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Das Unternehmen Ideenpark

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IdeenPark 2012 Foto: Matthias Graben
Die vierte Auflage der Messe will 13 Tage lang mit Technik und Innovationen begeistern. Im Vordergrund stehen in Essen die Themen Klima, Stadtentwicklung und Mobilität. Dazu kommen 600 Workshops für Kinder und Jugendliche. Der Eintritt ist frei.

Essen. 

Die Messe Essen gleicht einem Bienenkorb. Hunderte Menschen arbeiten, schrauben, telefonieren ununterbrochen. Hektik macht sich breit in den Hallen. Barbara Scholten, Projektmanagerin und Erfinderin des Ideenparks, sieht den kommenden 13 Tagen dennoch gelassen entgegen.

Auf mehr als 60 000 Quadratmetern – das entspricht einer Fläche von etwa sieben Fußballfeldern – zeigt der Ideenpark, warum Technik und Innovation nicht langweilig und lebensfern sein müssen. Die Ausstellung verwandelt die Messe Essen und große Teile des Grugaparks in eine kreative Stadtlandschaft, die die Themen Klima, Stadtentwicklung und Mobilität veranschaulicht. „Wir wollen mit unserem Konzept so viele Menschen wie möglich erreichen“, sagt Scholten.

Millionen-Investitionen

Das soll mit beeindruckenden Exponaten gelingen: Mit dem riesigen, automatisierten Fußballschuh „David“, einem mannshohen Roboter oder der künstlichen Qualle „Aquajelly“, die ihrem biologischen Vorbild nachempfunden ist. Dazu kommen 600 Workshops für Kinder und Jugendliche. Die Veranstaltung ist interaktiv angelegt, überall können Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen bei verschiedenen Aktionen mitmachen und Technik live erleben.

Über 200 Firmen, Verbände und Bildungseinrichtungen präsentieren ihre Arbeit. Allein das Unternehmen Thyssen-Krupp beschäftigt 1200 Mitarbeiter, davon 540 Auszubildende, für die Planung, Durchführung und Gestaltung des diesjährigen Ideenparks.

Gut 20 Stunden sind nötig, um den gesamten Ideenpark abzulaufen – und dann bleiben trotzdem nur drei Minuten, um sich jedes der 400 Exponate anzuschauen. Als Messe-Mitarbeiter sollte man in jedem Fall fit sein: Mehrere Kilometer laufen Scholten und ihr Team täglich über das Gelände. Menschen für Technik zu begeistern, Erfindungen greifbar zu machen, das sei der Motor des Ideenparks, der bereits zum vierten Mal stattfindet. Der Eintritt ist frei, die Messe ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

„Der Ideenpark zeigt, wie viele kluge Köpfe hier im Ruhrgebiet leben und arbeiten“

Barbara Scholten und ihr Team rechnen mit mehreren Hunderttausend Besuchern. Thyssen-Krupp investiert einen „niedrigen Betrag im zweistelligen Millionenbereich“, sagt Scholten. Mehr als 2000 Mitarbeiter sind täglich auf dem Ideenpark beschäftigt, über 300 haben die Innovationsmesse in drei Wochen aufgebaut. Die gesamte Vorbereitungszeit allerdings hat schon im Jahr 2008 begonnen, als feststand, dass nach Stationen in Gelsenkirchen, Hannover und Stuttgart ein weiterer Ideenpark stattfinden soll.

Scholten und ihr Team organisieren das Projekt „nebenbei“. Eigentlich leitet Barbara Scholten den Bereich Corporate Center Communications: Sie ist für die Entwicklung und Vermarktung der Marke Thyssen-Krupp zuständig.

Für die Metropolregion Ruhr sei der Ideenpark gewissermaßen Lobbyarbeit, sagt die Oberhausenerin. Den Standort Essen haben sie und ihre Mannschaft ganz bewusst gewählt: „Der Ideenpark zeigt, wie viele kluge Köpfe hier im Ruhrgebiet leben und arbeiten und wie viel Potenzial in dieser faszinierenden Region steckt.“