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Oberhausen: Basketballer (†17) aus der Ukraine erstochen – schrecklicher Verdacht bestätigt sich nicht

Nach der brutalen Bluttat in Oberhausen kursiert ein schwerer Verdacht in der Ukraine. Jetzt hat sich die Polizei zum Motiv geäußert.

© Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Verbrechen in NRW: So viel Arbeit hat die Polizei wirklich

Laut der Polizei-Kriminalstatistik ist die Kriminalität in NRW 2022 leicht angestiegen. In den vergangenen sechs Jahren war sie noch stetig gesunken. Mit knapp 1,37 Millionen Delikten gab es einen Anstieg um 13,7 Prozent zum Vorjahr.

Oberhausen steht nach dem tödlichen Streit am Samstagabend (10. Februar) noch immer unter Schock. Gegen 20.15 Uhr war eine Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen eskaliert. Am Willy-Brand-Platz zückte einer der Beteiligten ein Messer und stach auf zwei Teenager (17 und 18) ein.

Beide erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Für den 17-Jährigen sollte jede Hilfe zu spät kommen. Kurze Zeit später sickerte durch, dass es sich bei dem Todesopfer um den ukrainischen Basketballer Volodymyr Yermakov handelte, der für die ART Giants Düsseldorf in der U19-Bundesliga spielte. Das zweite Opfer war sein Mannschaftskollege Artem Kozachenko (mehr dazu hier >>>) – ebenfalls aus der Ukraine. In der Heimat kursieren entsetzliche Gerüchte.

Oberhausen: Schwerer Verdacht nach tödlichem Streit

So berichten ukrainische Medien unter Berufung auf den ukrainischen Basketballverband, dass die Junioren-Basketballer angegriffen wurden, weil sie aus der Ukraine stammen. Diese Vorwürfe sind auch bis zu den Ermittlern von Staatsanwaltschaft und Polizei Essen vorgedrungen. Am Dienstag (13. Februar) haben sich die Behörden zum möglichen Tatmotiv geäußert.


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Dabei beziehen sich Polizei und Staatsanwaltschaft auf den schweren Verdacht aus dem Heimatland der Opfer: „Nach umfangreichen Zeugenvernehmungen und Auswertungen von Beweismitteln gibt es derzeit allerdings keine konkreten Hinweise auf eine fremdenfeindlich motivierte Tat.“ Stattdessen würden die Ermittlungen aktuell darauf hindeuten, dass es sich um eine spontane Gewalteskalation des Hauptverdächtigen (15) handelt.

Jugendlicher aus Gelsenkirchen festgenommen

Der 15-jährige Gelsenkirchener steht unter dringendem Tatverdacht, mit einem Messer auf die beiden Ukrainer eingestochen zu haben. Er und sein 14-jähriger Begleiter aus Herne sind nach Angaben der Ermittler bereits in der Vergangenheit „erheblich kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten“. Der 14-Jährige ist auf freiem Fuß, weil die Polizei ihm bislang eine Tatbeteiligung nicht nachweisen konnte.


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Die Ermittlungen laufen allerdings weiter auf Hochtouren. Dabei werten die Beamten unter anderem Videoaufnahmen von der Bushaltestelle am Hauptbahnhof aus.