Entscheidung für den Radschnellweg

Steffen Tost

Ob die Studenten, die jetzt gerade an der Hochschule ihr Studium begonnen haben, es noch erleben, vom Hauptbahnhof aus mit dem Fahrrad auf dem Radschnellweg Ruhr den Campus erreichen zu können? Die Politik hatte einst die Hoffnung gehegt, dass Weg und Hochschule zeitgleich fertig werden könnten. Da hatte sich der Bau der Hochschule noch gar nicht verschoben.

Am Donnerstag hat der Rat in der Sondersitzung auch die Finanzierung des Weges mit großer Mehrheit gegen die Stimmen von FDP und MBI aufs richtige Gleis gesetzt. Mit einer Fertigstellung ist allerdings kaum vor 2017 zu rechnen. Es ist inzwischen die vierte Finanzierungsform. Sie ist aber nur mit einer finanziellen Beteiligung der Stadt möglich. Wie hoch die Belastung sein wird, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Im günstigsten Fall sind es gut 46 000 Euro, im ungünstigsten jedoch 123 000 Euro. Verglichen mit den Gesamtkosten von knapp 15 Millionen Euro für die Strecke zwischen Bahnhof und Hochschule ist das zwar wenig, in Relation zu der Erwartung, dass der Weg zum Nulltarif erstellt werden könnte und die Stadt kein Geld hat, aber eine beachtliche Summe. „Man erhält aber auch einen hohen Gegenwert“, betont Claus Schindler, planungspolitischer Sprecher der SPD. Es werden eben nicht nur Radfahrer sein, die diesen attraktiven Weg auf dem Eisenbahnviadukt nutzen, sondern Spaziergänger, Hundebesitzer, Jogger und alle, die einfach mal den Blick auf die Stadt genießen wollen. Für Radler wird die Trasse schließlich eine Möglichkeit bieten, sicher, bequem und zügig von der City nach Broich und Speldorf zu gelangen.

Ursprünglich hatte der Ratsbeschluss vorgesehen, dass Planung, Bau und Ausstattung des Weges zu 70 Prozent aus Landesmitteln und zu 30 Prozent aus Mitteln des Regionalverbandes gefördert werden sollten, weil der Kämmerer dafür kein Geld hat. Bei Abstimmungsgesprächen mit dem RVR über die Realisierung des ersten Abschnitts zwischen Bahnhof und Ruhr, hat sich aber herausgestellt, dass dieser den Grunderwerb nicht fördern kann. Das Planungsdezernat trägt diese Summe jetzt durch Einsparungen an anderer Stelle. Für den zweiten Abschnitt, die Ruhrbrücke beträgt die Summe 7500 und für die restliche Strecke weitere 25 500 Euro. Diese Gelder werden aber erst im nächsten Jahr und 2017 fällig und sollen ebenfalls durch das Planungsdezernat gezahlt werden. Das macht für alle drei Abschnitte zusammen dann 46 000 Euro.

Aber auch der Fördertopf des Landes hat sich geändert. Ursprünglich waren Städtebaufördermittel vorgesehen, nun sind Gelder aus einem regionalem Wirtschaftsfördertopf in Aussicht gestellt worden. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung will die Verwaltung einen entsprechenden Antrag stellen. „Möglicherweise, und das ließ sich noch nicht abschließend klären, fördert das Wirtschaftsministerium ebenfalls keinen Grunderwerb oder nur zu einem geringen Teil“, sagt Klaus Beisiegel, Referent im Planungsdezernat. Dann würden möglicherweise noch einmal bis zu 77 000 Euro fällig.