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Die Modekette Sinn Leffers meldet sich zurück

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Sinn Leffers
In den letzten sechs Jahren hat die Modekette Sinn Leffers Belegschaft und Filialnetz halbiert. Nun investiert das Hagener Unternehmen wieder. Für drei Millionen Euro wurde die Filale im Bochumer Ruhr-Park modernisiert.

Bochum. 

Nach etlichen Eigentümerwechseln, einer Rosskur in der Belegschaft und im Filialnetz sowie einem Insolvenzverfahren meldet sich die Modekette mit neuem Selbstbewusstsein zurück. Das Hagener Traditionsunternehmen schließt Neueröffnungen nicht mehr aus.

Im Bochumer Einkaufszentrum Ruhr-Park ist ab heute zu besichtigen, wie sich Sinn Leffers auf dem hart umkämpften deutschen Textilmarkt behaupten will. Drei Millionen Euro haben die Hagener in die runderneuerte Filiale mit neuem Design und zusätzlichen Modemarken investiert. Drei weitere Millionen fließen in die Häuser Dresden und Lüdenscheid.

Eigentümer Peter Zühlsdorff ist hoch zufrieden. Der ehemalige Vorstandschef des Haarpflegekonzerns Wella und erfolgreicher Sanierer der Unternehmensgruppe Tengelmann zieht zwei Jahre nach dem Insolvenzplanverfahren eine positive Bilanz: „Sinn Leffers ist ein blitzsauberes und kerngesundes Unternehmen“, sagt der 70-jährige Gesellschafter der Deutschen Industrie Holding DIH, die an 15 Unternehmen beteiligt ist. Sinn Leffers ist seit Herbst 2005 eine hundertprozentige DIH-Tochter. Zühlsdorff kaufte die Textilkette damals vom Karstadt/Quelle-Konzern.

Drei Mal im Ruhrgebiet

Seither wurde die Belegschaft von 4000 auf 2000 Menschen halbiert, die Zahl der Filialen von 49 auf 24 reduziert. Sinn Leffers, einst in jeder Ruhrgebietsstadt vertreten, hat im Revier heute nur noch Filialen in Bochum, Oberhausen, Gelsenkirchen-Buer und Krefeld. Sie und die 20 anderen laufen nach Angaben von Geschäftsführer Abram Nette aber erfolgreich.

Im laufenden Geschäftsjahr, das am 31. Juli endet, macht das Unternehmen voraussichtlich 250 Millionen Euro Umsatz – sieben Prozent mehr als 2009/10. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern werde sich verfünffachen, so Nette. Bis 2015 will Sinn Leffers wieder eine Spitzenposition unter den Textilisten einnehmen.