Führungswechsel beim Initiativkreis Ruhr steht bevor

Ulf Meinke
RAG-Chef Bernd Tönjes soll an die Spitze des Initiativkreises Ruhr rücken.
RAG-Chef Bernd Tönjes soll an die Spitze des Initiativkreises Ruhr rücken.
Foto: WAZ
Der von Evonik-Chef Engel geführte Initiativkreis Ruhr gilt als mächtiges Wirtschaftsbündnis. Nun gibt es neue Kandidaten fürs prestigeträchtige Amt.

Essen. Beim einflussreichen Unternehmensnetzwerk Initiativkreis Ruhr (IR) laufen die Vorbereitungen für den Stabwechsel an der Spitze. Evonik-Chef Klaus Engel, der den traditionsreichen Club derzeit gemeinsam mit Signal-Iduna-Aufsichtsrat Reinhold Schulte führt, hat sich bereits Nachfolger ausgeguckt.

Seine Wahl fällt auf RAG-Chef Bernd Tönjes und National-Bank-Chef Thomas A. Lange, wie der IR auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte. Der Führungswechsel sei im Geschäftsführenden Arbeitskreis (GAK) thematisiert worden. Zu diesem IR-Gremium zählen unter anderem Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger, RWE-Chef Peter Terium sowie Ruhr-Bischof Franz-Josef Overbeck.

„Vorschlag wohlwollend zur Kenntnis genommen“

„Um einen reibungslosen Übergang zum Jahreswechsel 2015/2016 zu gewährleisten“, habe Engel vor wenigen Tagen Tönjes und Lange als Moderatoren-Duo vorgeschlagen. „Die Mitglieder des GAK haben den Vorschlag wohlwollend zur Kenntnis genommen“, erklärte der Initiativkreis. Das letzte Wort hat die Vollversammlung des IR. Sie soll am 21. November über die Nachfolge von Engel und Schulte entscheiden.

Tönjes ist Chef des Herner Bergbaukonzerns RAG, der ähnlich wie das Ruhrgebiet insgesamt vor einem rasanten Wandel steht. National-Bank-Chef Lange ist auch Vorsitzender des Stiftungsrates für das „Klavier-Festival Ruhr“, das der IR ins Leben gerufen hat.

Initiativkreis Ruhr gilt als einflussreiches Netzwerk

Mit 64 Mitgliedsunternehmen, die insgesamt mit etwa 2,25 Millionen Beschäftigten einen Umsatz von 630 Milliarden Euro erzielen, gilt der Initiativkreis als eines der stärksten regionalen Wirtschaftsbündnisse in Deutschland. Der IR ist vor mehr als 25 Jahren gegründet worden, um den Strukturwandel im Revier zu unterstützen. Zu den Gründern gehörten Ruhrbischof Franz Hengsbach, Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen, Veba-Chef Rudolf von Bennigsen-Foerder, der Gewerkschaftsvorsitzende Adolf Schmidt und Jürgen Gramke vom Verein „Pro Ruhrgebiet“.

Zum Kreis der IR-Mitglieder zählen heute unter anderem die Bahn, die Deutsche Bank, BP, Eon, Evonik, Hochtief, RWE, Siemens, Thyssen-Krupp sowie die Fußballclubs Borussia Dortmund und Schalke 04.