Gelsenkirchen

Beschossen, beschnitten, missbraucht: Hündin Hanna musste in ihrem Leben schon einiges durchmachen

So grausam und traurig ist die Geschichte von Hündin Hanna

Hündin Hanna aus dem Tierheim in Gelsenkirchen hat einen grausamen Leidensweg hinter sich. Ihre Vorbesitzer haben die Kangal-Hündin schwer misshandelt.

Hündin Hanna aus dem Tierheim in Gelsenkirchen hat einen grausamen Leidensweg hinter sich. Ihre Vorbesitzer haben die Kangal-Hündin schwer misshandelt.

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  • Hanna wurden die Ohren abgeschnitten
  • Illegale Züchter nehmen keine Rücksicht auf Tiere
  • Insgesamt 10 Kangale im Tierheim Gelsenkirchen

Gelsenkirchen. Narben, Furchen, Kratzer - Hannas Gesicht zeugt von den Qualen, die sie in ihrem Leben schon durchleben musste. Auch die Tierpfleger im Tierheim Gelsenkirchen wissen nicht genau, was der Hündin passiert ist. Ähnlich sieht es auch bei den anderen neun Kangalen aus, die derzeit dort im Tierheim sind.

Größe gut 90 Zentimeter und etwa 65 Kilo schwer

Doch bei den großen Tieren ist es schwer vorstellbar, dass Mensch oder Hund sich mit ihm anlegt. Ein durchschnittlicher Kangal kann bis zu 65 Kilo schwer werden und verteilt seine Masse auf etwa 90 Zentimeter Schulterhöhe. Wenn er sich aufstellt, ragt er über die meisten Menschen hinweg.

Doch leider werden nicht alle Hunde dieser Rasse für ihre Größe und Schönheit geschätzt. So auch Hanna.

Hanna wurden die Ohren mit einer Küchenschere abgeschnitten

„Wir nennen sie nur Appe Ohr“, sagt Christian Allgäuer. Die Tierpfleger haben der Hündin diesen Spitznamen gegeben, weil ihr die Ohren abgeschnitten wurden. Mach einer findet diesen Spitzname zu despektierlich.

Eleonore Rösner vom Herdenschutzhund-Service e.V. ist der Meinung, dass Hannas Ohren wahrscheinlich mit einer Küchenschere abgeschnitten wurden. Zwar ist das Kupieren von Ohren in Deutschland seit 1986 verboten, doch Hanna wurden sie trotzdem entfernt.

In ihrem Körper steckt eine Kugel

Die Hündin hat in ihrem Leben aber noch mehr durchgemacht. Denn in ihrem Körper steckt eine Kugel. Der Kangal wurde anscheinend von einem Projektil eines Luftgewehrs getroffen. Dieses steckt nun immer noch in ihrem Körper. Doch das Gesicht der Hündin zeugt von weiteren Quälereien.

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Missbrauch der Kangale

Als die Hundedame noch jünger war, geriet sie wohl in einen Kampf. Entweder wurde sie zu jung als Zuchtmaschine missbraucht oder für einen Kampf in den Ring geschickt.

Bei diesem Kampf wurde ihr vermutlich auch der Kiefer gebrochen. Auf andere Hunde reagiert sie seitdem zurückhaltend, vermutlich eine Reaktion auf ihre Erlebnisse. Sie ist nicht der einzige Kangal mit einem solchen Schicksal.

Phantastische Tiere, aber sturr

„Viele Leute hier haben einfach keine Ahnung von Kangalen“, sagt Rösner. Die großen Hunde seien sehr starrköpfig, aber trotzdem phantastische Tiere. Doch viele „Vermehrer“, wie Rösner sie nennt, würden nicht für das Wohl der Tiere sorgen, sondern seien nur auf Profit aus.

Für einen Kangal aus einer ordentlichen Zucht, mit allen dazugehörigen Papieren, zahle man laut Rösner zwischen 1.200 und 1.400 Euro. Allerdings nicht für einen Hund aus dem Internet.

Kangale bei Ebay für 1.000 Euro

Bei Ebay werden Kangale auch für weniger angeboten. Für 1.000 Euro bietet ein junger Mann aus Gelsenkirchen angeblich reinrassige Kangalwelpen an. Dabei sind alleine im Gelsenkirchener Tierheim derzeit zehn Kangale untergebracht. Zum Vergleich: Im Dortmunder Tierheim leben aktuell zwei.

Viele dieser Hunde wurden beschlagnahmt oder sind Fundhunde. Einige der Halter seien mit der Aufgabe, einen solch großen Hund zu halten, schlicht überfordert. Zumal ihnen die Möglichkeit fehle, den Hund artgerecht zu halten.

Jedes Jahr 6.000 neue Welpen

Ein Grund für die schwierige Vermittlung der Hunde, sei der fehlende Platz. Doch hier leben viele türkischstämmige Menschen, die laut Rösner mit einem Kangal ein Stück Heimat zurückgewinnen wollen. Diese seien am Ende aber nur verantwortlich für einen kleinen Teil des Problems.

Vielmehr seien die Menschen daran Schuld, dass sich Kangale wie wild vermehren. Anschließend versuchen sie die Tiere abzurichten oder Hundekämpfe mit ihnen zu gewinnen.

 
 

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