Gelsenkirchen - eine Stadt ohne Weltkultur?

Die Tribühne der Glückaufkampfbahn in Gelsenkirchen-Schalke WAZ-Bild: Martin Möller
Die Tribühne der Glückaufkampfbahn in Gelsenkirchen-Schalke WAZ-Bild: Martin Möller
Foto: WAZ
Köln hat es, Essen hat es und Dortmund soll auch eines bekommen: das Unesco-Siegel als Weltkulturerbe. Nun gut, in Köln steht der Dom, in Essen die Zeche Zollverein, Dortmund ziert die Kokerei Hansa. Und was hat Gelsenkirchen? Keine Weltkultur!

Gelsenkirchen. Köln hat es, Essen hat es und Dortmund soll auch eines bekommen: das Unesco-Siegel als Weltkulturerbe. Nun gut, in Köln steht der Dom, in Essen die Zeche Zollverein, Dortmund ziert die Kokerei Hansa. Und was hat Gelsenkirchen? Keine Weltkultur! So zumindest vermittelt es der Plan, mit dem sich das Revier um den begehrten Titel bewerben will.

20 Objekte in zehn Städten listet der Antrag der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur auf, um für „Die Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ den Titel zu ergattern. Gelsenkirchen kommt im Antrag nicht vor.

Was haben die, was wir nicht haben? Zollverein in Essen ist grandios, das Muttental in Witten wunderschön und das Schiffshebewerk in Waltrop einmalig. Aber auch Gelsenkirchen trägt einiges zur Kulturgeschichte und zum Strukturwandel des Ruhrgebiets bei.

"Schade, dass Gelsenkirchen nicht dabei ist"

„Ich finde es schade, dass Gelsenkirchen nicht dabei ist“, sagte gestern auf Nachfrage der WAZ ein enttäuschter Kulturdezernent Dr. Manfred Beck. „Ich bin zwar pessimistisch, ob das klappen wird mit dem Siegel für eine ganze Fläche, zu bieten hätten wir dafür aber Hinreichendes.“

Das Gelände der ehemaligen Zeche Consolidation an der Bismarckstraße zum Beispiel mit seinen attraktiven Gebäude-Ensembles in weitläufiger Parklandschaft. Dr. Beck: „Das Consol-Musikprobenzentrum für junge Bands ist ein gelungenes Beispiel für den Strukturwandel.“ Dazu kommt das Industriemuseum im Maschinenhaus, das Theater, die Kunstsammlung Thiel.

Dem Himmel so nah

Nach Meinung des Dezernenten empfiehlt sich die Stadt auch als Zentrum des Industriewaldes: „Rheinelbe ist ein Vorzeigeprojekt, Ähnliches planen wir für Hugo.“

Die Stadt beheimatet zudem den hochkarätigen Göttersohn Herkules, der niederblickt auf den großen Nordsternpark. Die Stadt ist dem Himmel so nah mit ihrer Halde Rheinelbe und der Skulptur Himmelstreppe. Und ansehnliche Bergbausiedlungen, auch alles da – mit der Schievenfeld-Siedlung und dem denkmalgeschützten Schüngelberg. Punkten kann auch übrigens die von Rolf Glasmeier gestaltete Gasanlage an der Uechtingstraße.

 
 

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