Sie flüchtete vor ihrem Ehemann: Ich wurde von kriminellem Araber-Clan zwangsverheiratet und misshandelt

Eine Frau in einem Hotelzimmer. (Symbolbild)
Eine Frau in einem Hotelzimmer. (Symbolbild)
Foto: Thomas Koeh ler/photothek.net / imago/photothek
  • Bei „stern TV“ hat eine Frau ausgepackt, die mit einem arabischen Clan-Mitglied verheiratet und geflohen ist
  • Laut der Frau wurde sie zwangsverheiratet und vergewaltigt
  • Ihre Anschuldigungen gegen die Clan-Welt wiegen schwer

Berlin.  Nicht erst seit den jüngsten blutigen Auseinandersetzungen von Clan-Mitgliedern in Berlin ist das Milieu der arabischen Großfamilien ein großes Thema in Deutschland. Einige Clans terrorisieren ganze Stadtviertel, ignorieren die Gesetze des deutschen Staats und bereichern sich durch organisierte Kriminalität.

Für die Justiz ist das vor allem ein Problem, weil nur selten jemand aus der verschworenen Clan-Gemeinschaft ausbricht und Beweise für die dunklen Machenschaften liefert. Umso interessanter ist es, wenn doch mal jemand etwas darüber erzählt, wie es im Inneren der Clans zugeht – so wie jetzt bei „stern TV“.

Das RTL-Magazin zeigte am Mittwoch einen Beitrag, für den die Macher eine Aussteigerin interviewt haben. Eine Frau, die, wie sie sagt, von den eigenen Eltern mit einem Clan-Mitglied zwangsverheiratet, zum Sex gezwungen und dann dafür benutzt wurde, dass ihr Ehemann mit einem Hochzeitsvisum nach Deutschland einreisen durfte.

Frau wurde sich von Clan-Mitglied zur „Ware“ degradiert

Leila, wie die in Deutschland geborene Frau, die anonym bleiben will, in dem Beitrag genannt wird, sagt, damals habe man ihr vorgegaukelt, es ginge nur in den Familienurlaub in den Libanon. Doch auf einmal habe es geheißen, dass sie jetzt heiraten müsse – und ein Clan-Mitglied sei zu ihr gekommen. „Ich wurde als Ware hingestellt“, sagt die heute 25-Jährige. „Er kam rein, um mich zu beurteilen.“

Später sei sie eingesperrt und vergewaltigt worden, heißt es in dem Beitrag. Alles habe aus Sicht des Clans nur den Zweck gehabt, dass ihr neuer Ehemann mit ihr nach Deutschland übersiedeln konnte – mit einem Hochzeitsvisum. Von Liebe: keine Spur. Leila ist sogar der Meinung: „Wenn man die Frauen aus den Clans fragen würde, würde keine sagen, dass sie freiwillig verheiratet ist.“

In Deutschland habe der Clan ihres Ehemanns Geld mit Drogen, mit Frauen- und Waffenhandel verdient. Irgendwann sei ihr das alles zu viel geworden – sie ergriff die Flucht, lebt heute in einem Versteck, wie sie sagt.

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Clan-Aussteigerin lebt in „ständiger Angst“

Komplett lösen von den Gedanken an den Clan könne sie sich aber nicht, sagt Leila – allein schon aus Sorge um ihre Sicherheit. „Ich lebe in ständiger Angst, dass ich gefunden werde“, sagt die junge Frau.

Sie wünsche sich aber wieder Kontakt zu ihrer Stamm-Verwandtschaft, wenn auch nicht mit den Eltern, mit ihnen hat sie wegen der Zwangsehe gebrochen. Aber mit dem Rest ihrer „alten“ Familie möchte sie wieder zusammenkommen. „Ich wünsche mir, meine Geschwister wiederzusehen und mit ihnen zu lachen.“

(ba)

 
 

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