Veröffentlicht inPromi-TV

„Die Höhner“: Spitze gegen Ballermann-Stars – Patrick Lück wird deutlich

„Die Höhner“ mussten schon so manchen Hit gegen Kritiker verteidigen. Im exklusiven Interview ziehen sie den Vergleich zu anderen Musikern.

© IMAGO/Funke Foto Services

Karnewat? 7 Gründe, warum das Ruhrgebiet nicht jeck ist

Während das Rheinland Karneval feiert, konzentriert sich der Pott auf die wichtigen Dinge des Lebens.

Seit stolzen 50 Jahren rocken sie die Bühnen hierzulande und sorgen mit ihren Liedern stets für gute Stimmung bei den Karnevalsfans: „Die Höhner“ sind Kult. Zu Hits wie „Viva Colonia“, „Prinzessin“ oder „E Levve lang“ schunkeln Karnevalisten und Schlagerfans jedes Jahr aufs Neue.

Doch gerade manch klassischer Hit der „Höhner“ könnte vielleicht heutzutage aufgrund seiner Texte für (Sexismus-)Kritik sorgen. „Die Höhner“ stehen aber hinter all ihren Werken – und verteidigen sich gegen etwaige Vorwürfe.

„Die Höhner“ über Text-Kritik: „Man muss heute vorsichtig sein“

„Dicke Mädchen haben schöne Namen, heißen Rosa, Toska oder Carmen…“, heißt es in einem der bekanntesten „Höhner“-Lieder „Dicke Mädchen haben schöne Namen“. Doch würde ein solcher Text heute noch ohne Sexismus-Kritik und Social-Media-Shitstorm veröffentlicht werden können?

„Die Höhner“-Frontmann Patrick Lück hat dazu eine klare Einstellung: „Gerade auch in der Kunst sind viele Sachen mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Man muss heute vorsichtig sein, man muss mit Sicherheit darauf achten, dass man nicht persönlich wird, dass man niemanden angreift.“

Genau das liege den „Höhnern“ bereits seit der Gründung vor 50 Jahren fern, wie der Sänger betont. Doch selbst wenn ein Text vielleicht mal angreifbar zu verstehen wäre, plädiert Lück dafür, sich zunächst mit den Inhalten zu beschäftigen „und einfach auch mal einen Satz stehen lassen, der vielleicht mit einem Augenzwinkern gemeint ist.“

„Die Höhner“: Sexismus-Vorwürfe gegen Hotel in Köln

Erst im Januar 2023 stand ein „Höhner“-Hit von 1979, „Blotwoosch, Kölsch un e lecker Mädche“, in der Kritik, nachdem das Lindner-Hotel in Köln mit der Zeile Werbung für die hauseigene Bar „Veedelseck“ gemacht hatte. Eine Anwohnerin beschwerte sich über die angebliche „sexistische Außenwerbung“, schrieb laut „Express“: „Das Zitat des Liedes der Höhner‚Blootwosch, Kölsch und e lecker Mädche‘ suggeriert, Männer könnten neben Essen und Trinken bei Ihnen auch Mädchen ‚genießen.“ Sie empfinde das Zitat in ihrer Message „als nicht zeitgemäß und diskriminierend.“

+++ „Die Höhner“: Irres Geständnis! Nachfolger steht bereits in den Startlöchern +++

Der Hotel-Chef kam der Aufforderung der Frau, die Werbung zu entfernen, nicht nach, empfindet den Satz als „kölsches Kulturgut“. Und auch „Höhner“-Keyboarder Micki verteidigt den Titel gegenüber dieser Redaktion. „Das, worüber sich echauffiert worden ist, war der Beweis dafür, dass man gar nicht weiß, was das heißt. Das ist 0,0 despektierlich, sondern es ist ein Kompliment. Und wir haben dieses Lied voller Inbrunst in der ganzen Session gespielt und sind dafür gefeiert worden.“ Die „kölsche Wahrnehmung“ unterscheide sich an dieser Stelle also klar von dem medialen Shitstorm, den die Beschwerde der Kölnerin auslöste.

„Die Höhner“: „Ich würde mich nicht irgendwo hinstellen und ‚Bumsbar‘ singen“

Gerade in Hinblick auf andere Genres verteidigt Micki die Texte der „Höhner“, nimmt die deutsche Rap-Szene als Beispiel: „Im Deutschrap ist alles erlaubt. Da sind die unmöglichsten Formulierungen und Beschimpfungen gestattet  und alle sagen: Das ist voll cool. Und wenn du bei uns mit einem Augenzwinkern auch mal irgendwas loslässt, dann kommt: Das kann man so auf keinen Fall machen. Das sind unterschiedliche Wertungen.“

Und auch in Sachen Party-Schlager am Ballermann gibt es teils umstrittene Textzeilen. Patrick Lück kann dem Genre nicht viel abgewinnen: „Ich gehe jetzt mal auf die Mallorca-Schiene. Da steht auch jegliche Altersklasse von Frau oder Mann und singt das mit.“


Mehr Nachrichten haben wir hier für dich zusammengestellt:


Zwar habe es bei Titeln wie „Layla“ auch Diskussionen gegeben und „nach ‚Layla‘ kamen halt unzählige andere. Ich kenne die alle gar nicht, aber ich kann mich mit den Texten überhaupt nicht identifizieren. Ich würde mich nicht irgendwo hinstellen und singen ‚Bumsbar‘ oder so. Entschuldigung“, wird der „Höhner“-Frontmann deutlich.