„Markus Lanz“: Regisseurin spricht über Sex-Roboter – an einer Stelle wird es Lanz zu viel

Markus Lanz.
Markus Lanz.
Foto: imago images

Es ist für viele Menschen eine verwirrende Vorstellung: Sex mit einer Puppe, mit einem Roboter. Mit einem Wesen, das nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Silikon, Plastik und Metallen besteht. Am Mittwoch thematisierte auch Markus Lanz das Thema in seiner ZDF-Talkshow.

Markus Lanz hatte dazu die Regisseurin Isa Willinger eingeladen. Die 39-jährige Dokumentarfilmerin hatte zuletzt den Film „Hi AI“ in die Kinos gebracht. Der Film behandelt das Thema künstliche Intelligenz. Berichtet unter anderem auch über den Fall eines texanischen Mannes, der mit einer Roboter-Frau zusammenlebt.

Markus Lanz: Sex-Thema verwirrt Lanz

Ein Thema, das Markus Lanz zutiefst zu verwirren scheint. So berichtet Willinger über ihren Protagonisten Chuck. Einen Mann, der in seiner Kindheit Gewalt erfahren musste, der nicht in der Lage ist, eine „herkömmliche“ Beziehung zu leben und daher das Experiment eingeht, mit einer eigens für ihn hergestellten Roboterfrau zu leben.

Im Anschluss zeigt Markus Lanz einen kurzen Ausschnitt aus dem Film. Er zeigt, wie Chuck mit der Puppe in den Urlaub fährt. Sich mit ihr die Sterne anschaut und sie mit an den Strand nimmt. Immer wieder hakt der Moderator ein: „Frau Willinger, das war eine Puppe, die er da zum Strand getragen hat, oder?“ Er scheint kaum zu glauben, was er da sieht.

Sex-Roboter werden noch nicht serienmäßig hergestellt

Und doch, die Szenerie ist real. Die Puppen werden wirklich hergestellt. Derzeit zwar noch als Prototyp. Die eigentliche Produktion soll aber nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ein Fakt, der Lanz beunruhigt.

Vor allem, dass die Puppen ein Partnerersatz sein sollen, macht ihm Angst. „Ist das die Zukunft? Und das wirklich etwas, was wir wollen?“, fragt er die Regisseurin mit leiser Stimme. Man merkt, ihm behagt das Thema ganz und gar nicht.

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Sex-Roboter ein Nischenprodukt

Irgendwo auch verständlich. Doch die Regisseurin beruhigt ihn und erklärt, dass es sich bei der Sexpuppe um ein spezielles Nischenprodukt handelt. Doch auch da hakt Lanz wieder ein: „Naja, aber Einsamkeit ist ein riesiges Thema. In Großbritannien gibt es ein Einsamkeitsministerium. So ein Nischenthema ist das nicht!“

Ein Einwand, den Willinger zwar gelten lässt, aber dadurch relativiert, dass die meisten Menschen eher mit einem echten Partner zusammenleben wollen. Es ist jedoch nicht nur die Anwendungsform der Sexualität, bei der die Roboter tätig werden. Auch in der Demenzbekämpfung konnte mit einer künstlichen Robbe bereits gute Erfahrungen gemacht werden.

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„Das ist wahnsinnig!“

Und doch, die Sorge bei Markus Lanz scheint immer noch groß zu sein. So berichtet er, dass der Digital-Assistent „Alexa“ eine Höflichkeitsform erhalten soll. Diese soll dafür sorgen, dass die Nutzer bitte und danke zu Alexa sagen müssen, bevor diese etwas tut.

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„Das ist vollkommen wahnsinnig“, so Markus Lanz entsetzt. Jetzt scheint es ihm endgültig zu viel zu werden. Dinge würden immer mehr miteinander verschmelzen. Seine Angst: Irgendwann würde nicht mehr klar sein, wo Mensch und wo Maschine ist.

Ob es wirklich dazu kommen wird, ist unklar. Ganz so Schwarz malen will Regisseurin Willinger aber nicht: „Da kann man entwarnen. Je mehr wir mit den Maschinen interagieren, desto bessere Antennen werden wir auch entwickeln.“

 
 

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