Sozialplan für Opel Bochum kostet eine halbe Milliarde Euro

Zum Jahresende läuft die Autoproduktion im Bochumer Opel-Werk aus.
Zum Jahresende läuft die Autoproduktion im Bochumer Opel-Werk aus.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Rund ein halbes Jahr vor der Ende 2014 geplanten Schließung des Bochumer Opel-Werks haben sich die IG Metall und das Unternehmen auf einen Sozialtarifvertrag für die rund 3.300 Beschäftigten geeinigt. Der Vertrag koste Opel rund 552 Millionen Euro, teilte die Gewerkschaft mit.

Bochum. Abfindungen bis 250.000 Euro, Transfergesellschaft bis Ende 2016, Beschäftigungsgarantie für das Warenverteilzentrum im Werk III bis Ende 2020 und 365 Ersatzarbeitsplätze – das sind die Eckpunkte des Sozialtarifvertrags für die rund 3200 Beschäftigten des Bochumer Opel-Werks, das Ende 2014 geschlossen wird. Darauf haben sich die IG Metall und Opel nach langen, zähen Verhandlungen geeinigt, wie aus einem Schreiben an die IG-Metall-Mitglieder hervorgeht, das dieser Zeitung vorliegt. Opel zahlt dafür laut IG Metall 552 Millionen Euro. Weitere 60 Millionen würden in Ersatzarbeitsplätze investiert.

Die Abfindung wird im Januar 2015 ausgezahlt und berechnet sich nach der Formel: Alter mal Betriebszugehörigkeit (maximal 24 Jahre) mal Bruttoentgelt durch 30. Ein 45-Jähriger, der seit 20 Jahren im Werk arbeitet und 3300 Euro im Monat verdient, erhält demnach rund 100.000 Euro. Für Ältere mit höheren Einkommen ist die Summe bei 250.000 Euro gedeckelt. Bis zu 200 Bochumer können an einen anderen Opel-Standort wechseln, sie erhalten eine „Mobilitätsprämie“ von 15.000 bis 25.000 Euro.

Transfergesellschaft schützt vor Arbeitslosigkeit

Das Lager im Werk III wird um 265 Arbeitsplätze auf 700 aufgestockt und erhält Bestandsschutz bis Ende 2020. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann habe zudem persönlich die Schaffung von 100 industriellen Ersatzarbeitsplätzen im Raum Bochum zugesichert, heißt es in dem Schreiben.

Bis Ende 2016 soll eine Transfergesellschaft die Opelaner vor Arbeitslosigkeit schützen. Beschäftigte ab Jahrgang 1960 können zwei Jahre Transferkurzarbeitergeld erhalten. Es wird für maximal sieben Monate auf das volle letzte Nettoeinkommen aufgestockt, danach auf 80 und im zweiten Jahr auf 75 Prozent. Ältere (bis Jg. ‘59) können bis zu zwölf Monate in die Transfergesellschaft wechseln und erhalten eine Überbrückungs-Abfindung bis zum Renteneintritt. Die IG Metall und Opel stellen den Beschäftigten am Montag in der Dortmunder Westfalenhalle den Vertrag im Detail vor.

 
 

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