Betriebsrat will für Stahlsparte von Thyssen-Krupp kämpfen

Zur Zukunft der Stahlsparte von Thyssen-Krupp hat es in den vergangenen Monaten wiederholt Spekulationen gegeben.
Zur Zukunft der Stahlsparte von Thyssen-Krupp hat es in den vergangenen Monaten wiederholt Spekulationen gegeben.
Foto: Kai Kitschenberg
12.800 Beschäftigte wählen in Duisburg einen neuen Betriebsrat für Thyssen-Krupp. Betriebsratschef Wilhelm Segerath will für die Stahlsparte kämpfen.

Duisburg.. Wilhelm Segerath befindet sich im Wahlkampfmodus. Der Konzernbetriebsratschef von Thyssen-Krupp, einer der einflussreichsten Arbeitnehmervertreter im Unternehmen mit seinen weltweit 155.000 Mitarbeitern, tritt zur Wahl in der Heimat an. Segerath ist auch Vorsitzender des Betriebsrats am Standort Hamborn/Beeckerwerth in Duisburg, wo nun 12.800 Beschäftigte aufgerufen sind, ihre Arbeitnehmervertreter neu zu wählen. Abgestimmt wird elf Tage lang.

Über die Zukunft der Stahlwerke am größten Standort des Konzerns war in den vergangenen Monaten wiederholt spekuliert worden. „Wir stehen dafür, dass Stahl zum Thyssen-Krupp-Konzern gehört“, sagt Segerath, der die Wahlliste der IG Metall anführt. „Wir werden den Stahl mit allen Möglichkeiten und aller Macht verteidigen.“

Es heißt, der Finanzinvestor Cevian, der als Großaktionär 15 Prozent der Anteile von Thyssen-Krupp hält, habe Vorbehalte gegen das Konzept von Vorstandschef Heinrich Hiesinger, demzufolge der Konzern durch die Vernetzung der einzelnen Sparten – Aufzüge, Anlagenbau, Autozulieferer, Werkstoffhandel und Stahlproduktion – wachsen soll. Segerath betont: „Es geht uns um den Erhalt von Thyssen-Krupp in Gänze.“ Dies sage er auch mit Blick auf Anteilseigner, die „eventuell den Quartalskapitalismus im Auge haben und auf kurzfristige Gewinne aus sind“.

Arbeitsgericht hat sich mit Betriebsratswahl befasst

Derzeit haben die Kandidaten der IG Metall am Standort Hamborn/Beeckerwerth 30 von 39 Plätzen im Betriebsrat. „Wir streben an, alle Mandate zu holen“, sagt Günter Back, Segeraths Vize in Hamborn und zugleich Chef des Stahl-Gesamtbetriebsrats. Eine „einheitliche Interessenvertretung“ helfe bei den Gesprächen mit der Arbeitgeberseite. Nach Verhandlungen mit dem Betriebsrat hat Thyssen-Krupp Steel unlängst eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 34 auf 31 Stunden eingeführt. Die Beschäftigten verzichten auf einen Teil des Lohns. Nach Angaben des Betriebsrats konnten dadurch Kündigungen verhindert werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind jetzt bis zum Jahr 2020 ausgeschlossen.

Die Neuwahl für den Betriebsrat war nach Streit vor Arbeitsgerichten nötig geworden. Zuvor hat es Ärger um eine Äußerung eines Kandidaten im Internet-Netzwerk Facebook gegeben, die aus Sicht der IG Metall rassistisch war und auch einen Vorgesetzten auf den Plan gerufen hatte. Daraufhin hatten sich andere Kandidaten entschlossen, nicht zur Wahl anzutreten. Die Richter waren der Ansicht, dass es sich um eine unzulässige Einmischung des Unternehmens in die Wahl gehandelt habe. Neben der Liste der IG Metall gibt es auch bei der aktuellen Wahl Alternativen. So stellt unter anderem die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) Kandidaten.

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