Jobcenter Unna setzt Zuschuss für Amazon-Praktikanten aus

Lars Reckermann
Amazon-Lager gibt es in der Region in Rheinberg (hier im Bild) sowie in Werne/Kreis Unna. Foto: Gisela Weißkopf /WAZFotoPool
Amazon-Lager gibt es in der Region in Rheinberg (hier im Bild) sowie in Werne/Kreis Unna. Foto: Gisela Weißkopf /WAZFotoPool
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Das Jobcenter im Kreis Unna stellt ab sofort die Subventionierung von Amazon-Praktikanten ein. Das teilte Antonia Mega, Sprecherin des Jobcenters im Kreis Unna, mit – allerdings vorerst nur fürs Weihnachtsgeschäft.

Unna/Werne. Das Jobwunder Amazon sorgte in den vergangenen Tagen für viel Wirbel – vor allem bei den Gewerkschaften. Stein des Anstoßes: Bewerber, die über die Arbeitsverwaltung vermittelt wurden, müssen erst ein zweiwöchiges unbezahltes Praktikum machen, bevor über ihre Weiterbeschäftigung entschieden wird.

Der stellvertretende Leiter des Jobcenters Kreis Unna, Thomas Neuhaus, konnte die Aufregung vor einigen Tagen nicht nachvollziehen. „Die Menschen, die dort hingehen, machen das freiwillig. Es zwingt sie niemand dazu – aber sie haben die Möglichkeiten, danach endlich einen Arbeitsplatz zu finden.“

Aktuell stelle sich die Situation aber etwas anders da, betonte Antonia Mega. Amazon hatte für das Weihnachtsgeschäft 2 000 zusätzliche Hilfsarbeiter für sein Lager gesucht. „Jetzt handelt es sich ausschließlich um Saisonkräfte für das Weihnachtsgeschäft – und das subventionieren wir natürlich nicht“, erklärte Mega.

Arge finanziert Probezeit

Bisher wurden die Kräfte in der zweiwöchigen Probezeit vom Jobcenter bezahlt und nicht von Amazon. Die ehemalige Arge hoffte natürlich für ihre Klienten auf eine dauerhafte Weiterbeschäftigung.

Wann das Jobcentere wieder in die Unterstützung einsteige, sei offen, so Mega. „Das ist zurzeit nicht absehbar, denn nach dem Weihnachtsgeschäft beginnt fast nahtlos das Ostergeschäft.“ Auch dort benötige Amazon hauptsächlich Saisonarbeiter.