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Mülheim: Busfahrer will bei furchtbarem Unfall helfen – was Fahrgäste fordern, schockiert

Rettungsgasse: So bildest du sie richtig

Rettungsgasse: So bildest du sie richtig

Wenn sich der Verkehr außerorts staut, muss in Deutschland eine Rettungsgasse gebildet werden. Das musst du dabei beachten.

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Mülheim. Manchmal sind es nur Bruchteile von Sekunden, die über die Zukunft von Menschen entscheiden. Evan Scherief (32) aus Mülheim erlebte so einen Moment im Sommer des vergangenen Jahres.

Sein Handeln nach einem schlimmen Unfall brachte dem Busfahrer aus Mülheim zuletzt eine große Ehre ein. Doch der Tag sollte den jungen Mann nicht loslassen.

Mülheim: Busfahrer bei schrecklichem Unfall machtlos

Es war der 6. Juni 2021. Evan Scherief wollte an diesem Tag seinen Bus der Linie 122 von der Haltestelle Mülheimer Broicher Mitte aus nach links auf die Prinzeß-Luise-Straße abbiegen.

Eine Autofahrerin (34) wollte den Bus überholen und übersah dabei eine Fußgängerin (59), die gerade über die grüne Ampel gehen wollte. Der damals 31-jährige Mülheimer erkannte die Situation noch und hupte. Doch es war zu spät.

Das Auto krachte gegen die Fußgängerin, die nach Angaben der Polizei Essen schwerste Verletzungen davontrug.

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Erste Hilfe leisten – das kannst du tun!

  • Bei einem Unfall die Unglücksstelle absichern und den Notruf unter 112 oder 110 wählen
  • lebenswichtige Funktionen des Verletzten kontrollieren
  • Im Fall der Fälle: Wiederbelebung starten / Blutungen stillen
  • stabile Seitenlage
  • Person mit einer Rettungsdecke wärmen. Dabei auch auf Wärme von unten achten
  • Psychische Betreuung: Mit der betroffenen Person sprechen, ihr über den Kopf streichen. Auch Bewusstlose spüren diese Fürsorge.

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Busfahrer macht schlimme Erfahrungen nach Unfall in Mülheim

Evan Scherief schaltetet sofort und kümmerte sich bis zum Eintreffen der Rettungskräfte um die am Kopf blutende Frau.

„Ich war irgendwann umringt von Menschen, die mir dabei zusahen, wie ich mit der schwerverletzten Frau sprach. Es dauerte, bis jemand mithalf. Und da waren die Fahrgäste, die mich zum Weiterfahren aufforderten, um sich nicht zu verspäten“, erzählte der schockierte Busfahrer gegenüber dem „Automobilclub von Deutschland“ (AvD).

Wegen seines Einsatzes für das Leben der Fußgängerin, die sich nach Scherief Angaben in der Zwischenzeit wieder erholt hat, erhielt der Busfahrer die Auszeichnung „Held der Straße“ vom AvD.

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Doch die Eindrücke sollten den jungen Mann nicht mehr loslassen. „Ich konnte die erste Woche nach dem Unfall nicht mehr schlafen“, verriet der Mülheimer im Rahmen der Preisverleihung.

Evan Scherief sah sich nicht mehr in der Lage, seinen Job als Busfahrer weiterzuführen und hat mittlerweile einen Kiosk übernommen. (ak)