Bandidos kehren Oberhausen den Rücken - Hells Angels zu Fuß unterwegs

Die frühere Disco „Old Xanadu“ in Oberhausen-Sterkrade ist heute nicht mehr in Rockerhand.Foto:Gerd Wallhorn
Die frühere Disco „Old Xanadu“ in Oberhausen-Sterkrade ist heute nicht mehr in Rockerhand.Foto:Gerd Wallhorn
Foto: WAZ FotoPool
Die Mitglieder der Rockerbande Bandidos haben ihr Chapter "Del Centro" in Oberhausen aufgelöst. Beobachter erwarten kein schnelles Wiedersehen, da die Bandidos nicht aus Oberhausen kamen. Rocker des Hells Angels-Clubs hingegen gibt es noch immer in der Stadt – sie sieht man allerdings meist zu Fuß.

Oberhausen.. Das Oberhausener Bandidos-Chapter „Del Centro“ hat sich aufgelöst. Nach WAZ-Informationen war bereits kurz nach der am 26. April dieses Jahres groß gefeierten Einweihung des Clubheims in der ehemaligen Disco „Old Xanadu“ an der Heidstraße in Sterkrade wieder Schluss. Einige Zeit hätten dann zwar die Chicanos, Unterstützer der Bandidos, die Räume hinterm Sterkrader Bahnhof genutzt. Doch nun ist die frühere Disco nicht mehr an eine Rockergruppe vermietet, erklärt der Hausbesitzer.

Momentan soll es bei den Bandidos auch keine Bestrebungen geben, in der Stadt wieder ein Chapter zu eröffnen. Der Rückzug von „Del Centro“ aus Oberhausen habe auch damit zusammengehangen, dass die Mitglieder keinen Bezug zu der Stadt hatten. Sprich, sie kamen von außerhalb. „Die Bandidos hatten mit der Gründung des Chapters und der Eröffnung des Vereinsheimes“, so heißt es, „nur deutlich machen wollen, dass sie noch da sind“. Natürlich hätten die Rocker grundsätzlich aber auch ein großes Interesse, Präsenz zu zeigen, um bestimmte Dinge zu beeinflussen.

Rocker hatten keinen Bezug zur Stadt

Bei den noch vor Ort ansässigen Hells Angels sieht es, was die Verortung betrifft, anders aus. Aus ihren Reihen sollen 50 Prozent der Mitglieder aus Oberhausen stammen. Die Hells Angels sitzen in der Stadt mit dem Charter „Hells Gate“. Einige der Höllenengel gehören auch zu den „Turkey Nomads“, einer nicht ortsgebundenen Gruppe des Rocker-Clubs. Zwischenzeitlich hatte es zwischen den eher konservativen Hells Angels und den Turkey Nomads, die gerne mal vom Rockerregelwerk abweichen, Konflikte gegeben. Mittlerweile habe sich die Lage aber wieder beruhigt.

Die Polizei, so heißt es, überwache die Gruppierungen konstant. Da die Hells Angels – unabhängig von dem Kutten-Urteil der Bandidos – keine Kutten mehr tragen dürfen, habe sich das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger verbessert. Ein Rocker ohne Kutte sehe eben wie ein ganz normaler Mensch aus.

Waffen- und Drogenhandel

Aber auch wenn die Rocker nun nicht mehr als solche auf den ersten Blick zu erkennen sind – die Polizei kennt die Mitglieder ganz genau und behält sie und ihre Geschäfte, zu denen Menschen-, Waffen- und Drogenhandel gehören, im Auge. Bei den Oberhausener Hells Angels handelt es sich derzeit übrigens eher um eine „Walking-Truppe“. Denn vielen wurde der Führerschein abgenommen. Aufgrund von Gewalttaten, die ihnen nachgewiesen werden konnten. In solchen Fällen ist es rechtlich möglich, auf ein ähnlich gewaltbereites Verhalten im Straßenverkehr zu schließen und den Führerschein einzuziehen.

 
 

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