Gelsenkirchen ist AfD-Hochburg in Westdeutschland - In diesen Stadtteilen hat die Partei besonders abgeräumt

Der Gelsenkirchener Direktkandidat Jörg Schneider holte 16,9 Prozent der Erststimmen in Gelsenkirchen.
Der Gelsenkirchener Direktkandidat Jörg Schneider holte 16,9 Prozent der Erststimmen in Gelsenkirchen.
Foto: Heinrich Jung / FUNKE Fotoservices
  • Die AfD profitiert in Gelsenkirchen vom Absturz der SPD
  • In keinem anderen westdeutschen Wahlbezirk holte die AfD mehr Stimmen als in Gelsenkirchen
  • Wahlbeteiligung weit unter Bundesdurchschnitt

Von der historischen SPD-Pleite bei der Bundestagswahl 2017 hat in Gelsenkirchen vor allem die AfD profitiert. Während die SPD gegenüber der Wahl 2013 in der Revierstadt 10,5 Prozent der Stimmen verloren hat, legte die AfD kräftig zu (+12,3 Pozent) und landete bei 17 Prozent der Zweitstimmen.

Der Wahlbezirk ist die AfD-Hochburg im Westen. Denn in keinem westdeutschen Wahlkreis hat die AfD mehr Stimmen geholt als in Gelsenkirchen.

Insgesamt gingen in Gelsenkirchen von den 175.210 Wahlberechtigten nur 119.414 zur Wahlurne. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 68,15 Prozent. Damit liegt Gelsenkirchen weit unter dem Bundesdurchschnitt (75,6 Prozent).

Als Direktkandidat wählte Gelsenkirchen SPD-Spitzenkandidat Markus Töns in den Bundestag. Er sicherte sich 38,3 Prozent der Erststimmen. Aber auch der Gelsenkirchener AfD-Spitzenkandidat Jörg Schneider zieht über die NRW-Landesliste in den Bundestag ein.

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AfD teilweise zweitstärkste Kraft

Erschreckend schwach war die Wahlbeteiligung in Schalke-Ost. Hier gaben lediglich 55,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Stärkste Kraft in Schalke-Ost ist trotz massiver Verluste (-13,4 Prozent) die SPD mit 34,3 Prozent gefolgt von der AfD mit 18,8 Prozent. Die CDU kam hier nur auf 17,4 Prozent der Stimmen.

Auch in Hassel-Nord, Erle-Süd, Ückendorf-Nord und Bismarck-West wurde die AfD zweitstärkste Kraft.

Die höchste Wahlbeteiligung aller Gelsenkirchener Stadtteile hat hingegen Buer-Ost zu verzeichnen (79,94 Prozent). Trotz geringer Verluste (-2,9 Prozent) gegenüber 2013 löste die CDU die SPD (31,6 Prozent) als stärkste Kraft ab. Die AfD kam in Buer-Ost lediglich auf 9,6 Prozent.

AfD liegt in einem Stadtteil über 21 Prozent

Noch mehr Stimmen als in Schalke-Ost holte die AfD in zum Beispiel in Erle-Süd (21,5 Prozent), Scholven (20,3 Prozent) Rotthausen-Ost und Hassel-Nord (beide 19,9 Prozent).

Besonders in den Stadtgebieten Mitte (17,8 Prozent), West (17,7 Prozent) und Süd (17,6 Prozent) entschieden sich viele Wähler für die AfD. Im Gelsenkirchener Norden, zu dem Buer gehört, holte die Partei lediglich 15,5 Prozent der Stimmen.

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