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Devid Striesow über neue ARD-Serie: „Bisschen wie Kindergeburtstag“

Devid Striesow schlüpft in „Das Fest der Liebe“ wieder in die Rolle des Thorsten Meurer. Ein Gespräch über Weihnachten und Unterschiede.

© ARD Degeto/Gulliver Theis

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Er ist einer der bekanntesten Schauspieler des Landes und einer der talentiertesten noch dazu: Devid Striesow. In der ARD mimte der 50-Jährige den „Tatort“-Kommissar Jens Stellbrink, im Kino sah man Striesow unter anderem als Hape Kerkeling in der Verfilmung des Bestsellers „Ich bin dann mal weg“.

Und auch zu Weihnachten dürfen sich die ARD-Zuschauer auf eine neue Serie mit Devid Striesow freuen. In „Das Fest der Liebe“ schlüpft der gebürtige Rügener wieder in die Figur des Thorsten Meurer, die er bereits in der Impro-Reihe „Das Begräbnis“ bekleidet hatte. Wir haben mit dem Schauspieler gesprochen.

Es ist nicht gerade das besinnliche Weihnachten aus dem Märchen, das in „Das Fest der Liebe“ gefeiert wird. Gab es bei Ihnen auch schon privat ein „Weihnachts-Drama“?

Oh Gott, ein Weihnachts-Drama gibt es in meiner Biografie gar nicht so richtig. Ich habe mal allein Weihnachten gefeiert, aber das würde ich nicht als Drama bezeichnen. Das war eher angenehm.

Inwiefern?

Insofern, dass man sich mal auf sich selbst besinnen kann und wirklich nur die Abläufe machen kann, die man gerade so nach vorne stellt. Das war weniger schrecklich, als ich es mir vorgestellt habe. Das war leider unumgänglich, weil meine Familie weit weg war. Aber hinterher war es auch eine gute Erfahrung. Ein schreckliches Weihnachten, so wie es in unserer Serie aus dem Ruder läuft, das habe ich noch nicht erlebt.

Keine Entführung an Weihnachten – das ist beruhigend.

Keine Entführung, und das gilt nicht nur für Weihnachten (lacht).

Wie kann ich mir das vorstellen? Was haben Sie an Ihrem Weihnachtsabend alleine gemacht?

Ich war in der Kirche, ich habe mir selbst was gekocht, ich war spazieren, ich habe Weihnachtsmusik gehört, die ich toll finde (den Thomaner-Chor beispielsweise). Das war ganz prima. Lässt sich mit Kindern natürlich nicht wiederholen. Ich sitze ja nicht alleine irgendwo und die woanders. Das kann ich keinem antun.

Fest der Liebe
„Das Fest der Liebe“ beginnt alles andere als weihnachtlich. Foto: ARD Degeto/Gulliver Theis

Das Fest der Liebe“ ist eine Impro-Serie. Wie kann man sich das vorstellen? Das ist ein bisschen wie Kindergeburtstag. Man wird in die Geschichte reingeschmissen, mit der Rollenbiografie, die man sich erarbeitet hat. In diesem Fall konnten wir schon ein wenig auf unsere Erfahrung aus ‚Das Begräbnis‘ zurückgreifen, haben uns in der Rolle schon einmal ausprobiert. Das war sehr hilfreich. Aber die großen Abläufe, dass es zu der Entführung kommt, die sind natürlich im Vorfeld geplant: Dazu braucht man Requisiten, dazu braucht man bestimmte Rollen. Trotz allem entspringen die Dialoge und die anderen Dinge, die passieren, unserer Fantasie. Eine spannende Herausforderung, aber es ist natürlich auch mördermäßig anstrengend.

Die Figur des Thorsten Meurer weist Parallelen zu ihrer Biografie auf. Sie sind beispielsweise beide in der ehemaligen DDR geboren. Der Ost-West-Konflikt ist ein wichtiger Teil der Serie …

Da besucht die ärmere Ost-Familie die reiche West-Familie. Dieses Aufwachsen in der DDR bringt man natürlich mit. Ich bin nun nicht auf dem Land groß geworden, sondern in der Stadt, aber Ost-sozialisiert – klar. Man weiß schon, wie einige Biografien nach der Wende sehr nach Halt, einer Zukunft, einer Perspektive gesucht haben. Aber auch, wie einige den Bach heruntergegangen sind. Daran orientiert man sich in dem Charakter des Thorsten Meurer. Er hat auch viel versucht und viele Unternehmungen in den Sand gesetzt.


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Die Wiedervereinigung liegt über 30 Jahre zurück. Sehen Sie noch Unterschiede zwischen Menschen aus Ost und West? Vielleicht auch bezogen auf Weihnachten.

Jetzt feiere ich persönlich in Österreich. Da ist es noch einmal ein bisschen anders. Da gibt es beispielsweise keinen Weihnachtsmann, sondern das Christkind. Und es gibt auch ganz andere Gerichte. Das ist schon ein deutlicher Unterschied. Die Gans beispielsweise gibt es schon zu Martini (Anm. d. Red.: St. Martin). Dann gibt es ein anderes Menü zu Heiligabend und den anderen Feiertagen. Da wird zum Glück auf mich Rücksicht genommen. Wenn ich beispielsweise beim Martinigans-Essen nicht dabei war, kommt zu Weihnachten noch eine Gans auf den Tisch. Darauf lege ich schon wert. Auch was die Weihnachtsmusik angeht, gibt es Unterschiede. Wir spielen jetzt zum Beispiel viele amerikanische Lieder. Was für mich auch ziemlich neu war. Aber ich höre mir das gerne an.

Die ARD zeigt die vier Episoden von „Das Fest der Liebe“ pünktlich vor Weihnachten. Am 23. Dezember geht es um 17.15 Uhr mit der ersten Episode „Die Ankunft“ los. Im Anschluss folgt um 17.55 Uhr „Die Bescherung“, um 18.40 Uhr „Alpha Modus“ und um 19.25 Uhr „Weihnachten in der Familie“. Wer nicht so lange warten möchte: Ab dem 15. Dezember sind die Folgen bereits in der ARD-Mediathek abrufbar.