Wochenmarkt in Not: Stadt senkt Gebühren um 38 Prozent

Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht längst, dass der Wochenmarkt schon weitaus bessere Zeiten erlebt hat. In der Schloßstraße, in der jedes dritte Ladenlokal leer steht und die Kundenfrequenz schwach ist, verwundert es auch nicht, dass das Marktangebot bröckelt. Zuletzt ging die Blumenhändlerin. Sieben feste und einige kleinere, fliegende Händler zählt der Markt inzwischen. „Wir suchen dringend weitere Händler“, sagt Helge Rademacher, aber die Anstrengungen seien nicht von Erfolg gekrönt. Umsatz und Anzahl der Händler seien derzeit jedenfalls zu schwach, um das von der Stadt festgesetzte Nutzungsentgelt von 4000 Euro weiter zu stemmen. „Dann wären wir zahlungsunfähig“, sagt Rademacher.

Darüber hat der Fischhändler bereits im November mit Planungsdezernent Peter Vermeulen verhandelt, der für die Nöte der Händler Verständnis zeigte. Auch Mitglieder der Fraktionen hatten an diesem Gespräch teilgenommen. Die Verwaltung hat zur nächsten Sitzung des Planungsausschusses den Vorschlag eingebracht, künftig die Belastung von monatlich 4000 Euro auf 2500 zu senken, um so den Markt zu stützen: eine Reduzierung um knapp 38 Prozent. Für die Stadt bedeutet das einen Einnahmeverlust von 18000 Euro im Jahr. Sobald sie wieder mehr Händler hätten, könnten sie auch wieder mehr zahlen, versichert Rademacher. Die Situation für den Marktverband sei ernst und ihr Hilferuf kein Pokerspiel. „Wenn die Gastronomen schon eine Reduzierung der Gebühren für die Außengastronomie fordern, zeigt das, wie schlecht es in der Innenstadt läuft.“

 
 

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