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„Zwei von euch sterben jetzt“ – so krass spielt die Caritas Flucht

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Sie spielten die Flucht: Nabia Elhamdoui, Kristina Hagemann, Shilana Ahmad, Michael Niehaus, Melanie Lichtenstein und Nadja Hussein-Mohamad. Foto: Jürgen von Polier
Was wir bereits wissen
  • Caritas Gelsenkirchen zeigt mit Spiel Gefahren der Flucht
  • Spieler müssen Rettungswesten und Handys kaufen
  • Vorbereitung mit Video von Rebel Comedy

Gelsenkirchen. 

Die Caritas Gelsenkirchen hat an zwei Tagen gezeigt, womit Flüchtlinge auf ihrer Route konfrontiert werden. Ihre Hindernisse: Tod, Betrüger und Sprachbarrieren.

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Aber das macht die Caritas halt nicht mit Bildern oder irgendwelchen Ausstellungen. Sondern mit einem Spiel, in dem du dich in die Rolle von Flüchtlingen versetzt.

Mit Spielgeld muss man dann Rettungswesten und Handys kaufen. Oder Tickets, um an Bord von Booten zu kommen. Die Zahl, die man würfelt, ist die Strecke, die man zurücklegt.

Abgezockt und dann ertrunken

Zwischendurch wird man ganz nebenbei von Schleppern abgezockt, die für eine Lkw-Fahrt plötzlich mehr verlangen. Oder man ertrinkt, weil der Spielleiter sagt, dass jetzt der jüngste Flüchtling sterben muss.

Oder man hat am Ende einfach kein Geld mehr und kennt das Wort Aufenthaltsgenehmigung nicht. Gewinner ist, wer am Ende noch lebt. Das ist zwar knallhart, aber die Realität.

Darf man das spielen? Ja!

Jetzt könnte man sich fragen, ob man sowas eigentlich spielen darf. Michael Niehaus von der Caritas Gelsenkirchen, der das Spiel mitentwickelt hat, sagt: auf jeden Fall.

„Es geht nicht darum, sich hier über irgendetwas lustig zu machen. Dafür ist die Situation viel zu ernst. Sondern, dass man in der Form des Spieles nachempfindet, wie es diesen Menschen geht.“

Poetry-Slam als Vorbereitung

Entstanden ist die Idee, weil man Flucht auf aktive Art und Weise veranschaulichen wollte.

Wie sich das anfühlt, erfährst du oben im Video.

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