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Flüchtlinge

Stadt Essen muss Flüchtlinge in drei Turnhallen unterbringen

02.10.2015 | 14:47 Uhr
Stadt Essen muss Flüchtlinge in drei Turnhallen unterbringen
Feuerwehrleute tragen am Freitag Matratzen in die Sporthalle an der Prinz-Friedrich-Straße in Essen.Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen.  Erstmals muss die Stadt Essen nun Sporthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen nutzen. Dies teilte der Ordnungsdezernent am Freitag mit.

Lange hat es die Essener Stadtverwaltung geschafft, dass der Alltag der Bürger durch die steigenden Flüchtlingszahlen allenfalls indirekt beeinträchtigt wurde. Damit ist es nun vorbei. Seit Freitag Nachmittag sind zwei Turnhallen in Bredeney (Ruschenstraße) und Kupferdreh (Prinz-Friedrich-Straße) gesperrt und werden für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet, nächste Woche wird eine dritte der großen, Dreifach-Turnhallen im Stadtteil Überruhr (Klapperstraße) hinzukommen. Möglich sei, dass weitere Hallen folgen.

Grund ist nach Angaben der Stadt die außerplanmäßige Ankunft  von Flüchtlingen, die die Bezirksregierung Düsseldorf im Land verteilt. Essen muss 300 von ihnen unterbringen – „zusätzlich zu den im Schnitt 35 Flüchtlingen, die pro Tag in Essen ankommen“, betont Sozialdezernent Peter Renzel. In den Hallen sei „bis mindestens Ende Januar“ kein Schul- und Vereinssport möglich.

Essener Sozialdezernent bemängelte ungerechte Verteilung

Geschlossen werden in Essen ab Montag auch sechs Bürgerämter in den Stadtteilen, die wohnortnah die Regelung von Meldeangelegenheiten aller Art ermöglichen. Die Stadt braucht das dort tätige Personal aber für die Registrierung von Flüchtlingen, mit der man stark im Rückstand sei. Weil dazu mit anderen Städten und Behörden kommuniziert werden muss, handele es sich um eine komplexe Materie, die verwaltungstechnisches Fachwissen erfordere. Die Bürgerämter bleiben bis Ende des Jahres geschlossen. Den Bürgern steht das zentrale Bürgeramt in der Innenstadt zur Verfügung.

Sozialdezernent Renzel bemängelte die ungerechte Verteilung der Flüchtlinge in Deutschland, aber auch innerhalb von NRW. „Die großen Städte, gerade im Ruhrgebiet, sind überbelastet, anderen können mehr tun!“, forderte Renzel. Der Verteilungsschlüssel gehöre ausgesetzt. Er vermisse eine große, gemeinsame nationale Kraftanstrengung, die beispielsweise auch das vorübergehende Aussetzen bürokratischer Normen umfassen müsse. „Wenn wir als Stadt einen Investor beauftragen, eine Flüchtlingsunterkunft auf einer leeren Fläche zu bauen, dann müssen wir das Projekt europaweit ausschreiben.“ Dies führe zu Zeitverlusten von bis zu einem halben Jahr.

Die Abschiebepraxis in sichere Drittstaaten müsse in NRW „generalstabsmäßig“ ausgebaut werden, damit die Städte Platz für Kriegsopfer hätten. „Man muss natürlich auch abschieben wollen – siehe die Grünen“, so Renzel unter Anspielung auf Widerstände in der Regierung.

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Kommentare
06.10.2015
12:26
Stadt Essen muss Flüchtlinge in drei Turnhallen unterbringen
von ChristianB | #40

Bravo. Die Vereine gucken in die Röhre und die Schüler dürfen sich in den Wintermonaten draussen den Ar... abfrieren. Oder haben Freistunden. Dann...
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Stadt Essen muss Flüchtlinge in drei Turnhallen unterbringen
Stadt Essen muss Flüchtlinge in drei Turnhallen unterbringen
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/stadt-essen-muss-fluechtlinge-in-turnhallen-unterbringen-id11149640.html
2015-10-02 14:47
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