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CDU: Jens Spahn wirbt für Impfungen – doch das geht nach hinten los: „Langsam wird es grotesk“

CDU: Jens Spahn wirbt für Impfungen – doch das geht nach hinten los: „Langsam wird es grotesk“

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CDU-Minister Jens Spahn hat mit einem Tweet zur Corona-Impfung viele Menschen gegen sich aufgebracht. (Archivfoto) Foto: picture alliance/dpa

Gesundheitsminister Jens Spahn ist seit Beginn der Corona-Pandemie gefragt wie noch nie. In seiner Rolle kann der CDU-Minister aber nicht nur glänzen – mit irreführenden Aussagen oder Ankündigungen, die er nicht immer halten konnte, sorgte der CDU-Politiker für Wut bei vielen Menschen in der Bevölkerung.

Zuletzt geriet der 41-Jährige mit der Aufhebung der Impfpriorisierung in die Kritik – auch die Freigabe des Corona-Impfstoffs Biontech für Kinder ab zwölf Jahren ist für viele nicht nachvollziehbar. So zieht der CDUler mit einem gut gemeinten Versuch, die Menschen zur Impfung zu bewegen, Unmut auf sich.

CDU: Gesundheitsminister Jens Spahn wirbt für mehr Impfungen

Die Impfkamapgne der Bundesregierung ist im vollem Gange. Rund 46 Prozent der Deutschen haben mittlerweile ihre Erst-Impfung erhalten, viele andere warten allerdings noch.

Doch es gibt auch Menschen, die aktuell kein Interesse an einer Corona-Impfung haben – die will CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn mit einem Appell auf Twitter überzeugen.

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Das ist CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn:

  • Jens Georg Spahn wurde am 16. Mai 1980 in Ahaus geboren
  • er ist seit 2002 Mitglied des Bundestages
  • er ist seit dem 14. März 2018 Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Merkel IV.
  • seit Januar 2021 ist er stellvertetender Parteivorsitzender der CDU
  • er ist seit 2017 mit Daniel Funke verheiratet

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Mit Blick auf die nüchternen Fakten über den aktuellen Impfstatus in Deutschland stellt der Minister am Dienstag fest: „Wollen wir eine Impfquote von über 75 Prozent erreichen, müssen wir mindestens noch 15 Mio. Menschen überzeugen.“

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Klar ist: Für die sogenannte Herdenimmunität müssten etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung gegen Corona geimpft werden, heißt es auf einer Infoseite der Bundesregierung.

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CDU: Jens Spahn in der Kritik – „Es fällt schwer, hier auf die Beschimpfungen zu verzichten“

Daher mag der Appell von Spahn richtig sein – doch er kommt zu einer Zeit, in der Deutschland zu wenig Impfstoff für alle Impfwilligen hat. Deshalb lässt die Kritik vieler nicht lange auf sich warten:

  • „Ich versuche ernsthaft ruhig zu bleiben, wenn ich sowas lese. Außerdem möchte ich eigentlich nicht in Großbuchstaben schreiben WIR MÜSSEN DIE NICHT ÜBERZEUGEN, DIE WOLLEN GEIMPFT WERDEN, DIE REISSEN SICH EIN BEIN AUS FÜR EINEN TERMIN! WIR BRAUCHEN IMPFSTOFF MAN, IMPFFUCKINGSTOFF!“
  • „Mir mangelt es nicht an Überzeugung. Ich bin 58, Prio3, seit Januar im Impfportal registriert, stehe auf mittlerweile sieben Wartelisten – es scheitert an Ihnen, nicht an mir.“
  • „Überzeugen? Lachhaft. Schafft genug Impfstoff ran!“
  • „Langsam wird es grotesk. Sie wollen tatsächlich das Bild vermitteln, dass es nicht am fehlenden Impfstoff, sondern an der Impfbereitschaft liegt. Das ziehen Sie jetzt voll durch.“
  • „Es gibt noch auf Monate hinaus mehr Impfwillige als Impfstoff. Statt jetzt immer wieder stupide fürs impfen zu werben, sollten Sie dafür sorgen, dass Stiko und Länder den Eltern der 12-15-Jährigen das Impfen nicht madig machen, sondern dass alle auch tatsächlich Jugendliche impfen.“
  • „Lieber Herr Spahn, ich kenne eine ganze Reihe von Menschen, die sehr viel Zeit investiert haben, um ihren Namen auf verschiedene Wartelisten zu setzen. Die keinen Termin haben obwohl bis Montag Prio 3. Was hat das mit Überzeugung zu tun? Sie betreiben Augenwischerei.“
  • „Es ist zum kotzen. Jetzt tut der so, als ob wir daran schuld seien. Dabei stehe ich seit Wochen auf der Liste meines HA. Der bekommt halt nur nicht annähernd genug Impfstoff. Und wenn jetzt die Jugendlichen auch schnell geimpft werden sollen, dann wird das ja noch langsamer.“
  • „Ich frage mich ernsthaft in welchem Universum Sie eigentlich leben?“
  • „Es fällt schwer, hier auf die Beschimpfungen zu verzichten, die einem auf der Zunge liegen. Ich muss nicht überzeugt werden. Ich versuche seit Wochen im BaWü einen Termin zu bekommen. Wenn ich sowas lese empfinde ich nur noch Hass und Wut.“

Viele Twitter-User fordern sogar den Rücktritt des CDU-Minsters und sind der Meinung, er schiebe die Schuld an den Mängeln der Impfkampagne von sich, ebenso wie die Verantwortung.

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Unter dem Beitrag, zu dem fast 2.000 – überwiegend negative –Kommentare geäußert werden, helfen sich einige User. Sie tauschen verschiedene Plattformen aus, bei denen man sich für eine Impfung registrieren lassen kann.