Evonik bläst Börsengang 2011 ab

Die Euro-Krise ist schuld: Wegen der fallenden Börsenkurse muss der Essener Konzern Evonik seinen geplanten Börsengang für dieses Jahr endgültig absagen. Nächstes Jahr soll es möglicherweise einen neuen Anlauf geben.

Essen. Der Börsengang von Evonik wird nicht mehr 2011 stattfinden. Zwar ist die Entscheidung noch nicht offiziell gefallen, doch ist die vorläufige Absage nach Informationen der WAZ-Mediengruppe das Ergebnis eines Gespräches zwischen dem Chef des Evonik-Mehrheitseigentümers RAG-Stiftung, Wilhelm Bonse-Geuking, und Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Hintergrund ist der heftige Absturz der Aktienkurse an den Börsen in Folge der Schuldenkrise einiger Euro-Länder. Die Evonik-Zahlen hingegen gelten als außerordentlich positiv. Ein Stiftungs-Sprecher wollte die Information auf Anfrage nicht kommentieren. Wie die WAZ weiter erfuhr, sollen die Vorbereitungen des Börsengangs allerdings weiter laufen, um möglicherweise im Frühjahr 2012 einen neuen Anlauf zu nehmen. Vor einer offiziellen Absage des Börsengangs müssen noch die Eigentümer, also die RAG-Stiftung und der Investor CVC, sowie das Kuratorium der RAG-Stiftung entsprechende Beschlüsse fassen. Das Kuratorium wird am 23. September eine Telefonkonferenz abhalten.

Immobiliensparte abgegeben

Zur Vorbereitung auf den Börsengang hatte Evonik noch vor wenigen Tagen bekannt gegeben, sich von seiner Mehrheit an 130 000 Wohnungen aus THS und Evonik Wohnen zu trennen. Mit diesem Schritt könnte Evonik als reines Spezialchemieunternehmen an die Börse gehen, was Analysten begrüßen.

Evonik ging aus der Industriesparte des ehemaligen Steinkohle-Konzerns RAG hervor. Haupteigentümer ist mit einem Anteil von rund drei Vierteln die RAG-Stiftung. Sie will aus den Erlösen des Evonik-Börsengangs die dauerhaften Kosten finanzieren, die nach dem von der Politik beschlossenen Ausstieg aus dem Steinkohlebergbau anfallen werden. Der Finanzinvestor CVC hatte 2008 ein Viertel von Evonik gekauft.

 
 

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