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Kolumne

Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch

11.02.2009 | 09:22 Uhr
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch

Essen. Eigentlich bin ich überqualifiziert für diese Kolumne. Diese Kolumne? Ja, richtig, das ist sie. Die erste, brandneu, frisch gebügelt, riecht noch ganz unbenutzt, gerade erst ausgepackt. Eine Kolumne mit einem Thema: Beziehungen.

Eine Beziehungskolumne? Nix neues, ich weiß. Sex and the City, High Heels, spektakuläre Orgasmen, böses Erwachen in fremden Betten. Das hier ist so etwas Ähnliches: Es geht um Menschen und wie sie sich umeinander bewegen, manchmal zueinander, öfter auseinander. Die Manolos gibt das Budget leider nicht her und auch die nette Wohnung in New York bleibt vorerst Zukunftsmusik. Der Spielort ist der Pott und der Finanzrahmen studentisch. Bleibt diese Beziehungs-Sache.

Tipps vom Single

Und auf dem Gebiet, ich sagte es schon, bin ich überqualifiziert. Zu mir strömen sie, die Unglücklichen, Verheulten, vom Schicksal Gebeutelten. Die Freundin, die weiß, dass sie wohl besser vor einem halben Jahr Schluss gemacht hätte – was ich übrigens schon vor einem halben Jahr wusste. Der Kommilitone, der nicht begreift, warum es plötzlich aus ist. Die kleine Schwester mit schöner Regelmäßigkeit, wenn sich mal wieder herausgestellt hat, dass er Familie hat.

Ich, reich an einem Vierteljahrhundert Lebenserfahrung und den Telefonhörer beim ersten Klingeln zur Hand, halte her, wenn es kriselt. Gesegnet mit einem harmonischen Familienleben, einer innigen Beziehung zu eben jener Schwester, einem Kreis von herzlichen Freunden und entfernten Bekanntschaften, bin ich die perfekte Ratgeberin – so denken sie. Ich bin organisiert, meine Heimlichkeiten bewegen sich im akzeptablen Rahmen, ich bin mit mir und der Welt im Reinen – in guten Momenten. Ich führe keine unglückliche Beziehung. Allerdings auch keine glückliche. Gar keine, derzeit.

Zum Kennenlernen

Meine Ratschläge profitieren daher von kühler Distanziertheit. Ich habe mich nicht festgefahren im Sumpf der Zweierbeziehung, im Morast des Vor-Ehestandes. Freizeit ist wirklich freie Zeit, ich muss keine Filme schauen, die ich nicht sehen will, Fußball schon gar nicht, und das Bett wird auch mit Wärmflaschen warm. Die schnarchen wenigstens nicht. Selbst der Mann mit dem tollen Lächeln und den Zauselhaaren, der neulich gegenüber eingezogen ist, interessiert mich kein Stück. Ist bestimmt ein BWL-Student! Nein, es ist alles so wie es sein soll. Und wer sich ändert, bleibt sich treu.

Und da wir uns ja gerade erst kennen lernen, mache ich jetzt mal ein Angebot: Über welches Thema wir uns nächstes Mal unterhalten, könnt ihr euch aussuchen.

  • WG-Anarchie
  • Aufdringliche Urlaubsbekanntschaften
  • Sex-Blättchen für Frauen im Selbstversuch

Aber nicht, dass ihr glaubt, das bleibt so. Im Prinzip entscheide ich lieber selber. Aber das stellt ihr bestimmt auch bald fest.

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Lilo

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Kommentare
11.02.2009
20:40
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch
von Cuewalda | #12

Schnarchende Wärmflasche? Toll! Aber über kalte Füße jammern ;-) Ausserdem: wieso schnarchen? Habe mich selber noch nicht schnarchen gehört, auch wenn böse Zungen das behaupten ...

11.02.2009
18:59
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch
von ursulahick | #11

Ich bin auch überqualifiziert. Schließlich führe ich schon 50 Jahre lang eine feste Beziehung. Da kann mir keiner mehr ein X für ein U vormachen. Trotzem werde ich diesen Blog lesen. Beziehungen aus der Sicht von jüngeren Menschen, dürfte nicht uninteressant sein.
Und überhaupt.: Sex ist immer gut.

11.02.2009
17:33
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch
von sabbel | #10

...manche leute erkennen die ironie noch nicht einmal dann, wenn sie einem in den arsch beisst...

11.02.2009
14:27
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch
von Thomas.Lau | #9

Was steht denn jetzt in diesem Artikel? Das sich die Autorin für überqualifiziert hält (wie überheblich), dass sie keine Ahnung vom Thema mangels eigener Erfahrungen hat (leider keine Spur von Selbsterkenntnis) aber davon träumt, wie einstmals Sarah J. Parker ein glamouröses Leben zu führen (wenn erstmal ihr Bild auf einem Essener Nahverkehrsbus klebt und die Kohle fließt). Also klassische Themaverfehlung. Übrigens, überqualifiziert wird der Mensch nicht durch die Funktion des seelischen Mülleimers. Qualifikation ist die Kombination von Erlerntem mit eigenen Erfahrungen und Tätigkeiten. Ihnen fehlt leider die praktische Anwendung des Themengebiets Beziehungen.
Bleibt der Unterhaltungswert: Ja, wir haben Sex and the City geliebt, jeder seine speziellen Protagonisten und Ihre Kolumne hat zumindest das Zeug dazu, ähnlich unterhaltsam zu werden. Also weiter, ich bin gespannt.

11.02.2009
12:56
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch
von madmax31 | #8

ja, wann geht´s denn jetzt los?

11.02.2009
12:54
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch
von donjon | #7

Hallo erstmal.
Die Wg -Anarchie hätt ich ja spannend gefunden, denn Anarchie und Beziehungen passen absolut zusammen, aber Sex-Blättchen für Frauen im Selbstversuch ist mein Favorit. Was gibt es schöneres, als ein Blättchen voller Sex für Frauen, insofern sie zugeben dass sie es lesen und klasse finden. *fgg*
donjon

11.02.2009
12:38
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch
von habo58 | #6

Hey, warum nur junge Leute? Auch für jung gebliebene ist das toll. Weiter so!!!

11.02.2009
12:28
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch
von Mo | #5

Ich finds gut.
Warum soll die WAZ nicht auch jüngeres Publikum anstreben?
-->WG-Anarchie

11.02.2009
12:00
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch
von Blabla | #4

Die WAZ wird ja schon wieder seröser. Idee von Herrn Reitz? Oder schreibt er die Kolumne letztlich selbst?

11.02.2009
11:40
Lilos Leben: Erster Blick durchs Schlüsselloch
von ueberruhr1 | #3

..Vierteljahrundert Lebenserfahrung....?

begann diese mit der Geburt oder wurde Schule und Studium abgezogen???

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