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Blitz-Marathon - "Schleicher" statt Raser auf den Straßen

03.07.2012 | 06:04 Uhr

Essen.  Zum zweiten Mal geht die Polizei seit Dienstagfrüh um 6 Uhr mit einem Blitz-Marathon in NRW gegen Raser vor. 3300 Polizisten kontrollieren 24 Stunden lang an mehr als 3100 Gefahrenstellen mit Radarfallen die Geschwindigkeit. Zur Halbzeit wurden verhältnismäßig wenige Raser erwischt. Die Chronik des Dienstags.

Autofahrer aufgepasst: Wieder nimmt die Polizei in NRW mit dem zweiten Blitz-Marathon Raser ins Visier. An 3100 Punkten stellen die Beamten bis Mittwoch, 6 Uhr, Radarfallen auf. 3300 Polizisten überprüfen die Geschwindigkeit. NRW-Bürger hatten auf Bitten der Polizei in den vergangenen Tagen rund 15.000 Wutpunkte gemeldet, an denen regelmäßig gerast werde.

Beim Blitzmarathon werden Raser nicht zur Kasse sondern auch zum Gespräch gegeben, und es werden Schockvideos gezeigt.  „Die Botschaft lautet: Jeder muss jederzeit und überall mit einer Kontrolle rechnen“, so Innenminister Jäger, der selbst bei einer Radarkontrolle in Essen-Borbek Stellung beziehen will.

An diesen Gefahrenpunkten kontrolliert die Polizei beim NRW-Blitz-Marathon die Geschwindigkeit . Reaktionen, Raser und erste Bilanzen der Polizeidienststellen in der Rückschau des Tages.

Der NRW-Blitz-Marathon in der Chronik

20:45 Uhr: Auch wenn vielerorts schon erste Resümees zum Blitzer-Marathon gezogen werden: Vorbei ist die Aktion noch nicht. Die ganze Nacht hindurch überwacht die Polizei weiter den Verkehr in Nordrhein-Westfalen. Erst um 6 Uhr in der Frühe wird die 24-Stunden-Aktion beendet.

18:59 Uhr: Positive Zwischenbilanz auch aus Dortmund: Bis zum Nachmittag kontrollierten die Beamten dort 27.014 Autofahrer - 707 von ihnen waren zu schnell. 26 Gurtmuffel wurden außerdem angehalten. Ein Autofahrer musste unter Verdacht auf Drogenkonsum zur Wache.

17:50 Uhr: Die Zahlen zum zweiten Blitzmarathon hat die Essener Polizei erst am Mittwoch auf dem Tisch liegen. Eine erste Bilanz traute sich Polizeisprecher Ulrich Faßbender schon nach Ende des Einsatzes der Frühschicht zu: „Alles fährt defensiv und entspannt. Die Kampagne zeigt Wirkung.“ Nicht bei allen, denn einigen Autofahrern ist offenbar nicht zu helfen. Trotz des einwöchigen Medien-Trommelfeuers nach der Ankündigung der Wiederholung des Polizei-Großeinsatzes fuhr auf der Alfredstraße in Höhe der Moritzstraße ein Autofahrer mit 91 km/h netto, also nach Abzug der Toleranz, in einen der Dutzenden von Blitzern. Erlaubt sind an dieser Stele 50 km/h. Macht nach dem aktuellen Flensburger Katalog 200 Euro, vier Punkte  im noch geltenden 18-Punkte-System  und einen Monat Fahrverbot.

17:29 Uhr: In Oberhausen hielt sich am Dienstag ein Großteil der Verkehrsteilnehmer an die Regeln: An 16 Kontrollstellen wurden insgesamt 660 Fahrzeuge gemessen, davon waren 37 zu schnell. Der schnellste Autofahrer in der 30er-Zone war mit 55 km/h unterwegs. In einer 50er-Zone war der schnellste mit 63 Stundenkilometern unterwegs. "Ich hätte mir gewünscht, dass noch mehr Autofahrer die Regeln einhalten. Die sind kein Selbstzweck. Jeder sollte sich bewusst machen, dass ein paar Stundenkilometer zuviel entscheidend sind", sagte der Leiter der Oberhausener Verkehrsdirektion Jürgen Fix.

16:50 Uhr: Auch Innenminister Ralf Jäger hat eine erste positive Zwischenbilanz gezogen. Die öffentliche Diskussion habe dazu geführt, dass die Autofahrer verantwortungsbewusster fahren. Mehr als 15.000 Bürger seien dem Aufruf der Polizei gefolgt, "Wutpunkte" zu melden. Landesweit kontrollieren 3.300 Polizistinnen und Polizisten an 3.142 Messstellen. Die Polizei setzt dabei 120 Radargeräte und 670 Lasergeräte ein. Hinzu kommen mehr als 500 Kontrollstellen an denen etwa 200 Mitarbeiter von 75 Kommunen die Geschwindigkeit messen. „Damit handelt es sich um die größte Geschwindigkeitskontrollaktion in NRW“, sagte Jäger.

Mülheimerin würde gerne selbst einen Blitzer bauen

16:22 Uhr: Nach dem ersten Drittel des Blitzmarathons hat die Duisburger Polizei eine positive Bilanz gezogen. Zwischen 6 und 14 Uhr kontrollierten die Beamten rund 350 Fahrzeuge, von denen 100 zu schnell unterwegs waren. Auf der Werthauser Straße in Hochfeld und auf der Kardinal-Galen-Straße in Duissern waren zwei Autofahrer bei erlaubten 50 km/h jeweils 25 km/h zu schnell. Noch bis 6 Uhr am Mittwochmorgen ist die Polizei mit sämtlichen Radargeräten und Laserpistolen im Einsatz.

15:26 Uhr: Mit sechs Teams ist die Mülheimer Polizei beim Blitzer-Marathon unterwegs. Die großen Ankündigungen im Vorfeld der Aktion haben aber zumindest den Kontrollstellen Schilsberg und an der Brüsseler Allee in Saarn dazu beigetragen, dass die Autofahrer sich zumindest heute gebremst haben. Die Anwohner dieser beiden Straßen sind aber recht dankbar, dass die Polizei an diesen Stellen Präsenz zeigt. Und so bekommen die Polizisten gleich weitere Stellen genannt, auf die sie mal ein Auge haben sollen. Eine Mülheimerin wollte gar wissen, ob man sich nicht selbst einen Blitzer bauen kann, um die Autofahrer zum langsameren Fahren zu animieren. Zumindest ein Beispiel aus Moers , das im Sommer 2011 bundesweit für Medien-Interesse gesorgt hat, zeigt, dass dies eine Grauzone ist, die aber durchaus funktioniert.

14:40 Uhr: An 24 Messstellen in Dortmund und Lünen wollten Messpaten den Beamten über die Schulter schauen, wobei manch einer auch nicht zur verabredeten Stelle erschien. Den Messpaten sind die Beamten dankbar für die Hinweise zu „Wutpunkten", die sie mit den eigenen Erfahrungen zu der langen 24-Stunden-Liste zusammenbastelten. Wobei sie diese Messpaten nicht als „Petzen" sehen, sondern sich auch für diese einen Lerneffekt ausrechnen. „Manch einer muss womöglich seinen subjektiven Eindruck korrigieren, dass an einer bestimmten Stelle doch nicht so schnell gefahren wird wie vermutet", meint May.



Kommentare
06.07.2012
10:58
Blitz-Marathon -
von Catman55 | #90

Ein Nachdenken hat bei vielen Autofahrern wohl schon eingesetzt. Damit wäre das gesetzte Ziel erreicht. Jedenfalls habe ich so wenig Raser wie seit langem nicht mehr auf den Straßen gesehen.

04.07.2012
20:07
Blitz-Marathon -
von Vermentina | #89

Ich finde die Aktion richtig, und auch, daß nicht kassiert, sondern ermahnt wurde.
Ohne Ankündigung fände ich auch richtiger.
Aber bei allem, was man lesen konnte, käme die Polizei wohl personell an die Grenzen.

2 Antworten
Blitz-Marathon -
von Codemancer | #89-1

Die Polizei ist eh schon an ihrer Grenze, da immer mehr Wachen zu gemacht werden und ständig mehr an der Sicherheit der Bürger gespart wird!

Blitz-Marathon -
von we_wacker | #89-2

Ermahnt? Ja klar, da brauch ich son Hilfsschüler in Uniform...

04.07.2012
12:54
Blitz-Marathon -
von wohlzufrieden | #88

Wiederholt die Aktion. Aber ohne jede Ankündigung!

2 Antworten
Blitz-Marathon -
von HalloAusDemPott | #88-1

Recht so, Ordnung muß sein.
Wiederholen ja, am besten vor Ihrer Haustür, 24 Sunden lang, 30 Tage hintereinander !!!

Blitz-Marathon -
von slytherin | #88-2

@HalloAusDemPott

Mir scheint, Sie hätten ein Problem damit. Ich wohne in einer 30er Zone und von mir aus könnte dort auch 365 Tage ohne Ankündigung geblitzt werden.

Schade, dass die Polizei noch so nett ist und ankündigt. Hier kommentieren offensichtlich so viele Raser, dass die den Haushalt bei nicht angekündigten Kontrollen alleine sanieren könnten...

04.07.2012
10:29
Blitz-Marathon -
von schuerener | #87

Beim Fußball und am Steuer gibt es nur Weltmeister!

04.07.2012
10:26
Blitz-Marathon -
von ZwergRase | #86

"Ich hätte mir gewünscht, dass noch mehr Autofahrer die Regeln einhalten... , sagte der Leiter der Oberhausener Verkehrsdirektion Jürgen Fix. Das ist ungefähr so, als würde ein Jäger auf dem Hochstand sagen: "Ich hätte mir gewünscht, dass ich weniger Wildschweine vor die Flinte bekommen hätte".

04.07.2012
10:16
Blitz-Marathon -
von ZwergRase | #85

"Ich hätte mir gewünscht, dass noch mehr Autofahrer die Regeln einhalten....", sagte der Leiter der Oberhausener Verkehrsdirektion Jürgen Fix. Das ist ungefähr so, als würde ein Jäger auf dem Hochstand sagen: "Ich hätte mir gewünscht, dass ich weniger Wildschweine vor die Flinte bekommen hätte."

04.07.2012
09:36
Blitz-Marathon -
von Thokle | #84

Ich finde so Aktionen gut. Auch wenn vielleicht nur einen Tag in der Stadt mal 40 anstatt 60 oder 70 km/h von vielen gefahren wird. Man sollte auch mal daran denken, dass genau dadurch Unfälle verhindert werden. Gerade in der Stadt passieren die meisten Unfälle mit Fußgängern.

So Kommentare wie von #82 zeigen doch nur, dass man eigentlich keine Ahnung hat.

1 Antwort
Blitz-Marathon -
von HalloAusDemPott | #84-1

Recht so, Ordnung muß sein.
Wiederholen ja, am besten vor Ihrer Haustür, 24 Sunden lang, 30 Tage hintereinander !!!

04.07.2012
06:52
@Christlicher Demokrat
von darkblu2006 | #83

Zum ÖPNV kann ich nur sagen ,das ich am WE in Hamburg war und den selbigen benutzt habe .Mit 3 Personen für 3 Stationen wurden 8,40 Euro verlangt ,das Taxi hat uns 5 Euro gekostet .Das sagt wohl alles zum ÖPNV.

2 Antworten
Blitz-Marathon -
von amo17 | #83-1

Das Taxi zählt auch zum ÖPNV.

Sicherlich können Sie mit einem Ticket für 2,80 € weiter fahren.

Aber was soll das denn für drei Stationen sein. S-Bahn, U-Bahn, Bus.
Für 5 € (oder 5€ pro Person) komme ich ca. 1 km weit.

Blitz-Marathon -
von notarius | #83-2

So ganz stimmt der Preis nicht.
3 Stationen kosten 1,85€
Eine Gruppenkarte (Bis zu 5 Personen) kostet 9,90€
Gültig bis zun naächsten Tag um 6:00 Uhr.
Hab die Tickets vor mir liegen.
2,85€ kostet der Großbereich Hamburg
Hinzu kommt, daß dort alle 5 Min. eine U-, oder S-Bahn fährt.

04.07.2012
06:45
Blitz-Marathon...
von willi_wurst | #82

Hallo Herr Landesinnenmininister Jäger,

wenn Sie in die WAZ schauen können Sie heute lesen: "Rentner beraubt, Frauen vergewaltigt, Überfall da, Einbruch dort...!"

Was halten Sie davon, einfach mal einen "Täterermittlungs- und Verhaftungsmarathon" zu machen?

Alle Polizisten lassen den Kleinkram wie "Autofahrer abkassieren" links liegen und kümmern sich ausschließlich um ihre Hauptaufgabe "Schutz der Bürger vor / Aufklärung von Straftaten"?

Ach neee, geht ja nicht, da kann man ja als Innenminister nicht medienwirksam in vorderster Front mitkämpfen, das lässt man lieber schlecht bezahlte SEK-Polizisten machen, sofern man die nicht vorher zum Verkehr regeln geschickt hat...

Ich würde mich jedenfalls nach mehreren gestohlenen Navis und mehreren hundert Euro Folgeschäden durch die Navidiebe freuen, würde ich wenigstens 2mal täglich einen Polizisten auch nur SEHEN! Das geschieht mancherorts aber nur, wenn man ein Polizistenbild im Internet anklickt!

Ist irgendwie arm, Herr Minister!

1 Antwort
Hauptaufgabe "Schutz der Bürger vor / Aufklärung von Straftaten"?
von Codemancer | #82-1

Auch die Schaffung und Erhaltung der Ordnung im Straßenverkehr gehört zu diesen Hauptaufgaben und trägt auch zum Schutz der Bürger bei.

Nur weil bei einer Straftat selten ein Vorsatz vor liegt, heißt das noch lange nicht, dass sie unwichtiger ist und daher eine niedrigere Priorität genießen muss.

Zumal die Unfälle aufgrund von Geschwindigkeitsüberschreitungen zahlenmäßig wesentlich überlegen sind. Was ist nun wichtiger? Häufige oder schlimme Verbrechen aufklären? Ich finde: beides!

04.07.2012
02:17
Mehr als 15.000 Bürger seien dem Aufruf der Polizei gefolgt, "Wutpunkte" zu melden.
von Nichtzuglaubenwiedumm | #81

OHNE WORTE

Okay, nicht ganz:
Es gab einmal einen deutschen Staat ( upps, falsch: Sogar zwei ), in dem gab es
auch viele Willfährige.

Um euch das googeln zu ersparen: Willfährig ( Zitat Duden ) =
"Ohne sich Gedanken zu machen, [würdelos] den Absichten anderer dienend"

1 Antwort
Blitz-Marathon -
von Codemancer | #81-1

Ich habe da noch ein Wort für Sie:

Egoismus - Das eigennützige Denken ohne Rücksicht auf die Allgemeinheit. Das ist bei unseren "geliebten" Rasern der Fall.

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