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Deshalb haben Ikea-Möbel immer so seltsame Namen

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ARCHIV - Ein Mann schiebt am 25.06.2014 im neuen IKEA-Einrichtungshaus in Hamburg-Altona eine beladene Sackkarre durch den Kassenbereich. Im deutschen Möbelhandel tummeln sich laut Statistischem Bundesamt rund 9000 Unternehmen mit zusammen 100 000 Mitarbeitern und 23 Millionen Quadratmetern Verkaufsfläche. (zu dpa "Der deutsche Möbelhandel" vom 24.01.2017) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: dpa
  • Dass Ikea-Möbel so beliebt sind, liegt womöglich auch an ihren zum Teil sonderbar klingenden Namen
  • Mit „Malm“ und „Pax“ kann wohl so ziemlich jeder etwas anfangen
  • Doch was bedeuten die Namen eigentlich?

Berlin. 

„Bevor ich den Pax die Treppe hochtrage, lass’ ich mir lieber Möbelpacker kommen!“ Sätze wie dieser dürften bei Umzügen häufig fallen – und so ziemlich jeder dürfte wissen, was damit gemeint ist.

„Pax“, das ist einer der Klassiker unter den Kleiderschränken von Ikea. Und ein Beispiel dafür, dass wir viele Möbel des schwedischen Unternehmens direkt bei ihrem (Produkt-)Namen nennen. „Pax“ ist dabei noch verhältnismäßig unspektakulär.

Schließlich gibt es ja auch noch die Kuchenform „Sockerkaka“ (Zuckerkuchen), die Badezimmerleuchte „Godmorgon“ (Guten Morgen) oder die Dunstabzugshaube „Vindig“ (windig).

System besteht seit den 70er-Jahren

„Ikea verwendet schon seit seinen Anfangszeiten Namen statt Artikelnummern für seine Produkte. Seit den 70er-Jahren werden die meisten dieser Namen nach einem System vergeben“, heißt es von Seiten des Unternehmens. Das da wäre:

Polstermöbel, Tische, Rattanmöbel, Bücherregale, Musikmöbel, Türknöpfe: Schwedische Ortsnamen; Beispiel: Sofa „Klippan“, ein Ort in der schwedischen Provinz Skåne län, etwa 20 Kilometer nordöstlich von Helsingborg

Betten, Kleiderschränke, Dielenmöbel: Norwegische Ortsnamen; Beispiel: Bett „Hemnes“, eine etwa 4600 Einwohner große Kommune an der Grenze zu Schweden

Badezimmerartikel: Skandinavische Seen, Flüsse, Inseln und Meeresbuchten; Beispiel: Mischbatterie „Dalskär“, eine Insel vor der Südküste Finnlands

Stühle, Schreibtische: Männernamen; Beispiel: Stuhl „Ingolf“

Stoffe, Gardinen: Frauennamen; Beispiel: Gardine „Merete“

Gartenmöbel: Inseln; Beispiel: Gartentisch „Falster“, eine zu Dänemark gehörende Insel mit etwa 42.000 Einwohnern

Teppiche: Dänische Ortsnamen; Beispiel: „Sønderød“, etwa 90 Kilometer westlich von Kopenhagen

Beleuchtung: Begriffe aus der Musik, Chemie, Meteorologie, Maße, Gewichte, Jahreszeiten, Monate, Tage, Boote, Seemannssprache; Beispiel: Dekoleuchte „Solvinden“, Sonnenwindforschung

Bettwäsche, Decken, Kissen: Blumen, Pflanzen, Edelsteine; Beispiel: Bettwäsche „Rajgräs“, Weidelgras

Kinderartikel: Säugetiere, Vögel, Adjektive; Beispiel: Schaukelelch „Ekorre“, Eichhörnchen

Gardinenzubehör: Mathematische und geometrische Begriffe; Beispiel: Gardinenschiene „Vidga“, weiter

Küchenutensilien: Fremdwörter, Gewürze, Kräuter, Fische, Pilze, Früchte oder Beeren, Funktionsbeschreibungen; Beispiel: Messer „Småbit“, zerkleinern

Schachteln, Wanddekoration, Bilder und Rahmen, Uhren: umgangssprachliche Ausdrücke, auch schwedische Ortsnamen; Beispiel: Bilderrahmen „Grönby“, etwa 32 Kilometer südöstlich von Malmö

Zu verdanken haben wir die Namen zwei Mitarbeiterinnen bei Ikea in Schweden. „Sie entdecken oft beim Autofahren einen Orts- oder Flussnamen, den sie als Produktbezeichnung verwenden können“, heißt es in einer Mitteilung. Hilfsmittel seien aber auch Landkarten, Kalender oder Wörterbücher. „Die Namensvorschläge werden dann von Juristen geprüft, um sicherzugehen, dass kein geschütztes Warenzeichen verletzt wird.“

Hilfe beim „Übersetzen“ der Möbel-Namen bietet das inoffizielle Ikea Wörterbuch. Doch Vorsicht: Selbst Autor Lars Petrus gibt zu, dass es nicht vollständig ist. Wofür „Pax“ steht, wird aber auch dort nicht klar. (cho)