NRW-Städte streiten über Modellregion für Elektromobilität

01/09/2011 - Erfurt: Die EON Thueringer Energie AG startet in Thueringen einen Langzeittest fuer Elektromobile. Am Donnerstag wurden acht Fahrzeuge an Thueringer Tester uebergeben. (TA-Foto: Alexander Volkmann / Thueringer Allgemeine)
01/09/2011 - Erfurt: Die EON Thueringer Energie AG startet in Thueringen einen Langzeittest fuer Elektromobile. Am Donnerstag wurden acht Fahrzeuge an Thueringer Tester uebergeben. (TA-Foto: Alexander Volkmann / Thueringer Allgemeine)
Foto: Thueringer Allgemeine
Die Bewerbung des Landes für das bundesweite Projekt zur Elektromobilität sorgt für Ärger. Meldungen, dass Bottrop gute Chancen hat, für NRW ins Rennen zu gehen, stoßen bei der IHK Mittleres Ruhrgebiet auf Unverständnis.

Bochum. Die Bewerbung des Landes für das bundesweite Projekt zur Elektromobilität sorgt für Ärger. Meldungen, dass Bottrop gute Chancen hat, für NRW ins Rennen zu gehen, stoßen bei der IHK Mittleres Ruhrgebiet auf Unverständnis.

Im Ringen um die NRW-Bewerbung für die „Schaufensterregionen Elektromobilität“ der Bundesregierung ist ein handfester Streit ausgebrochen. Helmut Diegel, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet mit Sitz in Bochum, reagierte mit „völligem Unverständnis“ auf Meldungen, dass sich das NRW-Wirtschaftsministerium bereits auf Bottrop (Innovation City) als Kandidaten festgelegt habe.

Was Diegel ärgert: Erst vor vier Wochen erhielt die IHK von Günther Horzetzky, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, den ausdrücklichen Auftrag, alle Aktivitäten im IHK-Bezirk zu bündeln, um eine Bewerbung beim Land einzureichen. Die IHK legte los – und nimmt dabei auch das Opel-Werk fest mit in den Blick. „Es geht mittelfristig auch um die Produktion zukunftstauglicher, innovativer Autos, deshalb muss ein Autobauer Teil dieser Bewerbung sein“, so Diegel. In Bottrop würden keine Autos gebaut. Wie Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer sieht auch Diegel eine Festlegung auf Bottrop als Schlag gegen das Ruhrgebiet.

Wirtschaftsministerium dementiert Festlegung auf Bottrop

Das Wirtschaftsministerium dementierte, dass es bereits Vorfestlegungen zugunsten Bottrops gebe. „Ziel ist, eine chancenreiche Bewerbung aus NRW voranzubringen. Zentral ist dabei die Unterstützung der Wirtschaft, die schlussendlich ein Drittel der Mittel beisteuern muss. Insofern geht es hier um eine Entscheidung, die die Landesregierung gemeinsam mit der Wirtschaft trifft. Die Unternehmen im mittleren Ruhrgebiet sind herzlichst eingeladen, sich hier einzubringen“, teilte das Ministerium mit.

Beim Initiativkreis Ruhrgebiet (IR), der sich für Bottrop als Innovation City stark macht, ist man angesichts der starken Worte aus Bochum überrascht. „Wir halten wenig davon, über Pressemitteilungen zu kommunizieren. Wir suchen das direkte Gespräch“, so IR-Sprecher Thomas Hüser. „Innovation City ist ein Verbundprojekt. Wir denken kooperativ und über Stadtgrenzen hinaus.“

 
 

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