Mülheimer Künstler wollen Jahresausstellung erhalten

In den 1980er Jahren setzen sich die Mülheimer Künstler dafür ein, dass das Kunstmuseum ins alte Postamt ziehen konnte. Unter anderem starteten sie dafür eine Postkarten-Stempel-Aktion. Die Karten übergab Künstler Uwe-Dieter Bleil (li.) der damaligen Oberbürgermeisterin Eleonore Güllenstern
In den 1980er Jahren setzen sich die Mülheimer Künstler dafür ein, dass das Kunstmuseum ins alte Postamt ziehen konnte. Unter anderem starteten sie dafür eine Postkarten-Stempel-Aktion. Die Karten übergab Künstler Uwe-Dieter Bleil (li.) der damaligen Oberbürgermeisterin Eleonore Güllenstern
Foto: privat
Weil der Kunstverein beschlossen hat, den bisher stets zur Jahresausstellung Mülheimer Künstler ausgelobten Förderpreis nur noch alle zwei Jahre zu vergeben, steht auch die jährliche, lokale Kreativ-Schau zur Diskussion. Die AG Mülheimer Künstler ist alarmiert.

Mülheim. Die Jahresausstellung der Mülheimer Künstler gibt es seit 85 Jahren. Nun könnte eine Alle-Zwei-Jahre-Ausstellung daraus werden. Denn der Kunstverein, der die Schau stets mit einem Förderpreis für lokale Künstler begleitete, hat beschlossen, diese Auszeichnung nur noch alle zwei Jahre zu vergeben. Zugleich soll das Preisgeld auf 5000 Euro erhöht werden und die Bewerbung ruhrgebietsweit möglich sein. Bei der Museumsleitung traf dieser Vorschlag im April auf offene Ohren, bei Mülheimer Künstlern hingegen formiert sich Widerstand.

Die wenigsten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Mülheimer Künstler können den Plänen etwas abgewinnen. „Die Jahresausstellung ist ein kulturelles Highlight, das großen Zuspruch aus der Bevölkerung erfährt“, sagt etwa Uwe-Dieter Bleil im Gespräch mit dieser Zeitung; sie müsse weiterhin jährlich stattfinden.

Eine Verjüngung will der Kunstverein mit der Erweiterung der Zielgruppe erreichen. Bei der Vorstellung der Pläne verweis der Vorsitzende Rainer Grillo auf das Durchschnittsalter der Künstler der vergangenen Ausstellung, das bei „55+“ gelegen habe. Bei den Mülheimer Künstlern kommt das scheinbar als mangelnde Wertschätzung an, denn die Mitglieder der AG verweisen gerade auf ihre jahrelange Verbundenheit mit dem Kunstmuseum. Mit Blick auf das Sommerfest, mit dem auch der Umzug des Kunstmuseums vor 20 Jahren gefeiert wird, erinnert die AG daran, dass dies auch Verdienst der Mülheimer Kreativen ist: „Die Künstler haben sich schon vor 30 Jahren für eine Verlegung des Museums von der Leineweberstraße in das Alte Postamt eingesetzt.“

30% des Erlöses gehen an den Förderkreis des Kunstmuseums

Verschiedene Aktionen, wie ein großes Künstlerfest und eine „Postkarten-Stempel-Aktion“, seien damals gestartet worden. Auch am kommenden Samstag beteilige man sich am Sommerfest mit einem Kunstkiosk und kunstgefüllten Wundertüten. Letztere verkaufe man für 50 € pro Stück. „Hier werden 30 % des Erlöses an den Förderkreis des Kunstmuseums fließen“, so die AG. Grundsätzlich, sagt Uwe-Dieter Bleil, sei man nicht gegen einen regionalen Kunstpreis, aber „nicht auf Kosten der Mülheimer Künstlerschaft“. Die Möglichkeit, jedes Jahr im Kunstmuseum auszustellen, müsse bleiben.

 
 

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