Oberhausen

„Wir sind alle betroffen“ – warum dieser Oberhausener strikt gegen die Pläne des Sport-Giganten Decathlon ist

Wolfgang Wonsyld führt das Sportgeschäft seiner Familie seit er im Berufsleben steht. Er befürchtet jetzt große Probleme für die Oberhausener Innenstadt.
Wolfgang Wonsyld führt das Sportgeschäft seiner Familie seit er im Berufsleben steht. Er befürchtet jetzt große Probleme für die Oberhausener Innenstadt.
Foto: Sport Wonsyld
  • Decathlon will neben Centro eine riesige Verkaufshalle bauen
  • Die Pläne ärgern den Chef des Sportfachgeschäfts Wonsyld
  • Er fürchtet eine Verelendung der Oberhausener City

Oberhausen. Der Sport-Riese Decathlon kommt nach Oberhausen. Doch die Pläne für den Bau des Sport-Giganten sagen nicht jedem zu. Der alteingesessene Geschäftsmann Wolfgang Wonsyld (70) macht sich große Sorgen um die Zukunft Oberhausens.

Schon in der zweiten Generation führt Wonsyld nun sein Sportfachgeschäft in der Stöckmannstraße. Er hat in seiner Berufslaufbahn nie etwas anderes getan. Vor allem aus der Oberhausener Innenstadt kommen seine Kunden.

„Meine Kunden springen nicht so einfach ab“

Wolfgang Wonsyld lebt vor allem von seinen Stammkunden. „Ich überlebe nur, weil ich mich aufs Wandern und Trekking spezialisiert habe“, so Wonsyld. Mit seinen Kunden ist er schon lange über die Pläne von Decathlon im Gespräch. Decathlon will direkt neben dem Centro bauen.

„Meine Kunden springen nicht so einfach ab, die sind anders und vergleichen nicht ständig nur die Preise.“ Trotzdem mache er sich Sorgen um die Zukunft der Oberhausener Innenstadt.

„Wir sind dann alle betroffen“, so Wonsyld.

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Wonsyld befürchtet heftige Folgen für Einzelnhandel

„Denn viele gehen nur nach dem Preis“, sagt er weiter und wenn sie die Turnschuhe dann dort ein paar Euro günstiger bekommen können, würden sie sich nicht mehr auf den Weg in die Innenstadt machen, fürchtet der 70-Jährige.

Er glaubt, dass der Decathlon-Bau heftige Folgen für den gesamten Einzelhandel in Oberhausen haben wird.

„Wenn Decathlon neben dem Centro baut, schreitet die Verelendung der Innenstädte weiter voran“, so der 70-jährige Geschäftsführer. Da sei er sich sicher. Deswegen wehre er sich an der Seite anderer Geschäftsleute gegen die Pläne.

Dass Decathlon auf seinen geplanten 4500 Quadratmetern Verkaufsfläche so viele Arbeitsplätze schaffen wird wie im Gutachten des Sport-Riesen behauptet wird daran glaubt er ganz und gar nicht.

Decathlon schafft viele neue Arbeitsplätze? „Das ist die große Lüge“

Decathlon habe die Vorteile des neuen Geschäfts in seinem eigenen Gutachten schön geredet.

„Das ist die große Lüge, die schaffen gar nicht viele neue Arbeitsplätze. Die werden einen Marktleiter und ein paar Leute die die Regale einräumen einstellen und das war es dann“, so der alteingesessene Geschäftsmann im Gespräch mit DER WESTEN.

Viel mehr Arbeit im Einzelhandel der Innenstadt würde aber nach und nach verloren gehen.

Baupläne des Sport-Riesen: „Decathlon, lieber bei mir um die Ecke“

„Die jungen Leute, die neuen Kunden von morgen, die gehen dann zu Decathlon“, glaubt Wonsyld. Das sei das Problem. Dieses Kundenverhalten hätte eine Sog-Wirkung auf die ganze Innenstadt.

„Ich habe treue Kunden, ich mache mir keine Sorgen um mich selbst, aber die neue Generation muss ja nachkommen“, so Wonsyld.

„Es wäre mir lieber, wenn Decathlon bei mir um die Ecke wäre, also auch Teil des Einzelhandels in der Innenstadt, aber so wie es jetzt aussieht, wird er nur die Verelendung der City vorantreiben“, so der Chef des Sportfachgeschäfts abschließend.

 
 

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