Oberhausen

Oberhausen: Bordell-Hammer – Prostituierte sollen DAS selbst bezahlen

Die Geschichte des Gasometers - beinahe gäbe es ihn nicht mehr

Die Geschichte des Gasometers - beinahe gäbe es ihn nicht mehr

Kathrin Migenda

Der Gasometer in Oberhausen ist die höchste Ausstellungshalle Europas.

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Oberhausen. Prostituierte haben es während der Corona-Pandemie ohnehin nicht leicht. Aufgrund der strengen Auflagen konnten sie lange Zeit ihrem Job nicht nachgehen. Die finanziellen Einbußen waren extrem hoch und sind es auch immer noch. In Oberhausen an der Flaßhofstraße stehen zahlreiche Sexarbeiterinnen jetzt vor einem weiteren Problem.

Corona und der damit einhergehende Lockdown hat die Sexarbeiter-Branche hart getroffen. Bordelle müssen schließen, die Freier bleiben aus. Das sorgt für pure Verzweiflung bei den Prostituierten aus Oberhausen. Doch es kommt noch härter für sie.

Oberhausen: Prostituierte sollen DAS selbst zahlen

Die Frauen müssen einen kostenpflichtigen Test direkt bei den Bordelbetreibern im Haus machen. Alle zwei Tage. Dafür werden 15 Euro kassiert. Für die Frauen, die ohnehin nur 15 bis 20 Euro pro Freier verdienen, ist das nochmal eine zusätzliche finanzielle Belastung. Ob sie geimpft oder genesen sind, spielt keine Rolle.

„Und da interessiert es die Bordellbetreiber überhaupt nicht, ob die Frauen einen Testnachweis von einer öffentlich anerkannten Stelle haben, die ja kostenfrei wäre. Die Frauen müssen trotzdem einen Test unter Aufsicht bei den Bordelbetreibern machen“, erzählt Solwodi-Leiterin Petra Jochheim. Die Prostituierten selbst hätten ihr davon berichtet.

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Das ist die Stadt Oberhausen:

  • der Bereich des heutigen Stadtgebiets Oberhausen gehörte bis Ende des 18. Jahrhunderts zu unterschiedlichen Herrschaften
  • knapp 211.000 Einwohner, drei Stadtbezirke und 26 Stadtteile
  • trägt wegen der 1758 in Betrieb genommenen Eisenhütte St. Antony (der ersten im Ruhrgebiet) den Beinamen „Wiege der Ruhrindustrie“
  • Wahrzeichen unter anderen: das Gasometer, das Centro-Einkaufszentrum und das Schloss
  • Oberbürgermeister ist Daniel Schranz (CDU)

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Oberhausen: Prostituierte müssen in Bordell einen Corona-Test machen, der nicht offiziell anerkannt ist

Die meisten der Sexarbeiterinnen kommen aus Rumänien und Bulgarien. Solwodi setzt sich für die Rechte von ausländischen Frauen ein, die Not und Gewalt erfahren haben – sei es Menschenhandel, Prostitution oder Zwangsheirat.

Petra Jochheim berichtet zudem davon, dass auch die Mieten der Zimmer in den Bordellen teurer geworden sind. Um die 20 Euro mehr. Begründung: Die Hygiene-Auflagen sind strenger geworden, die Zimmer müssen öfter desinfiziert werden. Ein Zimmer kostet eigentlich um die 140 bis 160 Euro – pro Tag. „Den Frauen wurde gesagt, wenn sie den Test nicht machen, dann müssen sie ihr Zimmer aufgeben“, sagt Petra Jochheim.

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Und das wäre für die Prostituierten ein harter Schlag. Immerhin sind sie auf das Geld, welches sie im Bordell verdienen, angewiesen. (cf)