Peta fordert neuen Namen für „Jägermeister“

Mit zuweilen bizarren Aktionen macht die Tierschutzorganisation Peta regelmäßig Front gegen Zoo und Zirkus und preist eine vegane Ernährung an. Jetzt haben sich die Aktivisten den Kräuterschnaps „Jägermeister“ vorgeknöpft und fordern dessen Umbenennung in „Waldmeister“.

Essen. Wer Jägermeister trinkt, denkt an alles, nur nicht an die Millionen Tiere, die jährlich bei der Jagd getötet werden. Das will die Tierrechtsorganisation Peta Deutschland ändern und hat den niedersächsischen Spirituosenhersteller Mast-Jägermeister SE aufgefordert, die Bezeichnung „Jägermeister“ aus Image- und Tierschutzgründen in „Waldmeister“ umzubenennen.

Jägermeister, seit 77 Jahren auf dem Markt, hat sein Image als Alt-Herren-Getränk längst abestreift. Der Kräuterschnaps ist bei jungen Leuten Kult geworden und fester Bestandteil an jeder Bar. Der Hersteller Mast baute den weltweiten Absatz von 84,6 Millionen verkauften 0,7-Liter-Flaschen im Jahr 2010 auf 87,1 Millionen Flaschen in 2011 aus. Das entspricht einer Steigerung von knapp drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gegen den wirtschaftlichen Erfolg und die hochprozentige Kräutermischung hat Peta nichts einzuwenden. Die Tierrechtsorganisation reibt sich allein am Namen Jägermeister. „Die Jagd ist in der heutigen Gesellschaft ein zunehmend umstrittenes Thema, und immer mehr Menschen hinterfragen völlig zu Recht die Sinnhaftigkeit der hinterhältigen Tötung in deutschen Wäldern, der Jahr für Jahr Millionen von Tieren zum Opfer fallen“, schreibt Peta.

„Waldmeister ist ein Heilkraut“

Vor dem Hintergrund des vermeintlich schlechten Images der Jagd in der Öffentlichkeit sorgt sich die Organisation gar darum, dass Jägermeister deshalb Kunden verliert. Sie schlagen deshalb eine Namensänderung in „Waldmeister“ vor. „Der ,Waldmeister’ ist ein Heilkraut aus deutschen Wäldern und im Gegensatz zum ,Jägermeister’ mit einem positiven Image behaftet“, schreibt Peta und spricht sich für ein Verbot der Jagd aus. Sie sei ein „allgegenwärtiges Massaker in deutschen Wäldern“.

So informierte die Organisation die Firma Mast, dass „viele Behauptungen der Jäger völlig unsinnig und längst widerlegt“ seien. So die Aussage, dass die Jagd der Regulierung einer Überpopulation diene. Peta fordert das Unternehmen deshalb auch auf, auf das „jagdverherrlichende“ Gedicht von Oskar von Riesenthal zu verzichten, das bislang auf das Etikett der Jägermeister-Flasche gedruckt wird. Darin werde die Jagd „fälschlicherweise“ als Hege und Schutz für das Wild bezeichnet.

Der Jägermeister-Hersteller selbst geht gelassen mit der Kritik um. „Wir haben alles zur Kenntnis genommen“, erklärte eine Mast-Sprecherin. „Wir verfolgen die Diskussion in den Netzwerken.“