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Aldi, Edeka und Co: Neues EU-Gesetz könnte Regale noch leerer fegen – SO wappnen sich die Supermärkte und Discounter

Ein neues EU-Gesetz könnte für Aldi, Edeka und Co. Probleme bereiten. So wappnen sich die Supermärkte und Discounter.

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Supermark vs. Discounter: Das ist der Unterschied

Mit Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und Co.gibt es in Deutschland viele verschieden Lebensmittelmärkte. Bei den einen handelt es sich um Supermärkte, bei den anderen um Discounter. Doch wo ist der Unterschied?

Aldi, Edeka und Co. aufgepasst! Denn das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten haben sich auf ein Gesetz zum Schutz des Regenwaldes geeinigt, das den Import von verschiedenen Waren und Rohstoffen aus Entwaldungsgebieten verbietet.

Ab 2023 fallen darunter unter anderem Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja, Holz, Gummi, Holzkohle, bedruckte Papierprodukte und Fleisch. Produkte, die diese Rohstoffe enthalten, fallen unter das neue Gesetz. Gegenüber dieser Redaktion erklärten Aldi, Edeka und Co., wie sie sich wappnen werden.

Aldi, Edeka und Co: Neues EU-Gesetz könnte Regale noch leerer fegen

Sollte beispielsweise ein Rind mit Soja gefüttert, das auf nach dem 31. Dezember 2020 abgeholzten Gebieten ausgebaut wurde, darf weder sein Leder noch Fleisch in die EU eingeführt werden. Wird das Rind in der EU gezüchtet und mit illegalem Soja aus dem Regenwald gefüttert, wird sein Fleisch ebenfalls illegal.

Auch bei Kakao und Palmöl in Lebensmitteln gilt dasselbe Prinzip. Die 27 EU-Staaten hoffen, damit die Abholzung des Regenwaldes zu reduzieren. Es werden Kontrollen bei einem bis neun Prozent der eingeführten Waren stattfinden.

Den Supermärkten und Discountern drohen Strafen in Höhe von bis zu vier Prozent des EU-weiten Jahresumsatzes eines Unternehmens. Bevor das neue Gesetz in Kraft tritt, muss es von der EU noch formal gebilligt werden. 18 Monate haben unter anderem Aldi, Lidl und Co. Zeit, die neuen Regeln umzusetzen.

So wappnen sich die Supermärkte und Discounter

Und wie wappnen sich die Unternehmen nun? Betrifft das viele Produkte? Auf Anfrage dieser Redaktion erklärte Edeka, dass auch weiterhin eine ausreichende Belieferung der Märkte mit den genannten Produkten sichergestellt werden kann. „Bei kritischen Rohstoffen setzen wir seit langem auf eine nachhaltigere Erzeugung und haben unsere Lieferketten bereits entsprechend umgestellt, so dass auch hier die Versorgung gewährleistet bleibt. Unsere Kundinnen und Kunden können sich auch weiterhin auf eine hohe regionale Sortimentsvielfalt und ein umfangreiches Service-Angebot verlassen, auch und gerade an unseren Frischetheken.“


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Bei Rewe gibt es seit Jahren eine ganzheitliche Betrachtung der Lieferkette. „Zudem unterziehen wir unsere Lieferanten regelmäßigen Risikoanalysen, die spezifische Länder-, Branchen- und Rohstoffrisiken abdecken. Hierfür setzen wir neben eigenen Tools auch die Analysetools etablierter Anbieter ein. Hinzu kommen individuelle Maßnahmen zur Prävention etwaiger Risiken bei den jeweiligen Eigenmarken-Lieferanten und -Partnern“, erklärt das Unternehmen.

Versorgung der Lebensmittel gesichert

Aldi Süd und Nord erklären, dass sie ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst seien und die neue EU-Verordnung ausdrücklich unterstützen. „Am 30. November 2022 haben wir den Appell an die EU unterzeichnet, um die Aufnahme von bewaldeten Ökosystemen wie dem Cerrado, der artenreichsten Savanne der Welt, in die EU-Verordnung gegen Entwaldung zu unterstützen und diese somit besser schützen zu können.“

Dem Unternehmen nach ergreift Aldi Süd bereits seit 2010 Maßnahmen gegen die Entwaldung, „sodass bereits heute Palmöl, Holz und Kakao in den Aldi-Eigenmarken gänzlich zertifiziert sind. Bis 2025 möchte das Unternehmen in seinen Lieferketten zudem nur noch nachhaltige Sojafuttermittel bei tierischen Produkten einsetzen.“