Das aktuelle Wetter Duisburg 20°C
Kulturhauptstadt 2010

Gerz-Projekt "2 - 3 Straßen" macht Wohnen zur Kunst

03.11.2009 | 17:10 Uhr
Gerz-Projekt "2 - 3 Straßen" macht Wohnen zur Kunst

Duisburg. Als erste der drei beteiligten Städte startet Duisburg mit dem Kulturhauptstadtprojekt "2 -3 Straßen" von Jochen Gerz. Im Oktober haben die ersten Mieter in Hochfeld ihre neuen Wohnungen bezogen.

"2-3 Straßen" in Duisburg Hochfeld an der Saarbrücker Straße 44. Im Bild: Kulturdezernent Karl Janssen (3.v.li), GEBAG-Chef Dietmar Cremer (4.v.li) und Konzeptkünstler Jochen Gerz (Mitte) Foto: Friedhelm Geinowski

Mit einem außergewöhnlichen Projekt erregt Konzeptkünstler Jochen Gerz im Revier Aufsehen. Mit „2-3 Straßen”, einer Ausstellung in Städten des Ruhrgebiets, kommt jetzt auch Duisburg, als Teil der Kulturhauptstadt, aus den Startlöchern.

Menschen aus der ganzen Welt werden in Mülheim, Dortmund und Duisburg in drei Straßen ein Jahr mietfrei wohnen. Ihre Erfahrungen in der neuen Umgebung sollen die Mieter, die sich allesamt beworben haben, täglich zu Papier bringen. Nach Abschluss des Projekts wird das entstandene literarische Gesamtwerk zusammengeführt und veröffentlicht.

Das Recht zur Widerrede

„Unsere Modelle haben das Recht zur Widerrede. Die wichtigsten Akteure sind jedoch die alten Mieter in den Straßen. Wir wollen neuen Spirit, Vitalität, Spaß und Glück in die Umgebung bringen”, sagt Gerz. 20 Wohnungen, in der Saarbrücker und St-Johann-Straße im Stadtteil Hochfeld, werden von neuen Projektmietern bewohnt.

Von außen sind die Ruhr2010-Wohnungen nicht als solche zu erkennen. Genau so hatte es Gerz geplant, der die Idee zunächst für „unmöglich” hielt. Bei seinem „radikalsten Projekt”, so sieht es zumindest Dr. Söke Dinkla, Leiterin des Kulturhauptstadtbüros Duisburg, möchte Gerz nicht nur einer Straße, sondern einem ganzen Landstrich neues Leben einhauchen. „Intelligenz ist hier eine unglaubliche Ressource in der Region. Aber sie verkauft sich zu schlecht - ich möchte etwas polieren, ihr Glanz und Aura geben”, so Gerz.

Besucher willkommen

Wer die besonderen Bewohner ausfindig macht, ist als Besucher in den Wohnungen herzlich willkommen, in die Wirklichkeit einzutauchen und ein Teil des Projekts zu werden. „Für mich ist es eine interessante Alternative. Ich bin offen für ungewöhnliche Kunst”, beschreibt Neumieter Martin Gensheimer seine Motivation. Für Gerz ist „2-3 Straßen” eine konsequente Fortsetzung seines bisherigen Wirkens. Die Situation wird zur Kunst und der Besucher zum Teilnehmer.

Jörn Esser

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/53618/create

Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Vater sticht in Duisburg auf seinen Sohn ein
Duisburg
Mit mehreren Messerstichen hat ein Mann in Duisburg seinen Sohn verletzt. Anschließend drohte er damit, seine getrennt lebende Frau und zwei weitere Kinder zu töten. Der Täter ist offenbar psychisch krank. Eigentlich hätte er seinen Sohn gar nicht treffen dürfen.
Brand an Bahnstrecke bremst Züge in Duisburg aus
Verkehr
Gleich zwei Probleme haben am Samstag Nachmittag den Bahnverkehr in NRW ausgebremst. In Duisburg-Großenbaum brannte die Böschung an den Gleisen, außerdem war die Oberleitung beschädigt. Beides führte dazu, dass dort keine Züge fahren konnte. Das hatte Folgen, auch für den Düsseldorfer Hauptbahnhof.