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Oberhausen: Überraschende Forderung von Kneipen-Besitzer – „Vernünftig durchstarten“

Diese Branchen profitieren in der Corona-Krise!

Obwohl viele Unternehmen durch die Corona-Pandemie finanziell betroffen sind, ging es bei vielen anderen Firmen rasant bergauf. Folgende Branchen sind Pandemie-Gewinner ...

Oberhausen. 

Auf, zu, 3G, 2G und jetzt 2G-Plus: In Oberhausen müssen sich Gastronomiebetriebe und Kneipen während der Corona-Pandemie mit etlichen Maßnahmen herumschlagen.

Doch davon hat ein Kneipen-Besitzer aus Oberhausen jetzt die Schnauze voll. Was er jetzt stattdessen fordert, verrät er im Gespräch mit DER WESTEN.

Oberhausen: Kneipen-Besitzer will nicht länger den „Sündenbock“ spielen

Eigentlich sollte es eine große Feier werden. Seit der Eröffnung 2007 ist das Helvete in Oberhausen eine Institution für alle Metal-Fans im Ruhrgebiet. Und dieses Jahr gäbe es einen besonderen Grund zum Feiern, denn der Mix aus Club, Kneipe und Live-Stage steht bereits seit 15 Jahren an der Friedrich-Karl-Straße – ganz in der Nähe vom Hauptbahnhof. Doch wie auch schon in den vergangen zwei Pandemie-Jahren müssen die Pläne wieder verschoben werden.

Der Betreiber Gregor Woitzik hofft, „dass wir die letzten zwei Jahre dieses Jahr nachfeiern können, was ich aber nicht glaube“. Eine gebührende Fete würde schließlich nicht nur Konzerte, sondern auch den Betrieb der Disco miteinschließen. Der Zugang zu den Räumlichkeiten im Keller bleibt den Gästen jedoch weiterhin verwehrt. Nur die Bartheke direkt hinterm Eingang hat geöffnet. Woitzik hat auch wenig Hoffnung auf eine baldige Öffnung.

„Die verschieben das immer“, bedauert er. Außerdem findet er es nicht richtig, dass Diskotheken und Kneipen öffentlich als „Sündenbock“ dargestellt würden, während er den eigentlichen Infektionsherd eher in den Einkaufsstraßen und Shopping-Malls sehe. „Die Geschäfte sind ja auch alle voll“, meint er. Doch der Besitzer weiß ganz genau, wie glücklich er sich schätzen kann, dass wenigstens der Kneipenbetrieb noch läuft.

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Das ist das Helvete:

  • 2007 in Oberhausen eröffnet
  • Betreiber Gregor Woitzik
  • Friedrich-Karl-Straße, in Fußnähe zum Hauptbahnhof
  • Pup, Club und Live-Stage in einem
  • Musikrichtungen: Metal, (Deutsch) Rock, Punk, Alternative

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Oberhausen: DIESE Regel wird von Kneipen-Besitzer beklagt – „checken das einfach nicht“

Und das hört er auch von den Kunden. „Hier sind die Leute froh, dass wir überhaupt aufhaben, weil sie sonst keine Möglichkeit haben, irgendwo hin zu gehen.“ Die hätten jedoch auch große Probleme mit den Corona-Maßnahmen. „Wir halten uns strikt an die Regeln“, beteuert Woitzik. Und die vorherrschende zurzeit ist die 2G-Plus-Regel für die Gastronomie. Jeder, der nicht bereits die Drittimpfung erhalten hat, muss einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorweisen.

Weil jedoch längst nicht alle Gäste geboostert seien, gäbe es auch öfter jene, die keinen Test dabeihätten. „Wir haben tatsächlich Gäste, die wir nach Hause schicken müssen“, das bedauert der Betreiber sehr. „Ich glaube, viele Leute checken das einfach nicht. Es ändert sich halt permanent irgendwas.“ Mit der 2G-Regel hätte das noch besser funktioniert, aber mit dem zusätzlichen Test wäre das vielen wohl einfach zu „anstrengend“, denkt er sich, außerdem leide die Spontanität darunter.

Mal eben auf ein Bier vorbeikommen – das würden häufig nur die Stammgäste tun. „Die, die geboostert sind, die kommen immer“, zumindest darüber kann sich Woitzik freuen. Laufkundschaft gäbe es sowieso keine. „Ich meine, guck dir mal Oberhausen an“, kann er nur lachen. Was er sich mit dem Blick auf den 9. Februar, so lange gelten die aktuellen Corona-Regeln für NRW noch, wünschen würde, kommt allerdings unerwartet.

Oberhausen: DIESE Forderung des Kneipen-Besitzers überrascht

Tatsächlich wäre dem Kneipen-Betreiber ein echter Lockdown lieber „und nicht diese 2G-Plus-Geschichte“. „Lass noch mal zwei, drei Monate zu und danach könnt ihr komplett durchstarten“, dass würde der Besitzer des Helvete gerne vom NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) hören. Dann könnte die Kneipe auch „vernünftig durchstarten“. Außerdem wünscht er sich, dass man mehr auf die Bedürfnisse und die Sorgen der Gastronomie eingehe.

Für die direkte Zeit nach dem 9. Februar hegt er jedoch wenig Hoffnung. Da würde sich nämlich „nichts“ ändern. „Das wird sich noch bis Sommer durchziehen“, schätz Woitzik. „Wie jedes Jahr.“ Sollte jedoch das Go zur Öffnung der Clubs in NRW kommen, wäre er sofort bereit. Mitarbeiter und DJs wären alle „am Start“.

Ob ihm die Gäste jedoch sofort wieder die Tür einrennen würden, da ist sich der Club-Besitzer nicht so sicher. Er wisse aus der Erfahrung der vergangenen Lockdowns, dass die Leute zunächst immer vorsichtig seien. „Das wird etwas dauern, bis sich das wieder eingespielt hat.“ Für die nähere Zukunft hegt Woitzik jedoch schon genaue Pläne.

Oberhausen: DARAUF können sich Gäste des Helvete jetzt schon freuen

Im Februar, März und April stehen jetzt schon mehrere Konzert-Termine fest. „Da freuen sich auch schon die Gäste“, bekommt der Veranstalter als Rückmeldung. Jedoch wird seine Hochstimmung auch gleich wieder runtergedrückt, denn der Ticketvorverkauf laufe nicht sonderlich gut. Im Gegensatz zu der Zeit vor 2G-Plus, wo die Konzerte teils beinahe ausverkauft waren, wären die Leute jetzt eher unsicher.

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Mit Blick auf die astronomischen Inzidenzen würden sich viele fragen, ob die Konzerte wirklich stattfinden können. Für Woitzik ist diese Unsicherheit jedoch ein großes Problem. Denn Bands, Veranstalter, Ton- und Lichttechniker – alle wollen bezahlt werden. Der nächste Termin wäre der 18. Februar mit den Bands „Frigoris“, „Krähenfeld“ und „Convictive“. Einen Überblick über die veranschlagten Konzerttermine bekommst du hier. Der Helvete-Betreiber drückt die Daumen, dass alles wie geplant stattfinden kann.