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DHL-Zentrum Hagen: Teilzeitkräfte helfen im Weihnachtsgeschäft

DHL-Paketzentrum in Hagen.jpg
Foto: Volker Hartmann
  • Das DHL-Paketzentrum stellt zum Weihnachtsgeschäft zusätzliche Mitarbeiter ein.
  • Die Zahl der täglichen Sendungen verdoppelt sich zum Jahresende.
  • Die Beschäftigung ist ein „Knochenjob“, bietet aber flexible Arbeitszeiten.

Hagen. 

Die DHL sieht sich gut gerüstet für das diesjährige Weihnachtsgeschäft. Das Paketzentrum in Hagen, eines von 33 bundesweit und 1994 als erstes seiner Art eröffnet, verteilt im normalen Betrieb etwa 100 000 bis 110 000 Sendungen täglich. Zum Jahresende hin verdoppele sich diese Zahl, „erst kürzlich haben wir die Marke von 200 000 am Tag geknackt“, erzählt Werner Kunert, Senior-Sachbearbeiter und seit 2000 am Standort Hagen beschäftigt. Der Mehraufwand, der sich von Anfang November bis Mitte Januar ergibt, könne nur durch zusätzliches Personal gestemmt werden.

Ein echter Knochenjob

Daher hat Niederlassungsleiter Horst Grote in den vergangenen Tagen und Wochen Mitarbeiter eingestellt und wird dies auch weiter tun, 40 bis 60 zusätzliche Paar Hände werden die 440 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen. Noch einmal so viele werden als Zusteller eingesetzt. In der Verteilerhalle arbeitet der Großteil dieser zusätzlichen Mitarbeiter auf Teilzeitbasis. „Vollzeit wäre auch eine ziemliche Belastung“, weiß Grote, der 1978 bei der Bundespost begann und über die Stationen Essen, Düsseldorf und Hamm 2011 nach Hagen kam.

Grote macht keinen Hehl daraus, dass die Arbeit an den Förderbändern ein echter Knochenjob ist, wenn auch ein über Tarif bezahlter, wie er betont. Kunert führt aus: Beim Verladen der Pakete vom Lkw-Container auf eines der beiden Förderbänder etwa – das längere misst 1000 Meter – soll ein Mitarbeiter im Schnitt 1000 Pakete in der Stunde bewegen. Das, so Kunert, mache fünf Tonnen. Bei einem Lärmpegel von knapp unter 80 Dezibel. Um 100 geeignete Mitarbeiter zu finden, erläutert Grote, müsse man gut 125 anlernen. Heißt: Rund ein Fünftel springt wieder ab. Jene, die bleiben, dürfen mit sehr flexible Arbeitszeiten rechnen. Die Bänder laufen 23 Stunden am Tag, „das Zeitfenster ist in Teilzeit sehr frei wählbar“, so Grote.

Für 90 Prozent der verteilten Sendungen ist Hagen „Umschlagplatz“, sie gehen weiter an andere Paketzentren. Die restlichen 10 Prozent finden in Südwestfalen und im Bergischen Land ihren Adressaten. Angesichts der hohen körperlichen Belastungen ist es umso bemerkenswerter, dass Werner Kunert die Zahl der weiblichen Mitarbeiter im Paketzentrum auf 69 Prozent beziffert. Und: „Die etwas Älteren sind in der Regel zuverlässiger und sogar auch mal schneller als die Jungen.“ Muss am höheren Verantwortungsbewusstsein liegen, schätzt er.

Was Niederlassungsleiter Grote besonders am Herzen liegt, wie er sagt, ist, dass in Hagen kein „Hire and Fire“ (zu deutsch: anheuern und feuern) betrieben wird. Es bestünden durchaus Chancen, ein Teilzeitverhältnis auch nach dem großen Weihnachts-Boom aufrecht zu erhalten. Denn: „Die Sendungsmenge wird immer größer, seit dem ich hier vor vier Jahren angefangen habe, konnten wir über 100 Leute entfristen.“ Den Aufwärtstrend untermauert er mit Zahlen. So seien im Jahr 2013 bundesweit eine Milliarde Sendungen im Umlauf gewesen, im Jahr 2022 soll diese Zahl auf 1,4 Milliarden ansteigen. Allein im Postleitzahlbereich 58 seien aktuell 350 Zusteller beschäftigt. Grote: „Vor zwei Jahren waren das noch 240.“