Markus Lanz (ZDF): Gäste streiten über Jens Lehmann – war seine Ächtung eine „Überreaktion“?

Das ist Markus Lanz

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Was darf man in Deutschland sagen? Gibt es noch Meinungsfreiheit oder wird die Debattenkultur zu stark eingeschränkt? Darüber diskutiert Markus Lanz am Mittwochabend mit seinen Gästen.

Besonders über den Fall Jens Lehmann wird dabei intensiv in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz gesprochen.

Markus Lanz (ZDF): Gäste streiten über Jens Lehmann - war seine Ächtung eine „Überreaktion“?

„Zeit“-Herausgeber Giovanni di Lorenzo beklagt die Unerbittlichkeit darin, Menschen in Schubladen zu packen. Hier geht er auf das Beispiel Jens Lehmann ein. Diesem sei eine „Panne“ passiert, als er versehentlich eine beleidigende Nachricht an Dennis Aogo selbst geschickt habe, als er diesen auf Sky im Fernsehen sah. Er hatte Aogo als „Quotenschwarzen” bezeichnet, was diesen „sehr verletzt und sehr getroffen habe“. Anschließend hatte Lehmann um Entschuldigung gebeten, was von Aogo auch angenommen wurde.

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Die Gäste bei Markus Lanz am 30. Juni:

  • Giovanni di Lorenzo: Herausgeber der „Zeit“
  • Emilia Roig: Autorin und Aktivistin
  • Thea Dorn: Autorin und TV-Moderatorin
  • Sascha Lobo: Blogger

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„Was passiert dann: Er verliert den Großteil seiner Geschäftspartner, er verliert seinen Posten als Aufsichtsrat von Hertha BSC“, so di Lorenzo. Außerdem habe er noch Hausverbot in seinem Jugendverein bekommen.

„Es ist eine solche Ächtung, es geht so ans Grundsätzliche, so dass sich da bei Leuten schon Unbehagen rührt. Dass sie sagen: Der Spruch ist unmöglich, aber das ist zu hart. Das war ein Fehler, aber man muss auch irgendwann mal jemanden zugestehen, dass er sich rehabilitiert“, meint der Publizist.

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Markus Lanz (ZDF): Gast Sascha Lobo erkennt „Lernkurve“ bei Jens Lehmann

Blogger Sascha Lobo sieht es anders. Es sei bei Jens Lehmann nach dem Vorfall ein Lernprozess in Gang gekommen, was man auch in seinem Interview mit der „Zeit“ lesen kann.

„Ja, dieser Mann hat Schaden davongetragen, aber ich glaube der Schaden rührt daher, dass man unterstellt hat - ich weiß nicht, ob zurecht oder zu unrecht - dass hinter so einem Begriff, den er benutzt hat, eben auch eine rassistische Denkweise vorhanden sein kann“, so Lobo.

Insofern sei es doch positiv, dass nun eine gute Lernkurve zu verzeichnen sei. In den Medien würden nur die Extremfälle Aufmerksamkeit bekommen, in der Regel laufe es im Bekanntenkreis oder unter Arbeitskollegen genau so ab, dass jemand Widerspruch erfährt, es zunächst einen „Zusammenprall” gibt – und dann oft ein Lernprozess einsetze. Die Kritisierten würden dann „den Begriff nicht mehr verwenden, weil sich Leute davon verletzt fühlen.“

Thea Dorn bei Markus Lanz (ZDF): „Überreaktion“

Autorin Thea Dorn findet es jedoch schwierig zu sagen, dass es solche Bestrafungen für den Lerneffekt brauche. „Man kann doch auch Lernprozesse in Gang setzen, ohne dass man Herrn Lehmann vorher aus dem Aufsichtsrat feuert”. Das sei doch eine „Überreaktion“, so Dorn.

Die ganze Talkshow von Markus Lanz kannst du hier in der ZDF-Mediathek ansehen.

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