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Amazon-Kunden blicken am Cyber Monday überhaupt nicht mehr durch – „Bin total verwirrt“

Du hast am Black Friday oder Cyber Monday auf Amazon ein Schnäppchen gemacht – und jetzt fällt der Preis? Was du tun musst, liest du hier.

© IMAGO/Bihlmayerfotografie

Amazon Prime Day, was ist das?

Der Amazon Prime Day ist ein jährliches Sommer-Highlight von Shopping-Fans.36 Stunden lang findet exklusiv für Prime-Abonnenten eine Rabattschlacht statt.

Die Black Week und den Black Friday haben wir hinter uns. Jetzt noch den Cyber Monday abhaken, dann ist die größte Rabattschlacht des Jahres auch schon weitgehend geschafft. Von der kleinen Innenstadt-Boutique bis zu Weltkonzernen wie Apple und Samsung haben unzählige Händler mitgemacht. Besonders dick im Geschäft war dabei aber Amazon.

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Beim Marktführer des Online-Handels haben sich in den vergangenen Tagen Millionen Menschen mit Weihnachtsgeschenken, Unterhaltungselektronik, Spielzeug (>>>hier mehr dazu) und anderen Schnäppchen zu günstigen Preisen eingedeckt. Allerdings gibt es bei Amazon nicht nur am Black Friday und am Cyber Monday Rabatte, sondern mehr oder weniger ausgeprägt das ganze Jahr über. Auch nach dem 27. November werden also hier und da noch einmal die Preise purzeln – womöglich unter das Preis-Niveau der Black Week. Damit bei den Kunden nach dem Cyber Monday kein Frust aufkommt, hat Amazon jetzt ein besonderes Angebot.

Erstattung bei fallenden Preisen nach Cyber Monday

Auf der Webseite heißt es: „Wenn Sie vom 17. bis 27. November ein ,Black Friday Deal Angebot‘ kaufen, das von Amazon verkauft wird und dessen Preis vor dem 4. Dezember 23:59 Uhr MEZ weiter sinkt, erstatten wir automatisch die Differenz!“

Das klingt erst einmal sehr großzügig. Doch wie klappt das in der Realität? Offenbar gar nicht so toll, wie es sich im ersten Moment anhört. Zumindest gibt es auf mydealz.de eine lebhafte Diskussion zu dem Thema. Und aus den weit mehr als 300 Kommentaren lassen sich viele Erfahrungen herauslesen, die von Unverständnis und Enttäuschung geprägt sind.

Da schreibt zum Beispiel ein Nutzer: „Die Leute bei Amazon sind echt komisch. Hatte einen Repeater gekauft für 78 Euro, der kostet jetzt nur noch 68,99. Ich schreibe dem Kundendienst per Chat und frage, ob mir die 9,01 erstattet werden. Sie sagte, besser wäre zurücksenden und neu bestellen. Darauf ich: „Hä, das ist doch für beide Seiten viel mehr Aufwand“. Sie meinte, sie könnte mir 10 Prozent, also 7,80 Euro, zurückerstatten. Ich meinte, nein, dann schicke ich es aus Prinzip zurück. Darauf hat sie mir plötzlich 11 Euro noch was angeboten ^^ ich war total verwirrt und habe angenommen.“

Cyber Monday Amazon
Amazon verspricht, die Differenz zu erstatten, wenn Artikel nach einem Kauf während der Black Week günstiger werden. Foto: DER WESTEN / Frank Bergmannshoff

Aus den weiteren Kommentaren geht hervor, dass der Amazon-Kundendienst offenbar alles andere als einheitlich mit dem Thema umgeht. Ein Nutzer schreibt, er habe für eine nachträgliche reduzierte Powerbank nicht den Differenzbetrag zum ursprünglichen Preis bekommen, sondern „aus Kulanz einen 5-Euro-Gutschein“. Ein anderer Kunde hingegen hat nach eigenen Angaben bei Amazon eine Festplatte gekauft, die dann bei der Konkurrenz 30 Euro günstiger gesehen – und von Amazon eine Erstattung erhalten. Sein Fazit: „Einfach gut!“

Amazon-Insider: „Angestellte bekommen selten Infos“

Ein weiterer Nutzer berichtet von einer unerwarteten, aber sehr positiven Erfahrung: „Ich hab mal Besteck gekauft und dann aus dem Nichts ne Erstattung bekommen, weil’s das nochma günstiger gab die Woche danach.“ Ein komplett gegenteiliges Erlebnis schildert wiederum dieser Nutzer: „Funktioniert leider gar nicht. Chat weigert sich vehement, 15 Euro Differenz gutzuschreiben, obwohl der Nachlass 1 Stunde nach Bestellung auftrat. Geht der Artikel eben aus Prinzip zurück.“

Ein Nutzer kommt zu diesem Fazit: „Ich habe noch nicht erlebt, dass der Kundendienst die Aktion kannte, auch wenn sie dann die Differenz (oder vergleichbare Beträge) „aus Kulanz“ erstattet haben.“ Eine Einschätzung, die ein ganz besonderer Teilnehmer der Diskussion bestätigt. „Besonders“ deshalb, weil er angibt, selbst Mitarbeiter bei Amazon zu sein.


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Der „Insider“ plaudert aus dem Nähkästchen, seine Erklärungen sind durchaus aufschlussreich: „Die Angestellten bekommen selten Infos über Angebote“, berichtet er. Und weiter: „Was die Optionen betrifft, die den Kunden angeboten werden: Wir arbeiten mit einem System, welches uns durch Schaltflächen vorgibt, was wir tun können. Wir können nicht frei darüber entscheiden, wann ein Ersatz, eine Erstattung oder eine Rücksendung möglich ist. Das gibt das System für jeden Artikel vor. Was die Erstattung der Differenz betrifft bzw. die schlussendliche Erstattung: Es gibt manchmal Ausnahmeoptionen. Da kann man dann x Prozent vom Kaufpreis auswählen.“ Diese Variante ermögliche es den Amazon-Mitarbeitern, dem Kundenwunsch einigermaßen nahe zu kommen.

Was lernen wir daraus: Amazon-Kunden, die nach dem Cyber Monday eine Erstattung wünschen, brauchen offenbar eine Mischung aus Glück, Verhandlungsgeschick und Hartnäckigkeit, um an ihr Geld zu kommen.