Du willst Schoki UND gutes Gewissen? Diese beiden Düsseldorfer haben für dich Fitness-Schokolade erfunden!

Junges Paar erfindet Fitness-Schokolade

Endlich Schokolade essen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen - ein Traum von Millionen von Menschen. Das Düsseldorfer Startup "Pumpin Panda" will ihn wahr werden lassen.

Endlich Schokolade essen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen - ein Traum von Millionen von Menschen. Das Düsseldorfer Startup "Pumpin Panda" will ihn wahr werden lassen.

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Ein Düsseldorfer Startup will ihn wahr werden lassen, den Traum vom Naschen mit gutem Gewissen. Wir haben mit den Gründern gesprochen.

Berlin.  Jessica und Matthias Ludwig sehen nicht so aus, aber bei ihnen dreht sich gerade alles um Süßigkeiten. Sie wollen den Traum Tausender Menschen wahr werden lassen: Schoki essen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Die beiden Düsseldorfer haben eine Protein-Schokolade erfunden und versuchen gerade, mit Hilfe von Crowdfunding die erste Großproduktion zu starten. Wir erreichen die beiden, wie könnte es bei frischgebackenen Unternehmern anders sein, im Auto – auf dem Rückweg von einem Gründer-Festival.

Also hat Euer Produkt tatsächlich Euren Härtetest überstanden?

Jessica Ludwig: Welchen Test?

Im Netz steht, Euch sei die Idee für das Ganze gekommen, weil ihr Euch nach dem Sport auf der Couch nichts Süßes gönnen wolltet. Klappt das mit Ihrer Schokolade besser?

Matthias Ludwig: Das war das Erste, was wir mit der fertigen Tafel gemacht haben (lacht). Bei mir hat es auf jeden Fall gewirkt, zumindest psychologisch.
Jessica Ludwig: Leider haben wir im Moment nicht mehr allzu viel Zeit für die Couch, es sind im Moment so 16 Stunden Arbeit am Tag. Aber zum Glück schmeckt es im Büro auch.

Also meint Ihr das ernst.

Matthias Ludwig: Auf jeden Fall. Ich habe meinen Job geschmissen, meine Frau pausiert mit dem Studium. Wir haben das am Anfang noch nebenbei gemacht, aber das ging irgendwann einfach nicht mehr. Ich wollte mich nicht in 30 Jahren fragen müssen, was aus der damaligen Idee wohl geworden wäre, wenn ich es jetzt nicht versucht hätte. Und bei der Gelegenheit die Leidenschaft Sport zum Beruf zu machen, klang dabei ganz gut.

Was macht Eure Schokolade denn so „sportlich“?

Jessica Ludwig: Die Inhaltsstoffe. Neben den 20 Prozent pflanzlichen Proteinen nutzen wir keinen Einfachzucker, sondern Kokosblütenzucker. Der ist nachhaltiger und hält den Blutzuckerspiegel stabil. Wenn man das mit normaler Schokolade vergleicht, bleibt man von Pumpin Panda länger satt, wird weniger müde und bekommt später keine Heißhungerattacken.

Aber schlank werde ich davon wahrscheinlich auch nicht.

Matthias Ludwig: Ganz klar: Das ist kein Diätprodukt. Die Menge an Kalorien ist vergleichbar mit der einer normalen Schokolade. Aber darum ging es uns auch nicht. Das Wichtigste war für uns nicht, wie viele Kalorien die Schokolade hat, sondern was das für Kalorien sind.
Jessica Ludwig: Wir hätten die Nährwerte auch noch besser machen können, dann aber beim Geschmack Abstriche machen müssen. Wir wollten aber eine Schokolade haben, die auch wie eine schmeckt.

Wenn man sich im Netz umschaut, findet man kaum ähnliche Produkte. Kann man Eurer Meinung nach von einer Marktlücke sprechen?

Jessica Ludwig: Absolut, ja. Hätten wir damals eine Schokolade gefunden, die allen Anforderungen entsprochen hätte, gäbe es Pumpin Panda jetzt nicht. Die wenigen gesunden Schokoladen haben sich für uns eher nach einem Esslöffel Backkakao im Mund angefühlt, sie hatten mit der zartschmelzenden Schokolade, auf die wir gerade Lust hatten, nur noch wenig zu tun. Und die Gruppe, die hochwertige Lebensmittel zu schätzen weiß, wird immer größer. Das war Grund genug für uns, diesen Menschen ein Angebot zu machen.

Und das alles habt Ihr, wie man im Netz sehen kann, auf der Couch entschieden?

Matthias Ludwig: Das war schon ein längerer Prozess. Wir sind beide große Fans von „Die Höhle der Löwen“ und uns war schon vor längerer Zeit klar, dass wir was Eigenes machen wollen. Die erste Idee haben wir verworfen, und dann war irgendwann Pumpin Panda da.

Apropos: Wie seid Ihr auf den Panda gekommen?

Jessica Ludwig: Das war, ehrlich gesagt, ein bisschen gruselig. Wir hatten beide am Anfang überhaupt keine Idee für einen Namen oder ein Design. Wir wussten aber, dass wir Tiere oder Gestalten in irgendeiner neuen Form auf der Verpackung haben wollten. Als die Diskussion ins Leere lief, ist jeder für sich ins Zimmer gegangen und eine Stunde später mit einem Entwurf zurückgekommen. Es klingt verrückt, aber beide hatten einen Pumpin Panda gemalt. Er ist offenbar so stark, der musste sich durchsetzen.

Und woher kam das Rezept?

Jessica Ludwig: Der erste Reflex, nachdem wir die Idee hatten, war, uns selbst in die Küche zu stellen. Dann gab es ein paar YouTube-Tutorials, einen ungenießbaren Prototypen und Bauchschmerzen. Dann haben wir gemerkt, dass wir einen Profi ins Boot holen müssen.
Matthias Ludwig: Das hat auch noch ein paar Versuche gedauert, bis alles so war, wie es jetzt ist, aber wenn wir an unseren ersten Prototypen denken, sind wir sehr froh über die Entscheidung (lacht).

Und jetzt steht Eure Wohnung voll mit Pandas und Schokolade und Ihr wartet auf Bestellungen?

Matthias Ludwig: So sieht es allein schon deswegen nicht aus, weil man keine Lebensmittel in der Wohnung lagern darf. Wir haben ein kleines Lager und ein kleines Büro angemietet. Im Moment fahren wir fast jeden Tag auf eine Veranstaltung, um Werbung zu machen und andere Gründer zu treffen. Wir haben auf jeden Fall genug zu tun. Auch, um auf unser Crowdfunding aufmerksam zu machen.

Macht einen das Hoffen auf Spenden beim Crowdfunding nicht rappelig?

Matthias Ludwig: Wir haben nach einer Woche etwas mehr als 2000 von erhofften 10.000 Euro. Außerdem haben wir haben noch fünf Wochen Zeit und drumherum noch einiges vor. Wir sehen das tatsächlich locker, weil es uns dabei nicht allein ums das Geld geht. Wir wollten dabei auch einfach mal schauen, wie die Idee ankommt, wie die Leute reagieren. Und in der Hinsicht, finden wir, kommen wir bis jetzt ganz gut an.

Auch bei Experten scheint Ihr gut anzukommen. Ihr habt direkt Euren ersten Startup-Contest gewonnen, und das bei einer namhaften Werbeagentur. Wie ist es dazu gekommen?

Jessica Ludwig: Das wissen wir auch noch nicht so wirklich (lacht). Wir waren uns, noch kurz bevor wir die Bewerbung weggeschickt haben, nicht ganz sicher, ob wir mitmachen sollen. Dann sind wir beim Contest in Panda- und Känguru-Kostüm rumgetanzt - und am Ende waren wir die Sieger bei 45 Bewerbungen. Das ist natürlich ein geiler Motivationsschub.

Wie geht es jetzt weiter mit Pumpin Panda?

Matthias Ludwig: Wir haben bei dem Contest Unterstützung der Werbeagentur gewonnen. Wie die Hilfe aussieht, klären wir in den nächsten Tagen. Online-Shop und Produktionskapazitäten stehen bereit. Die Nachfrage muss sie nur auslasten. Und wenn das alles laufen sollte, haben wir immer noch tausend Ideen für weitere Sorten. Schokolade kann ja so schön vielseitig sein.

Und Ihr greift jetzt zu Hause auf der Couch nicht wieder auf die billigere Normal-Schokolade zurück?

Jessica Ludwig: Manchmal schon, aber tatsächlich gibt es öfter unsere eigene. Das ist, vermuten wir, schon mal ein ganz gutes Zeichen. Noch besser hat uns aber das Testessen mit Familie und Freunden getan. Es wurde nämlich Nachschub verlangt.

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