Ford-Korruptionsaffäre zieht immer größere Kreise

Der Chef Fordwerke GmbH, Bernhard Mattes. Foto: Henning Kaiser/dapd
Der Chef Fordwerke GmbH, Bernhard Mattes. Foto: Henning Kaiser/dapd
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Die Betrugs- und Korruptionsaffäre beim Autokonzern Ford weitet sich aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird mittlerweile gegen 100 Personen ermittelt. Dem Unternehmen könnte durch Korruption ein Millionenschaden entstanden sein.

Köln.. Die Betrugs- und Korruptionsaffäre beim Autokonzern Ford nimmt immer größere Ausmaße an. Inzwischen werde gegen rund 100 Beschuldigte wegen Verdachts der Bestechung, der Bestechlichkeit, des Betruges oder der Untreue ermittelt, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Der Schaden für Ford summiere sich den bisherigen Ermittlungen zufolge auf einen ein- bis zweistelligen Millionenbetrag. Bremer bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“.

Laut Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen gegen Ford-Mitarbeiter sowie Zuliefer- und Handwerksfirmen. Es seien Beweismittel in „enormem Umfang“ sichergestellt worden, die noch ausgewertet würden. Dadurch steige auch die Zahl der Beschuldigten. Ein Ende der Ermittlungen sei noch nicht absehbar, sagte Bremer.

Liste mit korrupten Fordmitarbeitern geführt

Nach „Focus“-Informationen soll etwa der Chef einer Industriemontage-Firma eine Schmiergeldliste namens „Fremdarbeiter“ mit bis zu 40 offenbar korrupten Ford-Mitarbeitern aus diversen Abteilungen geführt haben. Der Unternehmer legte dem Bericht zufolge inzwischen ein Geständnis ab. Unter anderem soll der Firmenchef zwischen 2003 und 2010 leitende Angestellte aus dem Ford-Gruppenstab, die für den Bau und die Modernisierung von Produktionshallen in allen europäischen Autowerken zuständig waren, mit mindestens 1,2 Millionen Euro in bar geschmiert haben.

Das Netzwerk reichte aber wohl bis in die Werkshallen und Ersatzteillager. Offenbar bezahlte die Ford AG jahrzehntelang Ersatzteile, die nie geliefert wurden. Verschleiert wurde die Masche durch falsche Lieferscheine. Den Gewinn teilten sich die Zulieferfirmen demnach mit den bestechlichen Ford-Verantwortlichen.

Bremer sagte, Ford arbeite bei der Aufklärung der Vorfälle eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen und unterstütze die Behörden mit eigenen Ermittlungen. (dapd)

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