Privatschulen profitieren

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Eigentlich sollte in Hagen im Sommer eine weitere Schule eröffnet werden. Der Bildungsverein Prisma plante an der B7 in Wehringhausen die Gründung eines türkisch geprägten Gymnasiums.

Zwar wurde letztlich nichts aus dem Vorhaben, weil der Verein das als Schulhaus ausersehene Gebäude nicht in seinen Besitz bringen konnte, doch im Grunde lagen die Verantwortlichen im Trend: Privatschulen erfahren in Hagen immer mehr Zulauf. 2012 entstand in Eppenhausen die ökumenisch gestaltete Hagen-Schule, zwei Jahre später wurde die Freie Evangelische Gesamtschule in Wehringhausen eröffnet. Die Freie Evangelische Grundschule, die Waldorf-Schule und das Gymnasium in Garenfeld sind zwar schon älter, doch sie befriedigen ebenso das Bedürfnis vieler Eltern, inmitten einer immer unübersichtlicher und bisweilen als willkürlich empfundenen Pädagogik klare Leitlinien für die Ausbildung ihrer Kinder zu finden. Denn natürlich bleibt es den Eltern nicht verborgen, dass das staatliche Schulsystem derzeit mehrere Mammutaufgaben – genannt seien hier nur Flüchtlinge und Inklusion – auf einen Schlag lösen soll und damit zunehmend überfordert wirkt.

Der Trend zu Privatschulen ist ein direkter Ausfluss dieser Krise. Vom schleichenden Verfall des Bildungssystems zu sprechen, wäre sicherlich übertrieben. Andererseits zerfasert die Schullandschaft und es wäre blauäugig zu glauben, an der Schulfront werde schon bald Ruhe einkehren.

Die Macher des Vereins Prisma haben bereits angekündigt, 2016 einen erneuten Anlauf zur Gründung einer Privatschule zu nehmen.

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