfrage dieser Redaktion bei der Deutschen Post äußert sich Pressesprecherin Sarah Preuß auf eine Weise, die aufhorchen lässt. Man sehe die Filialschließungen bei der Postbank nicht etwa als Problem, sondern als Chance. Denn: „Unser breites und wachsendes Netz aus Partner-Filialen, DHL-Paketshops, Packstationen und Poststationen bietet große Flexibilität und ist bei unseren Kundinnen und Kunden sehr beliebt.“ Vor allem die meist längeren Öffnungszeiten der Partner-Filialen im Einzelhandel sowie die gute Erreichbarkeit und die Möglichkeit, mehrere Einkäufe auf einen Schlag zu erledigen, kämen gut an.

Daher wolle die Deutsche Post nach Möglichkeit überall dort, wo die Postbank Filialen schließt oder wo Post- und Paketdienstleistungen aus Postbank-Filialen herausgenommen werden, die Kooperation mit Partnern im Einzelhandel ausbauen.


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Was die von der Bundesnetzagentur bemängelten Versorgungslücken betrifft, betont Pressesprecherin Sarah Preuß, dass die Deutsche Post 99 Prozent aller Pflichtstandorte mit Filialen abdecke. Aufgrund von kurzfristigen Kündigungen von Filialpartnern könne es dennoch vorübergehend zu Vakanzen kommen: „An Standorten, an denen aufgrund von kurzfristigen Kündigungen Vakanzen entstehen, arbeiten wir unter Hochdruck daran, neue Filialen zu eröffnen.“

Die Deutsche Post verfügt nach eigenen Angaben über 37.500 stationäre Annahme- und Verkaufsstellen für Post- und Paketdienstleistungen – darunter aktuell rund 550 Postbank-Filialen. Bald sind es nur noch 200.