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Wacken Open Air

75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal

03.08.2009 | 11:40 Uhr
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal

Wacken. Lauter und ausgefallener kann eine Geburtstagsparty kaum sein: Am Wochenende feierten rund 75000 Metal-Fans die 20. Auflage des Wacken Open Air. Es gilt als das weltweit größte, beste und sicherste Festival für harte Musik. Daran hat sich auch zum Jubiläum nichts geändert.

Info
Schweingrippe kein Thema

Die Schweinegrippe hat beim Wacken Open Air keine Probleme verursacht. Bei fünf Verdachtsfällen sind Besucher ins Krankenhaus gebracht worden, alle Tests fielen jedoch negativ aus.

Da Gäste aus aller Welt vor Ort waren und ein Massen-Ausbruch der Grippe nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden sämtliche Krankenhäuser in der Umgebung in Alarmbereitschaft versetzt.

Um auf eventuelle Notfälle vorbereitet zu sein, hatten die Rettungskräfte im Vorfeld eine separate Versorgungsstation auf dem Festival-Gelände errichtet und ausreichend Medikamente wie Tamiflu angeschafft.

Die Organisation auf dem Wacken Open Air und die so gesammelte Erfahrung der Rettungskräfte soll nun bei anderen Festivals oder Massenveranstaltung als Basis für die Bekämpfung der Grippe dienen.

Das nächste Wacken Open Air findet vom 5. bis 8. August 2010 statt.

Rund 1900 Einwohner zählt das Dorf Wacken in Schleswig-Holstein, im hohen Norden. Ruhig und beschaulich geht es hier zu, auf den Wiesen grasen gemütlich die Kühe. Normalerweise. Doch normal ist nichts am ersten August-Wochenende, wenn ganze Horden von Heavy-Metal-Fans aus der ganzen Welt in Wacken einfallen. In unmittelbarer Nähe zum Dorf stehen riesige Bühnen, auf denen in vier Tagen 74 Bands die Verstärker bis zum Anschlag aufdrehen. „Motörhead“, „Running Wild“, „In Flames“ und „Gamma Ray“ waren es dieses Mal, nur um einige zu nennen. Die ganz großen Namen, die es auch außerhalb der Metal-Szene zur Ruhm und Ehre geschafft haben, waren bei der Jubiläums-Auflage nicht dabei. Doch das hat die Fans nicht davon abgehalten, lange im voraus Karten zu kaufen. Schon vor mehr als einem halben Jahr meldeten die Veranstalter: „Ausverkauft!“

Das Fehlen großer Namen soll keineswegs bedeuten, dass das Band-Programm zu wünschen übrig ließ. Aber es ist ein Zeichen dafür, dass das Wacken Open Air mehr als nur Musik bietet. Die trotz der gewaltigen Zahl von 75000 Besuchern familiäre Stimmung, die außergewöhnliche Lage und letztlich die Anteilnahme des ganzen Dorfes am Festival sind wichtige Bausteine für die Atmosphäre in Wacken. Bausteine, die im Jahr 2006 die südkoreanische Regisseurin Sung-Hyung Cho dazu inspiriert haben, ihren preisgekrönten Heimatfilm „Full Metal Village“ zu drehen. Dieser Film brachte Wacken den Titel „Hauptstadt des Heavy Metal“ ein und löste ein gewaltiges Medien-Echo aus. Live-Schaltungen nach Wacken von ARD und ZDF gehören seitdem zur Normalität - auch wenn der Heavy Metal nicht unbedingt kompatibel mit öffentlich-rechtlicher Berichterstattung ist.

Eines der friedlichsten Festivals der Welt

Das Wacken Open Air gilt als das größte und beste Festival für Heavy Metal. Foto: Konstantin Tassidis

Trotz des enormen Interesses und des Ansturms auf die Eintrittskarten ist das Wacken Open Air nicht größer geworden. „Die Kapazitäten sind erschöpft“, sagt Mitbegründer Thomas Jensen. Schon jetzt lässt die Zeltstadt den Ort auf das Dreifache seiner üblichen Größe anwachsen, weitere Flächen stünden einfach nicht zur Verfügung. Stattdessen wird an zusätzlichen Angeboten gefeilt, in diesem Jahr zum Beispiel mit einem Mittelalter-Dorf auf dem Gelände und mit Wrestling-Shows. Das passt gut zu den harten Klängen, die tagelang aus den Boxen dröhnen.

Keine nennenswerten Zwischenfälle

Die skurrilen Szenen auf den Bühnen und die bisweilen wilde Aufmachung der Fans stehen in krassem Gegensatz zum Verhalten der Besucher: Das Wacken Open Air gilt als eines der friedlichsten Festivals der Welt. Die Bewohner von Wacken wissen das, öffnen ihre Vorgärten für die Besucher oder verkaufen günstiges Bier aus dem Küchenfenster heraus. Zwischen Einwohnern und langjährigen Festival-Besuchern sind so viele Freundschaften entstanden.

Polizei und Rettungskräfte hatten auch in diesem Jahr nicht viel zu tun, nennenswerte Zwischenfälle blieben aus. Für Aufsehen sorgte lediglich die Festnahme einer rumänischen Taschendieb-Bande, die 500 Geldbörsen geklaut hatte. Dabei habe es sich aber nicht um Festival-Besucher gehandelt, sondern um professionell organisierte Diebe.

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Konstantin Tassidis



Kommentare
19.08.2009
18:15
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal
von Metalmatze Süddeutschland | #11

@ #6 kornhaufen: Kommt halt drauf an wo man gerade gewesen ist, ich hab ja auch nicht gesagt daß die Stimmung schlecht gewesen wäre, vielleicht habe ich die Spitzen ja auch garnicht mitbekommen [ich war ja vor allem am Arbeiten], doch ich kann sagen daß es auf dem Hauptfeld schon mal viel euphorischer gewesen ist - und zwar nach 2003. Auf mich hat es insgesammt gewirkt wie wenn man mit angezogener Handbreme fährt, von Jubiläum und entsprechendem Jubel war m. E. nicht viel zu spüren, das ist aber auch nur meine subjektive Bewertung. [Vielleicht war ich einfach immer grad am falschen Ort... ]

Insgesamt und vor allem in Anbetracht der Größe / Besucherzahlen ist das W.O.A. immer noch ein klasse Festival: Wer da hinfährt weiß was ihn erwartet, über die Notwendigkeit von mehr als zwei Bühnen, Kinofilmchen über Großbildschirme, Preise, etc. kann man trefflich streiten, die Lautstärken / Soundqualität war diesmal soweit ok [wer beim Auftritt von MINISTRY auf dem W.O.A. dabei war weiß was Lautstärke überhaupt ist.. ] - ich war jedenfalls zufrieden und bin wohl auch beim nächsten mal dabei wenn es heißt Auf nach Wacken!!!

04.08.2009
14:28
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal
von L3XLoGiC | #10

@#5 Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten!

Allerdings passt man meiner Meinung nach gerade auf dem W:O:A und der oft zitierten familiären Atmosphäre sehr aufeinander auf und nimmt die Assis hier mal eher ins Gebet statt dies einfach zu ignorieren.

Gerade dieses macht dieses Festival für mich zu einer speziellen Sache.

04.08.2009
14:09
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal
von tjumentor | #9

Aber siggi! Ich werde doch wohl meine Meinung über laut grunzende Besoffski-Metaller abgeben dürfen...
Hätte halt lieber Jan Delay gesehen. Der groovt!

04.08.2009
12:45
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal
von Berber | #8

Wacken zu laut? Zuviel Heavy Metal? Hallo!!!! Jemand zuhause??

04.08.2009
11:26
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal
von tjumentor | #7

Wacken ist mir zu laut und zuviel Heavy Metal...

04.08.2009
00:41
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal
von kornhaufen | #6

@#5 daß schon mal deutlich mehr stimmung war, kann ich absolut nicht teilen, das angebot war so vielfältig, wie noch nie zuvor, was man mitnimmt und draus macht kann jeder selbst entscheiden, auch ich war jetzt das 7. mal dabei, das stimmungs-problem muß also vor 2003 gewesen sein, komischerweise haben sich die zuschauerzahlen seitdem aber mehr als verdoppelt! Ich hab fast ausnahmslos fröhliche lachende leute getroffen...

03.08.2009
23:14
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal
von Metalmatze Süddeutschland | #5

@ # 3 von Manni: Der Metaller hat absolut NULL Ahnung!!!

Es gilt auch hier - wie überall - der Spruch: Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten! Und das heißt Assis gibt es hier prozentual gesehen genauso viele wie bei jeder anderen Veranstaltung auch, aber auch erstaunlich vielöe Stinos die hier mal aus dem Alltag ausbrechen. Es sei ihnen von Herzen gegönnt!

Ich war selbst auch dort, und zwar beruflich. Alles lief gut und recht reibungslos ab. Also Daumen hoch! Trotzdem, es war schon mal deutlich mehr Stimmung auf dem WACKEN. [Ich kann das nach dem 17. mal relativ gut beurteilen... ]

03.08.2009
03:32
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal
von Bahnfahrer | #4

Die Loveparade konnte in NRW nichts werden. Die Polizei ist einfach zu intelligent.
Aber dieses Jahr sind ja Wahlen.
Danke NRW

02.08.2009
19:54
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal
von manni | #3

Nur die Spacken fahrn nach Wacken erklärte mir ein Metaller

02.08.2009
18:06
75000 Fans in der Hauptstadt des Heavy Metal
von stimmvieh88 | #2

Absolut nicht mein Ding –aber wenn´s Freude macht und friedlich bleibt ne´gute Sache!
Was Wacken schafft´, ist für die Love- Parade im Ruhrgebiet seltsamer weise nicht möglich. Das verstehe ich nicht. Die Wackener scheinen ein schlaues Völkchen zu sein!- Respekt!
Schade, dass ich kein Hörgeräteakustiker bin – würde gleich morgen nach Wacken dackeln!

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