Gelsenkirchen stellt sich hinter Bochumer Opel-Werk

Opel war im Gelsenkirchener Rat ein großes Thema.
Opel war im Gelsenkirchener Rat ein großes Thema.
Foto: dapd
Die Kommunalpolitik beschäftigt sich mit der Standortdiskussion rund um das Opel-Werk. Die Auswirkungen einer Schließung würden auch Gelsenkirchen treffen. OB Frank Baranowski unterzeichnete bei der Opel-Betriebsversammlung eine Resolution zum Standort, der nun auch der Rat seinen Segen gab.

Gelsenkirchen.. Opel bewegt. Und das nicht nur, wenn Benzin im Tank ist. Es geht um den Standort, es geht um die Menschen. Und damit um die Stärke einer Region Ruhrgebiet, die jeden Arbeitsplatz dringend benötigt. Im Rat war das ein großes Thema am Donnerstag. Mit Reden der Politiker, mit Diskussionen.

Denn immerhin geht es auch in Gelsenkirchen um konkrete Existenzen: In dieser Stadt sind es rund 350 bis 400 Frauen und Männer, die entweder direkt bei Opel oder bei einem der Zuliefererbetriebe (wie etwa TRW an der Freiligrath-straße) beschäftigt sind, die in der Folge ebenfalls von einer Schließung des Fertigungsstandortes betroffen sein könnten.

Resolution unterzeichnet

Angesichts dessen setzte der Oberbürgermeister am Montag die Prokura des Rates voraus – und erntete dafür Applaus von den Vertretern aller anwesenden Parteien. Frank Baranowski unterzeichnete bei der Betriebsversammlung der Opel-Belegschaft in Bochum eine Resolution zum Standort, der nun auch die Politik einstimmig ihren Segen gab.

Baranowski fand zum fehlenden Bekenntnis des Opel- und GM-Managements deutliche Worte: „Opel gehört zu Bochum, Opel gehört zur Region, Opel gehört zum Ruhrgebiet. So leicht lassen wir uns als Menschen im Ruhrgebiet von einem Management in Rüsselsheim oder in Detroit nicht abfertigen.“

Gelsenkirchen bekennt sich zum Standort

In der Resolution steht u.a., dass sich der Rat der Stadt Gelsenkirchen zum Opel-Standort Bochum bekennt und sich für den Erhalt der Opelwerke einsetzt. Wörtlich: „Unsere uneingeschränkte Solidarität gilt den Beschäftigten bei Opel, ihren Familien, dem Betriebsrat und allen Menschen der Region, die für den Erhalt des Standortes Bochum kämpfen.“

Diese Haltung spiegelte sich in den Reden der im Rat vertretenen Parteien wider. Kurt Krause, ehemaliger Opelaner und SPD-Stadtverordneter aus dem Berger Feld, erinnerte an die Wiederkehr des Prozesses: „Es ist etwas mehr als drei Jahre her, da stand bei Opel und dem Mutterkonzern General Motors das Wort Insolvenz im Raum.“ Was ihm fehle, sei nicht nur die Klarheit, wie es weitergehe, sondern: „Ich will die klare Aussage, dass der Standort Bochum in vollem Umfang nach 2014 weiter bestehen bleibt.“

Ein Managementproblem

Für die CDU ist die Resolution ein wichtiges Signal der Unterstützung. Wolfgang Heinberg, ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzender, erklärte: „Was Mitarbeiter des Opel-Werks denken und fühlen, habe ich bei einer Veranstaltung in Bochum erfahren und erlebt. Diese Frauen und Männer haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, haben Angst, nicht mehr für selbst und ihre Familien sorgen zu können. Sie haben Angst vor der Zukunft.“

Peter Tertocha (Grüne) erkannte bei Opel nicht nur ein Strategie-, sondern auch einen Managementproblem. Reinhold Adam (BBG) erinnerte daran, dass der Strukturwandel im Revier einst in Bochum begann, „weil der Standort auf einem ehemaligen Bergwerk entstanden ist“. Und Monika Gärtner-Engel (AUF) begrüßte an der Resolution insbesondere den Umstand, dass es für den Erhalt des Standortes Opel eine revierweite Solidarität geben würde.

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