Mülheim

Nach dem Tod eines Säuglings: Polizei und Staatsanwaltschaft erklären Großaufgebot an der Mülheimer Klinik

Das Marienhospital in Mülheim.
Das Marienhospital in Mülheim.
Foto: Oliver Müller/ FUNKE Foto Services

Mülheim. Nach dem Tod eines acht Monate alten Säuglings gab es erhebliche Probleme zwischen der Essener Polizei und dem Marienhospital in Mülheim, was die Herausgabe der Krankenakte des Kindes angeht.

Gemeinsame Erklärung der Staatsanwaltschaft und Polizei

In das Krankenhaus hat der Vater sowie mutmaßlicher Peiniger sein Baby am 29. April mit schweren Kopfverletzungen eingeliefert. Zur weiteren Behandlung wurde das Kind danach in das Uni-Klinikum Essen gebracht, wo es in der darauffolgenden Nacht verstarb.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Baby in Uni-Klinik Essen gestorben: Vater (22) bricht in Tränen aus – DAS hat er einem Kiosk-Inhaber anvertraut

Baby starb an massiven Kopfverletzungen in Uni-Klinik Essen: War es Totschlag? Vater (22) sitzt in U-Haft

• Top-News des Tages:

Fünf Wasserbüffel blockieren A3 bei Leverkusen – Stundenlange Staus auf der Autobahn

„Bauer sucht Frau“: Anna aus Essen trifft folgenschwere Entscheidung

-------------------------------------

„Es war unvermeidlich, mit einem größeren Aufgebot an Polizeikräften anzurücken“

Nun hat die Staatsanwaltschaft Duisburg zusammen mit der Polizei Essen eine gemeinsame Presseerklärung herausgegeben, in der sie die Herangehensweise in dem Fall noch einmail detailliert schildern und ihr Handeln in Bezug auf das Marienhospital erläutern:

  • Nach dem Tod hat die Staatsanwaltschaft Duisburg die Essener Polizei mit den Ermittlungen beauftragt, um die genauen Todesumstände des Säuglings zu ermitteln. Eine Mordkomission, unter der Leitung der Kriminalhauptkommissarin Tanja Hagelüken, wurde eingerichtet.
  • Wie in solchen Fällen üblich, forderte die Polizei am 4. Mai die Krankenakte des verstorbenen Babys als Beweismittel aus dem katholischen Krankenhaus in Mülheim an.
  • Obwohl durch die Eltern eine Entbindungserklärung von der ärztlichen Schweigepflicht erteilt worden wäre, sollen die Verantwortlichen des Krankenhauses die Herausgabe der Akte verweigert haben. (entgegen § 95 StPO).
  • Daraufhin habe die Staatsanwaltschaft Duisburg bei dem zuständigen Ermittlungsrichter die Krankenhaus-Durchsuchung beauftragt, um die Akte zu finden und zu beschlagnahmen.
  • Nachdem die Durchsuchung in einem richterlichen Beschluss stattgegeben wurde, sollen die beteiligten Personen des Krankenhauses trotz der mehrfachen Hinweise auf die rechtliche Gültigkeit der mündlichen und richterlichen Anordnung, die Akte trotzdem nicht herausgegeben haben.
  • „Es war unvermeidlich mit einem größeren Aufgebot an Polizeikräften anzurücken“, heißt es weiter in der Erklärung. Daraufhin rückte am Nachmittag des 4. Mai ein größeres Polizei-Aufgebot im Krankenhaus an und beschlagnahmte die Akte.
  • Trotz des Großaufgebots, sollten „zu keiner Zeit Patienten oder Mitarbeiter des Krankenhauses an dem Betreten des Krankenhauses gehindert“ worden sein, stellt die Staatsanwaltschaft Duisburg klar. (jgi)

+++++++++
Du willst immer wissen, was in Essen los ist? Dann klicke hier und hol dir den kostenlosen Essen-Newsletter von DER WESTEN.

 
 

EURE FAVORITEN