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Sandra Maischberger (ARD): Kevin Kühnert rastet aus – „Das geht mir auf die Nerven“

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Foto: Screenshot / ARD

„Reiche sind rücksichtslos, egoistisch und gierig“. Einer Umfrage nach denkt das die Hälfte aller Deutschen. Sandra Maischberger machte sich das zum Aufhänger für ihre Sendung am Mittwoch. Das Thema: „Attacke auf die Reichen: Beschimpfen, besteuern, enteignen?“

Der Talk drehte sich darum, ob das Geld in Deutschland gerecht verteilt ist. Wohneigentum und die Verteilung der Steuerlast wurden diskutiert. Maischberger lud dazu sechs Gäste ein:

  • Kevin Kühnert, Juso-Chef
  • Werner Mang, Schönheitschirurg
  • Marie Christine Ostermann, Unternehmerin
  • Michael Prütz, linker Aktivist
  • Rainer Hank, Wirtschaftspublizist
  • Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin der taz

Maischberger: Wohnraum muss bezahlbar bleiben

Kevin Kühnert findet, jeder brauche Wohnraum. Und beim Wohnen dürfe es nicht um Gewinnmaximierung gehen. Die Mieten in Großstädten steigen allerdings weiter.

„Die Leute müssen da wohnen, wo ihre Arbeit ist“, sagt Ulrike Herrmann. Deswegen seien sie erpressbar, könnten nicht einfach in eine günstigere Stadt ziehen und hätten keine andere Wahl, als horrende Mietpreise zu akzeptieren.

Sind Enteignungen die Lösung des Mietproblems?

Radikal klingt die Forderung nach Enteignung von großen Wohnungskonzernen. Eine Berliner Initiative sieht darin die Möglichkeit, Mieten niedrig zu halten. Laut Grundgesetz ist das prinzipiell möglich, bisher wurde der entsprechende Artikel 15 allerdings noch nicht angewendet. Das fordert die SPD-Jugendorganisation, von denen Kühnert der Bundesvorsitzende ist.

Werner Mang, der selbst Immobilien besitzt, gefällt die Idee nicht. Lieber solle man den privaten Wohnungsbau fördern. Er fühlt sich in die Vergangenheit katapultiert: „Wollen Sie die DDR zurückhaben?“.

„Diese Polemik geht mir auf die Nerven“, wirft Juso-Chef Kühnert Werner Mang nach dieser Aussage vor. Konzerne ließen die Infrastruktur ihrer Immobilien verrotten.

Dazu wählt er ein polarisierendes Beispiel: „Da fallen Fahrstühle aus, da sitzen Leute tagelang im 9. Stock und kommen nicht runter – das ist die Realität und darüber müssen wir Herr werden!“ Ob Enteignungen für ihn das geeignete Mittel dagegen sind, lässt er offen. (vh)