Gelsenkirchen

Nie Deutscher Meister: Hat der FC Schalke 04 es sich wegen dieses Fensters mit dem Fußballgott verscherzt?

Ein Kichenfenster in der St. Josephs-Kirche in Gelsenkirchen-Schalke.
Ein Kichenfenster in der St. Josephs-Kirche in Gelsenkirchen-Schalke.
Foto: Martin Möller / FUNKE Fotoservices
  • Seit Einführung der Bundesliga hat kein Schalker die Meisterschale in der Hand gehalten
  • Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gelang auf europäischer Ebene
  • Liegt der Grund für das Bundesliga-Versagen in einer Gelsenkirchener Kirche?

Gelsenkirchen. Auf Schalke ist das mit dem Fußballgott so eine Sache. Im Jahr 1997 hatten viele Schalke-Fans ihn noch beschworen. Im Mailänder Dom zündeten die mitgereisten Anhänger vor dem Uefa-Cup-Finalrückspiel ein paar Kerzen an, um seine Hilfe gegen das übermächtige Inter Mailand zu erwirken.

Sollte es solch übermächtige Einflüsse wirklich geben, meinten sie es an diesem Tag gut mit den Schalkern. Der Cup wanderte in den Pott. Gelsenkirchen stand Kopf.

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Assauer: „Ab heute glaube ich nicht mehr an den Fußballgott“

Doch nur vier Jahre nach dem Uefa-Cup-Sieg hatte Rudi Assauer der Gnade des Fußballgottes schon wieder abgeschworen. Königsblau wähnte sich vier Minuten und 38 Sekunden als Deutscher Meister.

Dann mussten die Fans auf der Leinwand des Parkstadions fassungslos mit ansehen, wie der FC Bayern in Hamburg doch noch den Ausgleich schoss.

Nach dem dramatischsten Saisonfinale der Bundesliga-Geschichte ließ sich der S04-Manager zu der Aussage hinreißen: „Ab heute glaube ich nicht mehr an den Fußballgott.“

Zuckerbrot und Peitsche

Wenn es um die Vergabe der Meisterschale geht, scheint es der Fußballgott tatsächlich nicht gut zu meinen. Beim DFB Pokal zeigt er sich jedoch großzügiger. Allein im neuen Jahrtausend durfte sich Königsblau drei Mal über den goldenen Pokal freuen.

Ob diese Zuckerbrot-und-Peitschen-Methode des Fußballgottes auf die St. Joseph-Kirche in Gelsenkirchen-Schalke zurückzuführen ist?

Heiliger in blau und weiß

Denn zum Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche, hatte sich die Gemeinde etwas ganz Besonderes ausgedacht. Ein Fenster sollte den Schutzpatron der männlichen Jugend zeigen - mit einem blau-weißen Fußball.

Dazu sollte der Heilige Aloisius unter anderem mit blau-weißen Stutzen und Fußballschuhen ausgestattet werden - als Ausdruck der Verbundenheit zwischen der Gemeinde und dem Verein.

Das Bistum Essen machte es möglich

„Das Bistum Paderborn verweigerte jedoch die Installation des Fensters in den 50er Jahren“, so Barbara Lejawa aus dem Pfarramt an der Grillostraße. Die St. Josephs Kirche wurde jedoch zu der Zeit in das Bistum Essen eingemeindet.

Mit der Umstrukturierung beachtete niemand mehr den Antrag für das blau-weiße Fußballfenster. Ein Jahr nach der letzten Schalker Meisterschaft zierte der blau-weiße Aloisius seit 1959 das südliche Kirchenschiff.

Lastet auf dem Fenster ein Fluch?

Bis 1958 sicherte sich Schalke sieben Meistertitel. Seit der Installation des Fensters wartet man in Gelsenkirchen sehnsüchtig auf die Schale.

Es ist, als ginge ein Fluch von dem Fenster aus. Fühlte sich der Fußballgott etwa nach dem Veto des Paderborner Bistums hintergangen? Als Schalke-Fan fühlte es sich nicht nur im Mai 2001 so an.

Auswärtsfans feiern das Fenster

Kein Wunder, dass die Schalker Gemeinde das Fenster eher mit Missachtung straft. „Für unsere Mitglieder ist es eher eine Nebensache“, sagt Lewaja.

Laut Lewaja ist der blau-weiße Aloisius jedoch ein Magnet für Gästefans. „Vor Schalker Heimspielen pilgern viele Auswärtsfans zu uns und fragen nach dem Fenster.“

Dazu gehören sicher auch die Fans des kommenden S04-Gegners in der Veltins-Arena (Sonntag, 18 Uhr). Sollte es den Fenster-Fluch wirklich geben, dann profitierte der VfB Stuttgart im Jahr 2007 davon. So zog der VfB am 33. Spieltag an Schalke vorbei und schnappte Königsblau die Schale weg.

Zum Glück geht es kommenden Sonntag also „nur“ um drei Punkte.

 
 

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