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Nach 35 Dienstjahren: Ein Held bekommt das goldene Abzeichen der Feuerwehr

Nach 35 Dienstjahren: Ein Held bekommt das goldene Abzeichen der Feuerwehr

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Ulrich Schlegelmilch arbeitet in der Feuerwehr-Leitstelle in Oberhausen. Er hat mit 57 Jahren das goldene Abzeichen der Feuerwehr bekommen. Foto: Kathrin Migenda
  • Feuerwehrmann Ulrich Schlegelmilch erhält nach 35 Dienstjahren das goldene Abzeichen
  • Die kuriosen Einsätze behält er gerne im Gedächtnis

Oberhausen. 

Das Telefon klingelt, ein Piepton dröhnt durch den Raum. An vier Tischen mit Bildschirmen sitzen Feuerwehrmänner. Riesige Bildschirme an der Wand zeigen die aktuelle Straßenlage auf der Dorstenerstraße in Oberhausen Sterkrade und auf der Mülheimerstraße.

Blonde Haare, blaue Augen, eine freundliches offenes Lächeln. So begegnet uns Ulrich Schlegelmilch (57) auf der Feuerwehrwache in Oberhausen. Er sitzt hier in der Leitstelle, nimmt die Anrufe entgegen und handelt bei Notfällen. Wenn ein Einsatz reinkommt, kann er mit einem Computer die Ampeln schalten.

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Auszeichnung nach 35 Jahren

Seit 35 Jahren ist er Feuerwehrmann in Oberhausen. Jetzt bekommt Schlegelmilch das Feuerwehrzeichen in Gold.

Auf der Leitstelle ist Schlegelmilch seit 1998. „Mein Knie macht nicht mehr so mit, deswegen fahre ich keine Einsätze mehr“, sagt der Feuerwehrmann.

Den ersten Einsatz vergisst er nie

Seit dem 1. Oktober 1981 arbeitet Schlegelmilch für die Feuerwehr. „Ich erinnere mich noch an meinen ersten Einsatz. Das war damals ein Dachstuhlbrand. Wir kamen an und das Feuer war ganz schön am Plüstern“, erzählt er.

Kuriose Einsätze

In seiner Dienstzeit hat er schon sehr viele kuriose Einsätze erlebt. So hat ihm eine Patientin im Rettungsdienst einmal die Tür in Dessous geöffnet. Da waren er und seine Kollegen doch etwas amüsiert.

Ein aktueller Fall beschäftigt ihn und die Leitstelle derzeit: Ein Dortmunder meldet sich jeden Tag, weil er sich Sorgen um seine Schwester macht. Dabei ist sie gar nicht in Gefahr – nicht mehr, als andere Menschen eben auch.

Trotzdem fragt der besorgte Dortmunder immer wieder, ob es in der Nacht einen Einsatz bei seiner Schwester gab.

Ulrich Schlegelmilch hat die Handynummer notiert, will den Mann informieren, falls etwas passiert.

Was ist besonders schlimm?

„Schlimm sind Einsätze mit Kindern“, erinnert sich der Feuerwehrmann. So hatte er kurz nach der Geburt seines Sohnes einen Einsatz bei einem plötzlichen Kindstod.

Von da an saß Ulrich Schlegelmilch nächtelang am Bett seines eigenen Sohnes, um auf ihn aufzupassen. „Bis meine Frau mir gesagt hat, dass ich nichts tun kann, falls da etwas passiert.“

Besonders hart war es für ihn, als nach einem schweren Verkehrsunfall ein Mann in seinem Beisein verstarb. Ulrich Schlegelmilch betreute damals den schwer Verletzen, als er mitten in der Unterhaltung starb.

Trotzdem ist es sein Traumberuf

In zwei Jahren ist Schluss für ihn, dann hängt er die Feuerwehruniform in den Schrank und geht in Rente. Doch daran will er jetzt noch nicht denken.

Für ihn ist das ein echter Traumberuf. Die Kollegen sind seine Familie, da herrscht großes Vertrauen zueinander.

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