Gelsenkirchen

Gelsenkirchen: Mit diesem Trick ergaunern Asia-Restaurants Hunderte Millionen Euro

Ein Mann aus Gelsenkirchen soll eine manipulierte Kasse an Asia-Restaurants verkauft haben. (Symbolbild)
Ein Mann aus Gelsenkirchen soll eine manipulierte Kasse an Asia-Restaurants verkauft haben. (Symbolbild)
Foto: dpa

Gelsenkirchen. Schwere Vorwürfe gegen Siu Fan P. (58) aus Gelsenkirchen: Der 58-Jährige soll einen Trick entwickelt haben, mit dem Asia-Restaurants mindestens eine halbe Milliarde Euro an Steuern hinterzogen haben sollen. Das berichtet „Der Spiegel“ unter Berufung auf niedersächsische Steuerfahnder.

Demnach soll der Gelsenkirchener ein spezielle Restaurantkasse mit dem Namen „Multiway“ entwickelt haben, die er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Siu Hong P. (56) an asiatische Gastronomen verkauft hat.

Gelsenkirchener programmiert betrügerisches Kassensystem

Die in Gelsenkirchen entwickelte Kasse soll nach Informationen des Magazins mit einem versteckten Programm ausgestattet sein, mit dem erstellte Rechnungen spurlos gelöscht werden können.

Auf diese Weise können Gastronomen ihre Umsätze nachträglich reduzieren. Der Effekt: Die notwendigen Steuerzahlungen sinken. Die Masche hat System: Ermittlungen hätten ergeben, dass die Multiway-Kasse bundesweit in rund 1000 Restaurants genutzt wurde.

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Gastronomen prellen Staat um Hunderte Millionen Euro

Allein in Niedersachsen wurden drei Dutzend verdächtige Asia-Restaurants durchsucht. In allen Fällen konnte die Manipulation nachgewiesen werden.

„Betrug gehört zum Geschäftsmodell dieser Restaurants“, sagte ein Ermittler dem „Spiegel“. Die Steuerfahnder gehen davon aus, dass dem Staat auf diese Weise mindestens eine halbe Milliarde Euro Steuereinnahmen entgangen sei.

Prozess gegen Gelsenkirchener startet im März

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat das Brüderpaar im Juli 2018 wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verhaften lassen.

In dem Ende März startenden Prozess geht es allerdings zunächst lediglich um acht Fälle aus Niedersachsen. Der Steuerschaden nach Berechnungen der Zentralstelle für Wirtschaftsstrafsachen bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg soll nach Angaben des Magazins in diesen Fällen sechs Millionen Euro betragen. Wann auch in NRW gehandelt wird, ist unklar.

 
 

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