"The Voice of Germany"-Siegerin Charley Ann Schmutzler erinnert an Adele im Finale

Im Finale von "Voice of Germany" trat die spätere Siegerin Charley Ann Schmutzler gemeinsam mit ihren Coaches Smudo und Michi Beck auf.
Im Finale von "Voice of Germany" trat die spätere Siegerin Charley Ann Schmutzler gemeinsam mit ihren Coaches Smudo und Michi Beck auf.
Foto: dpa
Die Coaches Smudo und Michi Beck haben mit Kandidatin Charley Ann Schmutzler "The Voice of Germany" gewonnen. Sie erinnert Superstar Adele.

Essen.. Jubelnd dreht sich Michi Beck auf der Bühne um und ruft provokant in die Richtung der anderen „The Voice of Germany“-Coaches: „Das ist der eindeutige Beweis dafür, dass Ihr keine Ahnung habt“. Sekunden zuvor hatte nur das Team Fanta in der Blind Audition auf den roten Buzzer gehauen und sich damit eine schüchterne, junge Sängerin aus Berlin in ihr Team geholt. Dass Charley Ann Schmutzler wenige Monate später überlegen das Finale von „The Voice of Germany“ gewinnen würde – damit hatte wohl selbst Michi Beck damals nicht gerechnet.

Mit ihrer ausdrucksstarken Soul-Stimme holte sich die 21-jährige Schauspielerin den verdienten Sieg der vierten TVoG-Staffel. Über die verschiedenen Shows hatte sich Charley Ann Schmutzler unter den Fittichen der Fantas immer weiter gesteigert, bis sie nach einem grandiosen Auftritt im Halbfinale sogar als leichte Favoritin galt – auch wenn ihre größte Konkurrentin Lina Arndt aus dem Team von Rea Garvey bei den Download-Zahlen des eigenen Songs (floss in die Wertung mit ein) mit einem Vorsprung ins Finale ging.

Charley Ann Schmutzler beeindruckte an der Seite der Fantas

Doch in der über dreieinhalbstündigen Show setzte Charley Ann Schmutzler bereits mit ihren ersten Auftritten ein Ausrufezeichen. Beim Kandidaten-Medley mit Hits von David Guetta sang sie direkt nach Lina Arndt und ein Klassenunterschied war zu hören. Kurz darauf ging sie mit ihren Coaches Smudo und Michi Beck auf die Bühne und performte den Fanta-4-Song „25 Years“ so eindrucksvoll, dass sie endgültig die Favoritin auf die „TVoG-Krone war. Und die Fantas sollten überlegen, ob sie bei ihrer nächsten Tour nicht noch eine Sängerin gebrauchen könnten. „Ihre Stimme hört man aus Hunderten heraus. Darum geht es bei ,The Voice of Germany'“, schwärmte Michi Beck während der Final-Show.

Bei ihren weiteren Auftritten zeigte die Tochter der Schauspielerin Claudia Schmutzler ("Für alle Fälle Stefanie") keine Schwäche. Sie legte mit Hozier („Take Me To Church“) einen so überragenden Auftritt hin, dass der irische Überflieger seine Duett-Partnerin mit Superstar Adele verglich.

Lange Werbepausen bremsten Dynamik von "The Voice of Germany"-Finale

In der Tat hat Charley Ann Schmutzler mit ihrer Stimme noch am ehesten das Potenzial auch international Karriere zu machen. Ihre Single „Blue Heart“ erinnert ein wenig an „James Bond“-Titelmelodien, besitzt zudem einen lässigen Beat, der dem Lied einen groovigen Rhythmus verleiht.

Das Finale von „The Voice of Germany“ bot musikalisch dank weiterer illustrer Gast-Stars wie Ed Sheeran, Olly Murs und Take That sowie sehr guter Performances der Kandidaten mit den Coaches Samu Haber, Stefanie Kloß und Rea Garvey einen hohen Unterhaltungswert. Allerdings wurde die Dynamik der Show von zahlreichen, extrem langen Werbepausen torpediert. Die daraus entstehende Langatmigkeit war einer der Gründe, warum die Liveshows bei der TV-Quote bis zu einer Million Zuschauer einbüßte.

Sympathische Jury trug die vierte TVoG-Staffel

Die vierte Staffel von „The Voice of Germany“ wurde vor allem von der sympathischen Jury getragen. „Sunrise Avenue“-Sänger Samu Haber hatte bereits in der vergangenen Staffel als charmanter Frauenversteher viele Herzen erobert. Bei seinem Lausbuben-Lächeln fiel auch nicht groß ins Gewicht, dass sich der deutsche „Hühnerhaut“-Vokabelschatz des Finnen im Vergleich zum Vorjahr nicht sonderlich vergrößert hat.

Wie sehr Rea Garvey in der dritten Staffel von „The Voice of Germany“ gefehlt hatte, wurde vielen Stammzuschauern bereits in den „Blind Auditions“ bewusst. „Es ist so geil im Stuhl bei einer Blind Audition eine neue Stimme zu hören, bei der man eine Gänsehaut bekommt“, schwärmte Garvey im Interview mit der Funke Mediengruppe. Mit seiner direkten und ehrlichen Art war Rea Garvey trotz seines Enthusiasmus oft ein ruhender Pol in der Jury. Die gute Nachricht: Im TVoG-Finale hat der Ire erwähnt, dass er in der fünften Staffel wieder einer der Coaches sein will.

Bei den Coaches flossen viele Tränen

Ihre Premiere bei „The Voice of Germany“ hat Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß sehr gut gemeistert. Sie war weit mehr als der Ersatz von Nena beziehungsweise die „Frauenquote“ in der Jury. Dort setzte Stefanie Kloß ihre Ellbogen geschickt gegen die Testosteron-Übermacht ihrer männlichen Kollegen ein, wenn es um das Werben von Talenten ging. Sie selbst bezeichnete sich als die Emo-Tante unter den Coaches. Zwar flossen bei ihr reichlich Tränen, wenn es emotional wurde. Dass Stefanie Kloß dabei allerdings große Konkurrenz von den „harten Jungs“ in der Jury bekommen würde, überraschte die Zuschauer.

Vor allem Smudo war mehrfach von dem Gesang der Kandidaten zu Tränen gerührt, was ihn sicherlich selbst überrascht hat. Dabei hatte er mit der Teilnahme eigentlich etwas anderes im Sinn. Michi Beck und Smudo bekannten bereits vor dem Start von „The Voice of Germany“, dass sie als Coaches in der Show vor allem für das 25-jährige Bühnen-Jubiläum der „Fantastischen Vier“ trommeln wollten.

Doch die Arbeit als Coaches war für die beiden schnell weit mehr als eine Werbe-Plattform. Mit coolen Sprüchen und jeder Menge Spaß brachten die HipHopper eine gewisse Lässigkeit in die Show. So hatten Smudo und Michi Beck den Blick für das Abseitige – etwa als sie sich im Finale nach dem Solo-Auftritt von Lina Arndt über die Hintergrund-Tänzer lustig machten.

Lina Arndt war noch nicht reif für den Titel

Die 18-jährige Schülerin aus dem Team von Rea Garvey dürfte mit ihrer Single „Love In A Cold Room“ ebenfalls weit oben in den Deutschen Single Charts landen. Die Zweitplatzierte von „The Voice of Germany 2014“ mit 21,92 Prozent kann mit leisen Tönen einen ganz Raum ausfüllen. Mit ihrer melancholischen Gesangsart sprach sie am Ende aber wohl zu sehr ein spezielles Publikum an. Zudem wirkt sie noch sehr jung in dem Musikbusiness – selten brachte sie während der Liveshows auf Fragen des Moderators Thore Schölermann mehr als Halbsätze zu Stande.

Das Außergewöhnliche in der Stimme fehlte Andrei Viesa aus dem Team von Samu Haber um weiter vorne als Platz 3 (19,28 Prozent) zu landen. Zudem hatte er mit „Moving On“ die belangloseste Single und ging im Duett mit Ella Henderson teilweise unter.

Starker Auftritt von Marion Campbell und Stefanie Kloß

Respekt gebührt der vierten Finalisten Marion Campbell aus dem Team von Stefanie Kloß. Mit der Silbermond-Sängerin legte sie zu dem „The Police“-Hit „Roxanne“ einen mitreißenden Auftritt hin. Auch Olly Murs begegnete sie im Duett auf Augenhöhe. Trotzdem reichte es nur zu 17,05 Prozentpunkten und damit Platz 4 bei „The Voice of Germany“.

Andreas Kümmert bereut Teilnahme bei "The Voice of Germany"

The Voice of Germany Wie nachhaltig so ein Titel im Musik-Business ist, wird sich bei Charley Ann Schmutzler in den nächsten Monaten zeigen. Während sich die erste TvoG-Siegerin Ivy Quainoo noch einigermaßen etablieren konnte, sind Nick Howard (Sieger Staffel 2) und Andreas Kümmert (Sieger Staffel 3) weitestgehend von der Bildfläche verschwunden. Andreas Kümmert bereut seine Teilnahme so sehr, dass er sie am liebsten aus seiner Vita löschen würde.

Die Erfolgsgeschichte von „The Voice of Germany“ auf ProSieben und Sat.1 wird jedenfalls weitergehen. Eine fünfte Staffel von „The Voice of Germany“ ist für 2015 geplant, und es wird bereits zu den Castings aufgerufen.

 
 

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